Gegen den Durst
: 129 Liter pro Kopf – aber nicht jedes Mineralwasser ist rein

Die Verbraucher trinken immer mehr Mineralwasser. Lokale Brunnen, aber auch die Produkte von Discountern sind besonders beliebt. Ein Großteil davon ist zu empfehlen. In manchen fand Öko-Test allerdings auch Schwermetall und Keime.
Von
Caroline Strang
Berlin
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Mann trinkt aus einer Wasserflasche: ILLUSTRATION - Wie viel habe ich heute schon getrunken? Eine Stressexpertin rät zum regelmäßigen Innehalten, um den Stress-Autopilot zu durchbrechen.  (zu dpa: «Gesund essen trotz Stress? 4 Strategien, wie es klappen kann») Foto: Tobias Hase/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Der beliebteste Durstlöscher in Deutschland ist Mineralwasser.

Tobias Hase/dpa-tmn/dpa
  • Pro Kopf 129 Liter Mineralwasser pro Jahr; 2025 plus 2,4 Prozent zum Vorjahr.
  • Beliebteste Marken: Gerolsteiner (2023), Aldi, Lidl, Volvic, lokale Brunnen, Adelholzener.
  • Stilles Wasser wächst um rund 6 Prozent; Heilwasser plus etwas mehr als 4 Prozent.
  • Gesamtabsatz 2025: 13,2 Mrd. Liter; Produktion 2024: Wert rund 2,9 Mrd. Euro.
  • Tests: Stiftung Warentest gut; Öko-Test fand teils Keime, Schwermetalle, Süßstoffe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist und bleibt der beste Durstlöscher – und auch der gefragteste: Fast 129 Liter Mineralwasser trinkt jede Verbraucherin und jeder Verbraucher hierzulande pro Jahr. Das waren 2025 nochmal 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist Mineralwasser das beliebteste Getränk in Deutschland.

Warum? Der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) hat nachgefragt: 90 Prozent der Menschen in Deutschland trinken Mineralwasser, weil sie auf eine bewusste Ernährung achten. Die ursprüngliche Reinheit von Mineralwasser ist für 89 Prozent ein wesentliches Konsumkriterium. 86 Prozent der Menschen schmeckt Mineralwasser einfach, ergab eine Umfrage. Dabei war die Marke Gerolsteiner laut einer Studie des Meinungsforschers Kantar hierzulande 2023 am beliebtesten. Auf den weiteren Rängen folgen die Eigenmarken von Aldi und Lidl, die Marke Volvic, Mineralwässer aus lokalen Brunnen und Adelholzener.

Da spricht auch wenig dagegen, dass der zuständige Verband bei der Vorstellung der Zahlen fast ein wenig ins Schwärmen kam. „Mineralwasser passt zum Zeitgeist. Die Verbraucher schätzen die natürliche und regionale Herkunft. Für viele Verbraucher ist es der tägliche Durstlöscher, weil es natürlich rein ist und gut schmeckt“, erklärte Jürgen Reichle, VDM-Geschäftsführer.

Mineralwasser muss amtlich anerkannt werden

Dabei wuchs vor allem der Umsatz mit stillem Wasser, also Wasser ohne Kohlensäure. Dieses Segment nahm um rund 6 Prozent zu und hat inzwischen einen Marktanteil von gut einem Viertel. Der Umsatz mit Heilwasser nahm um etwas mehr als 4 Prozent zu. Unangefochten an der Spitze der bevorzugten Durstlöscher ist Mineralwasser mit Kohlensäure, das bei drei von vier Menschen in Deutschland auf der Einkaufsliste steht.

Der Gesamtabsatz der Mineralbrunnenbranche bezogen auf Mineralwasser, Heilwasser und zusätzlich Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke ist 2025 um 1,2 Prozent auf insgesamt 13,2 Milliarden Liter gestiegen, heißt es in einer Mitteilung. „Die deutschen Mineralbrunnen haben sich in einem herausfordernden Umfeld für Lebensmittel und Getränke behauptet und das Jahr 2025 mit einem deutlichen Absatzplus abgeschlossen“, erklärt Reichle dazu.

Rund 150 Betriebe mit 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sicherten dabei die Versorgung mit über 500 regionalen Mineralwässern. „Ich bin zuversichtlich, dass mit dem Vertrauen der Verbraucher in die Qualität und den Geschmack von Mineralwasser die Kategorie auch in den nächsten Jahren wachsen wird“, so Reichle. Im Jahr 2024 wurde in Deutschland laut Statistischem Bundesamt übrigens Wasser im Wert von insgesamt rund 2,9 Milliarden Euro produziert.

Natürliches Mineralwasser stammt laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aus unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen. „Es ist von ursprünglicher Reinheit und frei von Krankheitserregern“, heißt es bei der Behörde. Aufgrund des Gehaltes an Mineralstoffen, Spurenelementen und sonstigen Bestandteilen soll natürliches Mineralwasser bestimmte physiologische Wirkungen haben. Es ist dabei das einzige Lebensmittel in Deutschland, das amtlich anerkannt werden muss. Dafür muss ein Antrag mit umfassenden Informationen gestellt werden.

Öko-Test moniert Keime und Schwermetalle

Doch sind die deutschen Mineralwässer wirklich so gesund? Im Großen und Ganzen schon. So ergab eine Prüfung durch Stiftung Warentest im Sommer 2024 eine sehr gute Durchschnittsnote von 1,79. Die Prüfer hatten 29 Classic-Mineralwässer aus verschiedenen Regionen in Deutschland mit unterschiedlichen Mineralstoffgehalten. 25 Mineralwässer wurden dabei mit den Noten „sehr gut“  und „gut“ ausgezeichnet.

Öko-Test hingegen prüfte erst vor wenigen Monaten stille Mineralwassersorten. Auch diese Prüfer waren einerseits zufrieden – mehr als die Hälfte der 53 getesteten Sorten schnitt mit „sehr gut“ ab. Darunter fanden sich Eigenmarkenprodukte wie „Quellbrunn Naturell“ von Aldi und „Saskia Natürliches Mineralwasser Still“ von Lidl, aber auch „Aqua Römer Naturelle“.

Andererseits aber fanden sie durchaus auch Inhaltsstoffe, die sie für kritikwürdig hielten. „Nicht alle Mineralwässer sind sauber und ursprünglich rein“, schrieben sie. Denn auf dem Weg des Wassers durch die Gesteinsschichten können sich darin laut Öko-Test Schwermetalle wie Chrom und Arsen anreichern.

Zwar wurden die Grenzwerte nicht überschritten, die Prüfer fanden die Wassersorten trotzdem nicht empfehlenswert. Sie fanden darüber hinaus Keime und von außen eingetragene Süßstoffe in Wassersorten. Schlecht schnitten deshalb unter anderem „Naturalis Natürliches Mineralwasser Still“ von Netto, „Bio Kristall Still“ von Neumarkter Lammsbräu und „Gut & Günstig Natürliches Mineralwasser Still“ von Edeka ab.

Was das Etikett verrät

Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit finden sich auf dem Etikett von Mineralwasserflaschen nicht nur die Quelle, das Mindesthaltbarkeitsdatum, die Füllmenge und der Name des Brunnenbetreibers, sondern auch die Verkehrsbezeichnung. Sie gibt einen ersten Hinweis auf die Art des Mineralwassers. Sie kann „Natürliches Mineralwasser“ oder „Natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser“ lauten, auch Zusätze werden hier angegeben. Außerdem ist ein Analysenauszug, also die Angabe der analytischen Zusammensetzung unter Nennung der charakteristischen Bestandteile aufgedruckt und die vorgenommenen Behandlungsverfahren aufgeführt.