Beliebter Brotaufstrich
: Nutella wird vegan

Ferrero entwickelt eine neue Variante des Schokoaufstrichs. Was das Milchpulver ersetzen soll, ist geheim. Wo man zuerst probieren darf.
Von
Caroline Strang
Alba/Italien
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Nutella wird 60

Nutella wird 60 – und soll bald auch in einer pflanzenbasierten Version erhältlich sein.

Hendrik Schmidt/dpa

Die Nachricht, die Giorgio Santambrogio, Chef der italienischen Végé-Gruppe, einem Zusammenschluss von Großvertrieben, vor einigen Tagen auf dem Netzwerk LinkedIn verkündete, begann kryptisch. „Wenn Sie innovativ sind, müssen Sie darauf vorbereitet sein, dass Ihnen jeder sagt, Sie seien verrückt", schreibt er. Angst hätten er und seine Kollegen davor aber nicht, erklärt er weiter. Im Gegenteil, sie seien gerne Partner von Innovationen. „Nutella verändert sich, entwickelt sich weiter und hier ist die Einführung von Nutella auf pflanzlicher Basis“, fährt er fort und unterstreicht den Satz mit einem erschrocken schreienden, einem Herz- und einem Muskelprotz-Smiley.

Nutella soll es bald also in einer veganen Variante geben. Der Anteil von Magermilchpulver liegt laut Zutatenliste bei 8,7 Prozent. Womit das ersetzt werden soll, ist nicht bekannt. Ferrero verspricht allerdings laut italienischen Medien, dass Geschmack und Konsistenz auch in der neuen Rezeptur ähnlich sein sollen.

Ein Kilo pro Jahr

Der Schokoaufstrich ist beliebt, wenn auch nicht immer gut bewertet. Ungefähr ein Kilogramm isst jeder Verbraucher hierzulande im Schnitt pro Jahr. In der Verbrauchs- und Medienanalyse 2021 war Nuss-Nougatcreme nach Marmelade und Honig der drittbeliebtestes Brotaufstrich, 39 Prozent aßen ihn mehrmals pro Monat und öfter.

Im Jahr des Jubiläums, die Marke Nutella wird in diesem Jahr tatsächlich schon 60 Jahre alt, nun also diese Ankündigung. Laut dem Branchenmagazin Lebensmittelzeitung (LZ) soll die neue pflanzenbasierte Variante im Herbst erst auf dem italienischen Markt angeboten werden, der Heimat von Ferrero.

Und in Deutschland? Wird sie wohl auch kommen. Denn Ferrero Deutschland hat bereits im Dezember beim Deutschen Patent- und Markenamt in München eine neue Wort-Bild-Marke für eine pflanzenbasierte Nutella-Version beantragt. Wann es soweit sein wird, ist allerdings nicht bekannt.

Nutella steht immer wieder in der Kritik, weil die Creme Palmöl enthält. Zu seiner Gewinnung werden in vielen Ländern große Flächen Regenwald abgeholzt. Palmöl soll auch in der veganen Variante nicht ersetzt werden. Auch der hohe Zuckergehalt ruft Kritiker auf den Plan.

Die Ferrero-Gruppe schloss das Geschäftsjahr 2022/2023 mit einem von 17 Milliarden Euro ab - ein. Wachstum von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresumsatz. Die Zahl der Produktionsstätten wuchs von 32 im Vorjahr auf 37, während die Zahl der Mitarbeiter der Gruppe zum 31. August 2023 auf 47.212 Mitarbeiter, verglichen mit 41.441 zum 31. August 2022, anstieg.