Spielwarenhersteller: Playmobil schließt Werk – 350 Mitarbeiter betroffen

Unter anderem mit Kooperationen wie mit Barbie-Hersteller Mattel will Playmobil aus der Krise kommen. Vorerst aber schließt der Hersteller sein Werk in Dietenhofen.
Daniel Karmann/dpa- Playmobil schließt Werk in Dietenhofen; Produktion bis Ende Juni verlagert.
- Rund 350 Mitarbeitende betroffen; Zukunft noch unklar.
- Gründe: gestiegene Produktionskosten in Deutschland, Wettbewerbsfähigkeit sichern.
- Verhandlungen mit Betriebsrat über sozialverträgliche Umsetzung und Transfergesellschaft.
- Umsätze sanken; 2023/2024 rund 490 Mio. Euro. Neue Produkte wie „Sky Trails“ und „Playmobil hi!“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der fränkische Spielwarenhersteller Horst-Brandstätter-Group will seine berühmten Playmobil-Figuren künftig nicht mehr im fränkischen Werk Dietenhofen (Landkreis Ansbach) produzieren. Die Produktion solle bis Ende Juni auf andere Werke verteilt werden, teilte das Unternehmen in Zirndorf mit. Von der Produktionsverlagerung seien rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Dietenhofen betroffen. Wie deren Zukunft genau aussehen soll, teilte die Gruppe nicht mit.
Die Entscheidung folge auf Basis einer umfassenden Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In den vergangenen Jahren sind die Produktionskosten in Deutschland deutlich gestiegen. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Marke Playmobil langfristig zu sichern und die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmensgruppe zu gewährleisten, wird die Fertigung samt Produktionsanlagen in den kommenden Monaten verlagert.
Die Belegschaft sei am Dienstag in einer außerordentlichen Versammlung über die Veränderungen informiert worden. Die Unternehmensleitung werde gemeinsam mit dem Betriebsrat über eine sozialverträgliche Umsetzung verhandeln, einschließlich der Einrichtung einer Transfergesellschaft, hieß es.
Traditionsunternehmen in der Krise
Playmobil befindet sich seit mehreren Jahren in einer schwierigen Situation. Die Umsätze sinken, 2023/2024 lagen sie noch bei rund 490 Millionen Euro. Das Unternehmen tut sich unter anderem schwer damit, auch ältere Kinder oder sogar Erwachsene, die als sogenannte „Kidults“ inzwischen für ein Drittel der Umsätze im Spielwarenmarkt verantwortlich sind, für seine Produkte zu begeistern.
Helfen sollen dabei Spielsysteme wie „Sky Trails“, eine Art Kugelbahn, an der Playmobilfiguren heruntersausen und vor allem eine Neuheit, die ab September im Handel verkauft werden soll: der sprechende Rucksack „Playmobil hi!“, der vor wenigen Tagen erst auf der Spielwarenmesse in Nürnberg als große Sensation angekündigt worden war.

