Krypto-Betrug in Illertissen
: Mann verliert auf Fake-Plattform über 100.000 Euro

Ein 35-Jähriger investiert in vermeintlich lukratives Kryptotrading. Statt einer Million bleibt ein Verlust im sechsstelligen Bereich. Die Polizei warnt.
Von
swp, dpa
Illertissen
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Symbolbild Cyberkriminalität: ARCHIV - 29.04.2020, Bayern, Ebing: Ein Mann sitzt am Rechner und tippt auf einer Tastatur. (zu dpa: «Krypto-Betrug kostet Mann mehr als 100.000 Euro») Foto: Nicolas Armer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Mann aus Illertissen verliert auf Krypto-Plattform über Hunderttausend Euro.

Nicolas Armer/dpa
  • 35-Jähriger aus Illertissen verliert über 100.000 Euro auf gefälschter Kryptoplattform.
  • Betrüger lockten mit angeblichen Millionengewinnen – Transaktionsgebühr machte Opfer misstrauisch.
  • Polizei warnt vor unseriösen Plattformen und unrealistischen Renditeversprechen bis zu 1000 Prozent.
  • Täter nutzen teils Fernwartungssoftware, um auf das Online-Banking der Opfer zuzugreifen.
  • Anleger sollten Risiken prüfen, keine schnellen Abschlüsse tätigen und BaFin-Lizenzen kontrollieren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Er sah schon das große Vermögen, doch dann war alles weg: Ein 35-Jähriger ist auf einer fingierten Kryptotrading-Plattform um einen niedrigen sechsstelligen Betrag betrogen worden. Der Mann sei auf die seriös aussehende Plattform in einer Chatgruppe aufmerksam geworden, teilte die Polizei mit. Dort habe er über mehrere Monate einen niedrigen sechsstelligen Betrag investiert, der laut der Plattform auf mehrere Millionen US-Dollar angewachsen sein soll.

Als der 35-Jährige für die Auszahlung seines Investments eine fünfstellige Transaktionsgebühr bezahlen sollte, wurde er stutzig und erstattete Anzeige bei der Polizei in Illertissen im Kreis Neu-Ulm. Allein in diesem Kreis hat die Polizei im laufenden Jahr 85 Anzeigen zu Anlagebetrug mit einer Beute von knapp 2 Millionen Euro vorliegen.

Polizei warnt vor lukrativ scheinenden Plattformen

Die Neu-Ulmer Polizei warnt vor der Kapitalanlage auf lukrativ scheinenden Plattformen. Hinter den Versprechungen verbergen sich oftmals Betrüger, die an das Geld der Anleger wollen. „Scheinbar professionelle Anlageberater versprechen telefonisch oder über Anzeigen im Internet Renditen von bis zu 1000 Prozent“, teilt die Polizei in einer Mitteilung mit. Nach ersten Investitionen scheint sich das Investment der Anleger rasch zu vermehren. In Wahrheit ist das Geld jedoch längst weg. Noch gravierender wird es, wenn die Täter eine sogenannte Remote-Software (Fernwartungssoftware) auf den PC ihrer Opfer aufspielen, um vermeintlich bessere Beratung anbieten zu können. Hierdurch können die Täter direkt auf das Online-Banking der Opfer zugreifen.

Wie die Polizei weiter mitteilt, seien Finanzdienstleister ihren Kunden gegenüber dazu verpflichtet, Risiken ihrer Anlageprodukte ausdrücklich zu benennen. Die Inhalte und Ergebnisse der Anlageberatung müssen in einem Protokoll festgehalten und den Anlegern ausgehändigt werden.

So schützen sie sich

  • Schließen Sie keine Geldanlagen am Telefon oder auf unseriösen Internetseiten ab!
  • Lassen Sie sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden. Der Aussicht auf einen hohen Gewinn (Rendite) steht immer ein hohes Risiko, bis hin zum Totalverlust, gegenüber.
  • Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zum Vertragsabschluss drängen.
  • Produkt-Zertifizierungen (z.B. TÜV- oder andere „Siegel“) sind vor allem Werbemittel und bieten weder Gewähr für die Seriosität des Anbieters noch für risikolose Kapitalanlagen.
  • Handelt es sich um ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder einem anderen EU-Land lizenziertes Unternehmen? Prüfen Sie das in der Unternehmensdatenbank der BaFin unter www.bafin.de.
  • Sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens über Ihr Anlagevorhaben.