Spielfiguren
: Aus für Playmobil-Produktion in Deutschland

Fast jedes Kind kennt die ewig lächelnden Spielfiguren. Produziert werden diese jetzt nur noch im Ausland. Ein unausweichlicher Schritt, sagt der Hersteller. Trotzdem gibt es Kritik.
Von
dpa
Zirndorf
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Präsentation Playmobil-Set „Schwarzwaldpaar“

Kommt künftig nicht aus Deutschland: Playmobil-Set „Schwarzwaldpaar“.

Philipp von Ditfurth/dpa
  • Playmobil stoppt die Produktion in Deutschland – sie wird nach Malta und Tschechien verlagert.
  • Das Werk in Dietenhofen schließt zum 30. Juni; die Produktion ruht bereits seit einer Woche.
  • Rund 350 Beschäftigte erhalten Abfindungen und eine Transfergesellschaft laut Sozialplan.
  • Entwicklung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Logistik bleiben in Deutschland.
  • Gewerkschaft und Betriebsrat kritisieren Schließung und Kommunikation; Ziel ist Kostensenkung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Playmobil-Produktion in Deutschland ist Geschichte: Eine Woche vor der offiziellen Schließung des Werks in Mittelfranken sind die verbliebenen Beschäftigten gegen Bezahlung freigestellt worden. „Die Produktion ruht“, sagte ein Sprecher des Herstellers Horst Brandstätter Group.

Die Produktion der international bekannten Playmobilfiguren soll aus Kostengründen in den Werken in Malta und Tschechien gebündelt werden. Produktentwicklung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Logistik sollen dem Sprecher zufolge in Deutschland bleiben. „Playmobil bleibt als traditionsreicher Spielzeughersteller in Deutschland verwurzelt“, sagte er.

Der Hersteller aus dem mittelfränkischen Zirndorf hatte im Februar überraschend verkündet, das Werk in Dietenhofen zum 30. Juni zu schließen. Mit den Arbeitnehmervertretern wurde ein Sozialplan mit einer Transfergesellschaft sowie Abfindungen für die rund 350 betroffenen Beschäftigten vereinbart.

Sozialplan für die Beschäftigten

Die Gewerkschaft IGBCE kritisierte damals nicht nur die Schließung als falschen Schritt, sondern auch die Kommunikation. Auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg Ende Januar hatte Playmobil-Vorstand Bahri Kurter noch davon gesprochen, dass einiges für eine Trendumkehr bei dem angeschlagenen Hersteller spreche. Eine Woche später wurde die Belegschaft über die Verlagerung der Produktion in Dietenhofen informiert.

„Das war eine Katastrophe. Für viele von uns ist eine Welt zusammengebrochen“, sagte der Playmobil-Betriebsratsvorsitzende Michael Ulbrich der dpa. Wie viele andere seiner Kolleginnen und Kollegen war er seit vielen Jahren in dem traditionsreichen Werk beschäftigt. Der Betriebsrat sei an dem Tag erst kurz vor der Belegschaft informiert worden, sagte er. „Man hat einen wertschätzenden Umgang absolut vermisst.“

„Welt zusammengebrochen“

Die Spielwelten von Playmobil verkauften sich in den vergangenen Jahren zunehmend schlechter, der Hersteller verzeichnete wiederholt Umsatzrückgänge. Die Schließung des Werks in Dietenhofen sei aufgrund der hohen Lohn- und Energiekosten unausweichlich gewesen, sagte der Sprecher. Ziel sei es, wieder nachhaltig zu wachsen und das Unternehmen zu stabilisieren.