Magnum, Toffifee und Co.: Preissteigerung um 140 Prozent – So viel teurer sind Süßigkeiten in über 20 Jahren geworden

Von Nimm 2 bis zu Mon Cheri: Bekannte Süßigkeiten sind heute nicht mehr so günstig wie früher.
Mustermann/Adobestock, Montage: Pannewitz- Süßigkeiten verteuerten sich deutlich, teils ohne Shrinkflation, teils mit kleineren Packungen.
- Raffaelo 150g kostet 2026 3,29 Euro, offizieller Anstieg rund 120 Prozent.
- Nimm 2 ist je nach Packung inflationsbereinigt günstiger, 300g-Größe gibt es nicht mehr.
- Knoppers 8er-Pack liegt 2026 bei 2,49 Euro, Shrinkflation trat nicht auf.
- Magnum wurde teurer und kleiner – 110 ml seit 2024, ein Eis kostet 2026 2,90 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer nascht nicht mal gerne zwischendurch? Bei den Preisen, die man heutzutage für beliebte Süßigkeiten bezahlen muss, vergeht so manchem aber vielleicht die Lust auf einen Snack. Konnte man sich früher nicht deutlich mehr davon leisten – oder ist das nur Nostalgie?
Im ersten Teil unseres großen Preis-Checks ging es um große Marken wie Milka, Ritter Sport, Kinder Schokolade, Haribo, Werther's Original und mehr. Doch es gibt noch viel mehr Süßigkeiten, die seit vielen Jahrzehnten fest zum deutschen Wochenendeinkauf dazugehören. Bei acht davon haben wir überprüft, wie sich ihre Kaufpreise seit Beginn des Jahrtausends bis 2026 verändert haben – und auch, ob sie Opfer von „Shrinkflation“ geworden sind, also heute weniger Inhalt bei gleichem oder höherem Preis bieten.
Raffaelo (150g)
Bei den Kokos-Pralinen der Marke „Raffaelo“ von Ferrero sind die Verpackungsgrößen im Gegensatz zu „Werther's Original“ (aus dem ersten Teil unseres Preis-Checks) in den vergangenen Jahrzehnten recht einheitlich geblieben. Die 150g-Standardpackung, die man heute im Handel bekommt, gab es Anfang des Jahrtausends auch bereits. Im Jahr 2002 kostete diese um die 1,49 Euro und gegen Ende der 00er-Jahre 1,69 Euro. Ähnlich wie andere bereits vorgestellte Produkte kletterte der Preis über die 10er-Jahre dann langsam, aber beständig und in den 20er-Jahren besonders schnell. Im Jahr 2026 kosten 150g im Supermarkt 3,29 Euro – ähnliche Dimensionen wie bei Snickers.
Gab es Shrinkflation? Nein. Das Einzige, das sich über die vergangenen Jahrzehnte geändert hat, ist der Preis.
Offizieller Preisanstieg zu den frühen 2000ern: rund +120%.
Inflationsbereinigter Preisanstieg: rund +40%.
Nimm 2
Bei den klassischen „Nimm 2“-Fruchtbonbons von Storck, die in der Werbung mittlerweile größtenteils von den „Lachgummies“ derselben Marke verdrängt worden sind, verhält es sich ähnlich wie mit „Werther's Original“. Auch hier wurden die Süßigkeiten im Laufe der Jahre in mehreren, verschiedenen Mengen abgepackt und verkauft. Die 2002 handelsübliche Verpackungsgröße von 300g, welche damals für um die 1,59 Euro angeboten wurde, gibt es heute nicht mehr. Stattdessen sind 145g, 240g, 429g und 1kg im Umlauf. Die ähnlichste Menge für einen Vergleich, 240g, kostet rund 1,49 Euro.
Gab es Shrinkflation? Nein. Die 300g-Packung von anno dazumal mag nicht mehr existieren, allerdings gibt es aktuell nicht nur kleinere, sondern auch größere Packs zu kaufen. Rechnet man die unterschiedlichen Preise für diese Produkte auf 300g um, kommt es zwar zu unterschiedlichen Ergebnissen – manche niedriger, manche höher als die damaligen 1,59 Euro –, sie haben aber alle eines gemein: Sie liegen durch die Bank unter dem Betrag, den eine damalige 300g-Tüte aufgrund der historischen Inflation kosten würde: 2,52 Euro. „Nimm 2“-Bonbons sind heutzutage also eher günstiger als noch vor über 20 Jahren.
Offizieller Preisanstieg zu den frühen 2000ern: je nach Berechnungsgrundlage zwischen -13% (Preissenkung) und +29%.
Inflationsbereinigter Preisanstieg: Preissenkung (je nach Berechnungsgrundlage) zwischen -45% und -19%.

Die Likörpralinen von Mon Chérie kosteten vor der Euro-Umstellung noch 3,99 DM. Danach war 1,99 Euro ein paar Jahre lang der Normalpreis (oben links), stieg dann aber schnell über die Jahre an (2006 oben rechts, 2015 unten links, 2024 unten rechts).
SWPKnoppers (8er-Pack)
Noch mal Storck: Die mit Nougat und Milchcreme gefüllten Waffelschnitten von „Knoppers“ („das Frühstückchen“) haben insgesamt eine ähnliche Preisentwicklung durchgemacht wie die „Super Dickmann's“. Nach der Euro-Umstellung kostete ein 8er-Pack 1,39 Euro. Bis zum Ende der 00er-Jahre wurde aber schon eher ein Preis von um die 1,79 Euro die Norm. Zwischen 2015 und 2017 kletterte der durchschnittliche Kaufwert auf 1,89 Euro, von 2018 bis 2022 mussten um die 1,99 Euro bezahlt werden. Einen Sprung auf 2,39 Euro gab es ab 2022, im Jahr 2026 beträgt der Kaufpreis 2,49 Euro.
Gab es Shrinkflation? Nein. Zwar gibt es auch andere Verpackungsgrößen mit mehr oder weniger Schnitten, der klassische 8er-Pack ist aber nie aus dem Sortiment verschwunden. 2002 wie heute bringt dieser 200g auf die Waage.
Offizieller Preisanstieg zu den frühen 2000ern: rund +80%.
Inflationsbereinigter Preisanstieg: rund +15%.
Toffifee (15 Stück)
„Die Haselnuss, umhüllt von Karamell, Nougatcreme und Schokolade“ – dieser Werbeslogan aus den 70er-Jahren beschreibt mit am besten, welche Süßigkeit man mit „Toffifee“ aus dem Haus Storck bekommt. 15 Stück der Leckereien waren im Jahr 2002 im Supermarkt durchschnittlich mit einem Kaufpreis von 89 Cent ausgezeichnet. Schon ab 2005 waren es aber 10 Cent mehr, von 2010 bis 2023 bewegte sich der Preis zwischen 1,09 und 1,19 Euro. Weitere kleine Anstiege sorgten dafür, dass der Preis für Toffifee im Jahr 2018 bei 1,49 Euro landete. Im Gegensatz zu den anderen Süßigkeiten dieser Liste ist dieser aber seitdem bislang nicht mehr weiter gestiegen, 1,49 Euro sind auch heute noch die Norm.
Gab es Shrinkflation? Nein. Die 15-Stück-Packung hat seit Beginn des Jahrtausends nicht an Gewicht verloren. Über die Jahre wog sie durchgehend 125g.
Offizieller Preisanstieg zu den frühen 2000ern: rund +65%.
Inflationsbereinigter Preisanstieg: rund +4%.
Yogurette (8 Riegel)
Wir kehren zu Ferrero zurück – mit dem Klassiker „Yogurette“. Die Schokoladenriegel mit Joghurtfüllung und Erdbeergeschmack wurden früher bei Supermarkt-Preisaktionen nicht selten zusammen mit „Kinder Schokolade“ beworben. Daher verwundert es nicht, dass der durchschnittliche Preis von „Yogurette“ im Laufe der Zeit eine ähnliche Entwicklung durchgemacht hat. In den 00ern wechselte die 8er-Packung erst für um die 60 Cent, später für zwischen 65 und 75 Cent den Besitzer. Von 2010 bis 2015 lag der Preis zwischen 0,85 und 0,99 Euro, in den vergangenen zehn Jahren kletterte er dann allmählich weiter zu den 1,69 Euro, die man heute für den Snack bezahlen muss.
Gab es Shrinkflation? Nein. Wie bei „Kinder Schokolade“ sind Maße und Gewicht der Riegel im Laufe der Zeit gleich geblieben. Wer „Yogurette“ kauft, bekommt für sein Geld acht Riegel à 12,5g, insgesamt also 100g.
Offizieller Preisanstieg zu den frühen 2000ern: rund +140%.
Inflationsbereinigter Preisanstieg: rund +50%.
Mon Chéri (157g)
Während alle bisher erwähnten Süßigkeiten für die ganze Familie waren, kommen wir mit Mon Chéri zu einer Nascherei für Erwachsene. Die mit Likör und der sogenannten „Piermont“-Kirsche gefüllten Zartbitter-Pralinen waren schon immer ein Premium-Produkt – und deshalb auch vor über 20 Jahren bereits teurer als andere vergleichbare Produkte. Eine 15-Stück-Packung kostete 2002 meist 1,99 Euro und blieb rund vier Jahre bei diesem Preis, bevor dieser im Jahr 2006 einen ersten Sprung auf 2,29 Euro machte.
In den Jahren 2009 bis 2011 bewegte sich der Kaufbetrag zwischen 2,39 und 2,59 Euro, in den 10er-Jahren stieg er allmählich auf 2,99 Euro. In den vergangenen sechs Jahren kam im „Schnellverfahren“ noch ein weiterer Euro zum Durchschnittspreis hinzu – aktuell muss man für Mon Chéri im Supermarkt also um die 3,99 Euro hinblättern – satte 2 Euro mehr als anno dazumal.
Gab es Shrinkflation? Nein. Langfristig gesehen bekommt man sogar heute ein klein wenig mehr als im Jahr 2002. Damals brachte eine 15-Stück-Packung nämlich noch 150 Gramm auf die Waage, im Jahr 2006 stieg das Gewicht auf 157g.
Offizieller Preisanstieg zu den frühen 2000ern: rund +100%.
Inflationsbereinigter Preisanstieg: rund +26%.
Magnum Classic
Zum Ende unseres Preis-Checks schauen wir uns noch zwei Speiseeissorten an – passend zur Sommerzeit. Den Beginn macht Magnum Classic, einer der insgesamt jüngeren Eisklassiker, da es ihn „erst“ seit 1989 gibt. Damals wurde das Vanille-Stieleis mit der knackigen Schoko-Ummantelung zu einem Kaufpreis von 2 DM (pro Eis) eingeführt und kostete kurz vor dem Euro 2,50 DM. Nach der Umstellung waren es 1,40 Euro – ein Preis, der aus heutiger Sicht fast unvorstellbar wirkt. Schon 2008 waren es aber bereits 1,60 Euro, zehn Jahre später 2,20 Euro, und der Anstieg ging über die Jahre munter weiter. Im Jahr 2026 kostet ein einzelnes Magnum sage und schreibe 2,90 Euro – nicht mehr unbedingt eine Erfrischung, die man sich im Freibad einfach mal nebenher gönnt.
Gab es Shrinkflation? Ja. Nicht nur, dass der Preis für Magnum wesentlich höher ist als früher, man bekommt dafür sogar ein leicht kleineres Produkt als bisher. Bis einschließlich 2023 beinhaltete ein einzelnes Stieleis 120 Milliliter Eismasse. Seit 2024 sind es lediglich 110 ml, ohne dass sich am Preis etwas geändert hat. Im 6er-Pack aus der Tiefkühltruhe sind die einzelnen Magnums mit je 100 ml ohnehin noch etwas leichter.
Offizieller Preisanstieg zu den frühen 2000ern: rund +123%.
Inflationsbereinigter Preisanstieg: rund +30%.
Cornetto Erdbeere
„Like ice in the sunshine, like ice in the sunshine“: Wer bekommt bei diesem Werbesong Lust auf ein Langnese-Eis? Einer der langlebigsten Klassiker im „Cornetto“-Sortiment ist die Erdbeervariante des bekannten Waffeleises. Ein Blick auf Eistafeln aus längst vergangenen Jahrzehnten verrät, dass Cornetto Erdbeere früher ein wahres Schnäppchen war: In den 80er-Jahren war es zeitweise für 1 bis 1,30 DM zu erwerben, in den 90ern für 1,80 bis 2 DM. Nach der Euro-Einführung kostete das Eis für einige Jahre zunächst 1 Euro, ein nach wie vor erschwinglicher Preis. Der allmähliche Preisanstieg begann gegen Ende der 00er, aber zunächst nur langsam: 2008 waren es 1,30 Euro, zehn Jahre später 1,50 Euro. Danach kletterte der Preis wesentlich schneller. Seit ein paar Jahren muss man für ein Cornetto Erdbeere 2 Euro bezahlen.
Gab es Shrinkflation? Nein, nur normale Inflation. Tatsächlich bekommt man bei Cornetto Erdbeere heute sogar ein klein wenig mehr als früher. Seit einigen Jahren sind es 125 Milliliter, davor waren es 120 ml. Das macht zwar den inflationsbereinigten Preisanstieg nicht wett, stellt aber dennoch eine angenehmere Entwicklung als bei Magnum aus demselben Haus Unilever dar.
Offizieller Preisanstieg zu den frühen 2000ern: rund +100%.
Inflationsbereinigter Preisanstieg: rund +25%.

