Haftpflicht und Kasko
: Wo die Kfz-Versicherung im Südwesten bald teurer wird

Die Regionalklassen entscheiden mit über die Höhe der Kfz-Versicherung. Nun wurden sie auch für Baden-Württemberg neu berechnet. Wie es unter anderem in Ulm, dem Alb-Donau-Kreis oder Biberach/Riß aussieht.
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dpa ,
AFP STATISTISCH
Stuttgart
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Ein verunfalltes Fahrzeug am Strassenrand

Ein Unfallfahrzeug am Straßenrand. In solchen Fällen greift die Kfz-Versicherung.

Zacharie Scheurer/dpa-tmn/dpa
  • Regionalklassen der Kfz-Versicherung in Baden-Württemberg neu berechnet – Beiträge können steigen oder sinken.
  • 730.000 Autofahrer von höheren Kaskoklassen betroffen, u. a. in Stuttgart, Baden-Baden und Waldshut.
  • Haftpflichtklassen steigen in fünf Bezirken (z. B. Enzkreis, Heidelberg), sinken in sechs (z. B. Biberach, Pforzheim).
  • Ulm, Göppingen, Alb-Donau-Kreis und Zollernalbkreis bleiben unverändert in allen Bereichen.
  • Neue Einstufungen gelten sofort für Neuverträge, bestehende ab dem nächsten Versicherungsjahr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für hunderttausende Autofahrerinnen und Autofahrer in Baden-Württemberg hat sich die Einstufung bei den Regionalklassen in der Kfz-Versicherungen verändert. Das teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin mit. Entsprechend dürften die Beiträge künftig steigen oder sinken.

Grundsätzlich gilt: Je besser die Einstufung in der Regionalklasse, desto günstiger ist der Versicherungsbeitrag, der aber noch von weiteren Parametern bestimmt wird. Die Regionalklassen spiegeln die Schadensbilanzen der Zulassungsbezirke wider und werden einmal im Jahr vom GDV berechnet, wie der Verband mitteilte.

In der Kaskoversicherung wurden laut GDV zwölf der 44 Zulassungsbezirke in Baden-Württemberg höher – und damit schlechter – eingestuft. Betroffen seien dadurch 730.000 Autofahrer. Bei der Vollkaskoversicherung verschlechterten sich demnach die Klassen in Baden-Baden, Stuttgart, Waldshut und im Main-Tauber-Kreis. Die Teilkasko-Klassen verschlechterten sich in Böblingen, Calw, Heidenheim, Karlsruhe (Land), Ludwigsburg, Schwäbisch-Hall, Stuttgart, im Ostalbkreis und Rems-Murr-Kreis. Lediglich Lörrach verbesserte sich bei der Teilkasko-Klasse.

Änderungen bei der Haftpflichtversicherung

Bei der Haftpflichtversicherung erhöhten sich laut GDV die Regionalklassen in fünf Bezirken für rund 830.000 Menschen und sanken in sechs Bezirken für rund 630.000 Versicherte. Demnach verschlechterten sich die Einstufungen im Enzkreis, Rems-Murr-Kreis, Rhein-Neckar-Kreis, Schwarzwald‑Baar‑Kreis und in Heidelberg. Besser wurden Biberach/Riss, Emmendingen, Karlsruhe (Stadt), Pforzheim, Ravensburg und der Neckar‑Odenwald‑Kreis eingestuft.

In Ulm bleibt es in beiden Bereichen bei der alten Schadensklasse, genauso im Zollernalbkreis, Reutlingen, Göppingen und dem Alb-Donau-Kreis.

Die Regionalstatistik des GDV ist für die Versicherungen unverbindlich. Sie kann ab sofort bei Neuverträgen und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr angewendet werden, teilte der GDV mit.

In ganz Deutschland drohen wegen der Hochstufung ihrer Regionalklasse rund fünf Millionen Autofahrerinnen und Autofahrern im kommenden Jahr höhere Beiträge bei ihrer Kfz-Versicherung. Demgegenüber werden rund 5,3 Millionen Menschen in niedrigere Klassen eingestuft. Für den Großteil der Versicherten – rund 32,1 Millionen – ändert sich bei den Regionalklassen hingegen nichts.

Das Vergleichsportal Verivox rechnet vor, dass sich je nach Wohnort teils hunderte Euro Unterschied pro Jahr bei der Kfz-Versicherung ergeben. So zahle laut Modellrechnung etwa ein 45-jähriger Berliner für die Vollkasko-Versicherung seines VW Passats 58 Prozent oder 464 Euro mehr als in Münster. Auch die Teilkasko ist demnach in Berlin 50 Prozent (233 Euro) teurer, die Haftpflicht 29 Prozent (103 Euro).

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