Immobilienpreise sinken
: Preisrückgang bei Wohnungen und Häusern geht weiter

Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, braucht viel Geld – aber weniger also noch vor ein paar Monaten. Wo die Immobilienpreise stark sinken.
Von
Christian Wille
Wiesbaden
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Um sich eine Immobilie kaufen zu können, muss man nicht mehr ganz so tief in die Tasche greifen. Die Preise für Häuser und Wohnungen sinken weiter.

Christin Klose, dpa

Wer Wohneigentum kaufen will, hat aktuell nicht allzu schlechte Karten – zumindest was die Kaufpreise angeht. Häuser und Wohnungen sind fast zehn Prozent billiger geworden. Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal innerhalb eines Jahres so stark gesunken wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 2000. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (DPA) am Freitag, 22.09.2023.

Wohnungen und Häuser etwa zehn Prozent billiger

Im Durchschnitt haben sich Häuser und Wohnungen um 9,9 Prozent gegenüber dem zweiten Vierteljahr 2022 verbilligt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Es war das stärkste Minus seit dem Jahr 2000. Im Vergleich zum Vorquartal fiel der Preisrückgang mit 1,5 Prozent allerdings geringer aus als in den beiden Vorquartalen. Damals hatten sich Wohnimmobilien jeweils zum Vorquartal um 2,9 beziehungsweise 5,1 Prozent verbilligt.

Sinkende Immobilienpreise: Seit wann und wie lange noch?

Die Preise für Immobilien sinken seit dem Höchststand im zweiten Quartal 2022. Hauptgrund für die Wende am Immobilienmarkt nach jahrelangem Boom sind die kräftig gestiegenen Bauzinsen, die Kredite stark verteuert haben. Hinzu kommt die hartnäckig hohe Inflation, die die Kaufkraft der Menschen verringert. Viele Menschen können sich den Immobilienkauf nicht mehr leisten.

Stadt oder Land? Hier sinken Immobilienpreise stärker

Die Preise für Immobilien sanken im Schnitt sowohl in den Städten als auch in den ländlichen Regionen im zweiten Quartal 2023. Dabei gingen sie in den Städten stärker zurück. Besonders stark sind die Immobilienpreise (im Vergleich zum Vorjahresquartal) in den folgenden Städten gesunken:

  • Berlin
  • Hamburg
  • München
  • Köln
  • Frankfurt am Main
  • Stuttgart
  • Düsseldorf

Hier verbilligten sich Ein- und Zweifamilienhäuser um 12,6 Prozent, für Wohnungen mussten Käufer im Schnitt 9,8 Prozent weniger zahlen als ein Jahr zuvor.

Wohnungsbau in Deutschland in Gefahr?

Wenn es nach aktuellen Informationen der Bauindustrie geht, steht es schlecht um den Wohnungsbau in Deutschland. In einem Forderungspapier ist klar formuliert, wo es aus deren Sicht hinzuführen droht und was nötig ist, um das abzuwenden – und mehr Wohnungsbau zu schaffen.