Mieten steigen weiter: Wohnen: Welche Städte führen die Mietanstieg-Liste an?

Den Mieten steigen zuletzt deutlich an. Und zwar nicht nur in den Metropolen – was eine enorme Gefahr birgt.
Arno Burgi, dpaWohnen ist schon lange in den meisten Fällen nicht mehr günstig. Nachdem die Immobilienpreise beim Bestand und Neubau regelrecht explodiert waren, ziehen mittlerweile auch die Mietpreise nach. Die Angebotsmieten steigen nach aktuellen Daten der Bundesregierung in einigen kleineren Städten sogar stärker als in Metropolen. Spitzenreiter beim Anstieg waren 2022:
- Delmenhorst in Niedersachsen mit einem Plus von 13,2 Prozent
- Worms in Rheinland-Pfalz mit plus 12,2 Prozent
- Weiden in der Oberpfalz in Bayern mit plus 11,7 Prozent.
Dies geht aus der Antwort des Bauministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Caren Lay hervor. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA) am Sonntag (24.09.2023).
Wie stark stieg die Miete im Schnitt pro Quadratmeter?
Bei der Erstellung der Mietpreisliste bezog die Bundesregierung sich auf Daten unterschiedlicher Quellen: Das Ministerium bezieht sich auf eine Auswertung von Inseraten aus Immobilienplattformen und Zeitungen für Erst- und Wiedervermietungen von Wohnungen im Neubau und im Gebäudebestand in Größen von 40 bis 100 Quadratmetern. Betroffen sind also Mieterinnen und Mieter, die die Wohnung wechseln. Verglichen wurde die verlangte Nettokaltmiete. Bundesweit stieg der Wert 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf 9,83 Euro je Quadratmeter.
Mietsteigerungs-Top-Ten: In diesen Städte stieg die Miete am stärksten an
Einige Städte liegen jedoch beim prozentualen Anstieg viel höher. Die Kaltmiete stieg am stärksten in den folgenden Städten an:
- Delmenhorst
- Worms
- Weiden
- Rostock
- Lübeck
- Schweinfurt
- Hof
- Flensburg
- Solingen
- Mülheim an der Ruhr
Einige dieser Städte blieben trotz der Steigerung unter dem bundesweiten Durchschnitt der Nettokaltmiete, weil Wohnen dort vorher sehr billig war. So lag der Durchschnittswert in Hof auch 2022 bei nur 6,66 Euro, in Mülheim bei 7,81 Euro je Quadratmeter. Lübeck (10,30 Euro) und Rostock (10,17 Euro) waren jedoch teurer als der Schnitt.
„Mietenwahnsinn“ – Warum der aktuelle Mietanstieg so gefährlich ist
„Es ist alarmierend, dass die Mieten jetzt da steigen, wo sie bisher noch bezahlbar waren“, bemerkte Lay, die wohnungspolitische Sprecherin der Linken. „Der Mietenwahnsinn weitet sich immer weiter aus und erreicht kleinere Städte und den ländlichen Raum.“ Vor dem Wohnungsbaugipfel im Kanzleramt am Montag forderte sie Gegenmaßnahmen. „Die Bundesregierung muss jetzt mit einem Mietenstopp weitere Mieterhöhungen verhindern.“
Aktuelle Immobilienpreise für Wohnungen und Häusern
Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, braucht viel Geld – aber weniger als noch vor ein paar Monaten. Wo sinken die Immobilienpreise am stärksten und wie lange noch? Die Eigentumsquote in Baden-Württemberg ist sehr unterschiedlich. Wie viel Eigenkapital und Nettogehalt in welcher Region nötig sind, um ein Reihenhaus zu bauen, haben Wissenschaftler berechnet.



