Stellenabbau
: VW will auch über Transfergesellschaft verhandeln

Bei Volkswagen fallen in den nächsten Jahren Zehntausende Stellen weg. Bisher setzt das Unternehmen vor allem auf Altersteilzeit und Abfindungen. Nun soll über neue Instrumente verhandelt werden.
Von
dpa
Hannover/Wolfsburg
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VW Mitarbeiter montieren ein Reisemobil Volkswagen California in der California-Fertigung in Hannover.

Julian Stratenschulte/dpa
  • VW will in der Tarifrunde über Transfergesellschaften verhandeln – freiwilliger Wechsel.
  • Ziel ist ein sozialverträglicher Abbau, ergänzt um Altersteilzeit und Abfindungen.
  • IG Metall lehnt ab und spricht von Wortbruch; Kritik an möglicher öffentlicher Finanzierung.
  • Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 bleibt laut VW bestehen, Verhandlungen starten am 24. November.
  • Vorstand plant weltweit rund 50.000 Stellen weniger, davon zusätzlich 12.000 in neuen Plänen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Um den Abbau Tausender Stellen voranzutreiben, will Volkswagen in der anstehenden Tarifrunde auch über die Eröffnung von Transfergesellschaften verhandeln. In den Gesprächen müsse es um zusätzliche sozialverträgliche Personalinstrumente gehen, teilte das Unternehmen nach einem Gespräch mit Arbeitnehmern in Hannover mit. Dazu zählten Transfergesellschaften, in die Beschäftigte wechseln könnten, um sich neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen.

Ziel des Unternehmens sei, Veränderungen so zu gestalten, dass Beschäftigte Wahlmöglichkeiten und Unterstützung für ihren weiteren Weg erhielten. Wie viele VW-Beschäftigte in eine solche Transfergesellschaft wechseln könnten, war zunächst offen. Der Schritt müsste freiwillig geschehen.

Wie VW weiter mitteilte, hält das Unternehmen am Zukunftstarifvertrag sowie der darin enthaltenen Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 trotz der schwierigen Lage fest.

Nach dpa-Informationen aus Unternehmenskreisen kann sich der Autobauer den Übertritt sowohl für Produktionsmitarbeiter als auch für Beschäftigte in Verwaltung und Entwicklung vorstellen. Laufzeit und Ausgestaltung solcher Gesellschaften müssten mit den Arbeitnehmern verhandelt und festgehalten werden. Das gelte auch für mögliche Abfindungen. Die Tarifverhandlungen bei Volkswagen beginnen am 24. November. 

Was ist eine Transfergesellschaft?

Eine Transfergesellschaft ist eine Übergangsstation für Beschäftigte, deren Stelle wegfällt. Wer dorthin wechselt, bekommt Hilfe, um eine neue Arbeit zu finden, zum Beispiel mit Weiterbildungen. Die Teilnahme beruht meist auf einem Sozialplan oder einer Betriebsvereinbarung. Die Bundesagentur für Arbeit kann über das Transferkurzarbeitergeld einen Teil der Entgelte übernehmen.

Gewerkschaft hält Vorstoß für Wortbruch

Die IG Metall lehnt den Vorschlag entschieden ab. Das sei ein tarifpolitischer Wortbruch ohne tragfähige Rechtsgrundlage. IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger teilte mit: „Bevor die Beitragszahler einspringen, sind die Aktionäre in der Pflicht“. Es dürfe nicht sein, dass die Allgemeinheit zahle, während die Anteilseigner weiter Dividenden kassierten.

Thorsten Gröger (r), Bezirksleiter IG Metall, spricht bei einer Pressekonferenz in einem Hotel vor einem Gespräch zwischen IG Metall und Volkswagen. Neben ihm sitzt Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Volkswagen AG.

Julian Stratenschulte/dpa

Die Gewerkschaft setze öffentlich geförderte Transfergesellschaften bisher vor allem bei Betriebsänderungen und Werksschließungen durch. Statt Beschäftigte dorthin zu schieben, müsse VW die Zukunft sichern, etwa mit neuen Produkten, neuen Märkten und Technologieführerschaft. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo sah in dem Vorschlag einen Versuch, die Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 durch die Hintertür auszuhebeln. 

Weitere 12.000 Stellen sollen wegfallen

Der Vorstand um VW-Chef Oliver Blume will bis 2030 weltweit rund 50.000 Stellen streichen - zusätzlich zu bisherigen Abbauplänen im Konzern. Für die Volkswagen AG, die neben der Kernmarke auch die Komponentensparte und Konzernstellen umfasst, wurde vor zwei Jahren bereits ein Abbau von mehr als 35.000 Stellen bis 2030 verhandelt. Aus den neuen Plänen ergebe sich ein zusätzlicher Abbau in Höhe von 12.000 Stellen, wie VW erstmals mitteilte. 

Der Abbau soll sozialverträglich erfolgen. Neben den Transfergesellschaften sei auch die maximale Ausschöpfung freiwilliger Austrittsinstrumente und eine Reduzierung der Arbeitskosten notwendig. Bisher setzt der Autobauer vor allem auf Altersteilzeit und Abfindungen.