Heizen: So einfach geht Energiekostensparen

Eine Frau dreht eine Heizung auf: ILLUSTRATION - Den Dreh raus: Schon mit minimalen Anpassungen des Heizverhaltens kann Geld gespart werden. (zu dpa: «Heizen soll teurer werden: Wie Sie Energiekosten sparen») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Christin Klose/dpa-tmn/dpa- Heizkosten steigen – neun von zehn Haushalten könnten jährlich rund 400 Euro sparen.
- Stoßlüften statt Fenster kippen – Wärmeverluste und Schimmel so vermeiden.
- Sparduschköpfe und niedrigere Waschtemperaturen senken Warmwasser- und Stromverbrauch.
- Programmierbare Thermostate helfen, Raumtemperaturen effizient zu steuern.
- Dichte Fenster und Türen verhindern Wärmeverlust – Zugluftstopper und Dichtungsbänder helfen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In vielen Haushalten bleibt ein einfaches Sparpotenzial ungenutzt – neun von zehn Haushalten könnten ihre Heizkosten im Schnitt um etwa 400 Euro pro Jahr senken, so eine Schätzung der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online.
Zugegeben, die höchsten Einsparungen lassen sich nur durch umfangreichere Investitionen erzielen. Dazu gehören etwa der Austausch von Fenstern, die Dämmung der Gebäudehülle oder der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme, so Alexander Steinfeldt, Energieexperte bei co2online.
Doch neben großen Modernisierungsmaßnahmen, wie dem Austausch der kompletten Heizungsanlage, oder Maßnahmen, wie der Dämmung der Heizungsrohre oder einem hydraulischen Abgleich, haben Verbraucher auch im Alltag einige Optionen, um Energiekosten einzusparen.
Erstaunlich banale Tipps
Drei Tipps, die zum Teil erstaunlich banal klingen:
Richtig Lüften in der Heizsaison
Viele Menschen machen beim Lüften denselben Fehler: „Sie kippen die Fenster stundenlang in der Hoffnung auf frische Luft. Dabei bringt das kaum Luftaustausch, kühlt die Wände aus und fördert sogar Schimmel“, so Steinfeldt.
Beim stundenlangen Lüften auf Kipp geht zudem wertvolle Wärme verloren. Daher rät der Energieexperte: „Während des Lüftens die Heizkörperventile schließen, damit die Heizung nicht gegen die Kälte anläuft.“
Also die Fenster zum Lüften nicht kippen, sondern weit öffnen – am besten drei- bis viermal täglich für ein paar Minuten richtig stoßlüften, empfiehlt Steinfeldt – je nach Jahreszeit zwischen fünf und 30 Minuten. „So bleibt die Raumluft frisch und die Heizwärme in den Wänden.“
Tipp: Damit Feuchtigkeit schnell entweichen kann, ist das Stoßlüften besonders nach dem Duschen, Baden oder Kochen sinnvoll.
Warmwasserverbrauch reduzieren
Rund 15 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt entfallen allein auf die Warmwasserbereitung – vor allem beim Duschen, Baden, Waschen und Spülen. „Wer hier ansetzt, kann also spürbar Kosten sparen“, so Steinfeldt.
Ein einfacher Schritt ist der Einsatz eines Sparduschkopfs: Er reduziert den Wasserverbrauch beim Duschen um bis zu 50 Prozent, ohne dass man dabei auf Komfort verzichten muss.
Übrigens: Stromkosten lassen sich beim Waschen einsparen, wenn man etwa mit 40 Grad Celsius statt mit 60 Grad Celsius wäscht.
Raumtemperatur absenken
Wer seine Heizkosten senken möchte, sollte unbedingt auf die Raumtemperatur achten. „Schon mit einfachen mechanischen Thermostaten lässt sich der Verbrauch kontrollieren“, so Steinfeldt.
Noch effizienter sind programmierbare Modelle: „Sie regeln die Temperatur je nach Tageszeit automatisch und können sogar Heizkurven hinterlegen“, erklärt Steinfeldt. So wird nachts weniger geheizt. Und auch nicht alle Räume müssen gleich warm sein: In der Küche oder im Schlafzimmer reichen meist 18 Grad, während im Wohnzimmer 20 bis 21 Grad ideal sind.
Die meisten Heizkörper sind Steinfeldt zufolge bereits mit mechanischen Thermostaten ausgestattet – wenn nicht, können sowohl Eigentümer als auch Mieter problemlos auf programmierbare Varianten umsteigen. „Mit rund 20 bis 25 Euro pro Stück ist die Investition überschaubar – und sie macht sich durch die eingesparten Heizkosten schnell bezahlt.“
Fazit: „Allein durch die richtige Einstellung der Raumtemperatur und der Heizkurve, das korrekte Stoßlüften bei heruntergedrehter Heizung und einen reduzierten Warmwasserverbrauch lassen sich kurzfristig bis zu zehn Prozent Energie einsparen“, so Energieexperte Alexander Steinfeldt.
Ohne viel Aufwand
Auch die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, welche Punkte Verbraucher Zuhause auf die Schnelle überprüfen und wenn nötig mit wenig Aufwand ändern können.
Die Raumluft muss den Heizkörper ungehindert umströmen können, so die Verbraucherschützer. Sonst werden Wohnräume nicht gleichmäßig aufgeheizt. Bevor man die Heizung wieder einschaltet, sollte man also darauf achten, dass die Heizkörper gut sichtbar und frei sind – also nicht mit Vorhängen verdecken und mit Möbeln zustellen.
Außerdem ist wichtig, die Heizkörper frei von Schmutz und Staub zu halten, da Staubablagerungen den Wärmestrom in den Raum mindern können. Ein sauberer Heizkörper sieht nicht nur besser aus, er arbeitet auch effizienter. Zum Reinigen kann man etwa ein sanftes Putzmittel verwenden.
Kleine Investitionen mit großer Wirkung
Niemand will Wärme buchstäblich zum Fenster hinaus heizen. Daher lohnt es sich, zu überprüfen, ob Fenster und Außentüren undicht sind. Dabei hilft ein einfacher Test: So raten die Verbraucherschützer, zwischen Rahmen und geschlossenem Fenster ein Blatt Papier zu klemmen. Wenn man das Papier nicht herausziehen kann, ist das Fenster dicht genug.
Falls das Fenster diesen Dichtetest nicht besteht, kann man die Dichtungen auszutauschen oder die Fensterflügel nachjustieren, raten die Verbraucherschützer.
Den Fensterspalt kann man mit Gummidichtungen oder Schaumdichtungsband abdichten - im Baumarkt gibt es beides in unterschiedlichen Dicken und Profilen. Laut co2online ist in der Regel Schaumdichtungsband günstiger, hält jedoch häufig nur etwa zwei Jahre.
Wichtig: Handelt es sich um Kastendoppelfenster, sollte man nur den inneren Flügel abdichten - da sich im Zwischenraum sonst laut co2online Kondenswasser sammeln kann und so Feuchtigkeitsschäden entstehen können. Um Schimmel zu vermeiden, sollte zusätzlich regelmäßig gelüftet werden.
Bei Haus- und Wohnungstüren kann man den Verbraucherschützern zufolge in der Regel nachträglich leicht ein Dichtprofil anbringen. Gegen Zugluft unter der Tür hilft ein Zugluftstopper. Diese Investition hilft Wärmeverluste zu vermeiden.
Tipp: Die einfachste und kostengünstigste Version, um eine Tür abzudichten: auf den Boden davor eine zusammengerollte Decke legen.
