Fahrplanwechsel am Wochenende: Veränderungen bei der Bahn

Es gibt eine neue ICE-Verbindung von München nach Amsterdam via Stuttgart und Ulm.
Martin Schutt/dpa- Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn: Neue Verbindungen, höhere Preise, längere Buchungszeiten.
- Neue ICE-Strecken: München-Amsterdam und Berlin-Paris, reduzierte Verbindungen in Baden-Württemberg.
- Ticketpreise steigen, Flextickets um 5,9%, Deutschlandticket auf 58 Euro.
- Stornogebühren für Flextickets, Fahrradmitnahme teurer.
- Regionale Änderungen: Neue Direktverbindung Mühlacker-Heidelberg, ICE zu Ferienzielen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
An diesem Wochenende steht der alljährliche Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn an. Der Staatskonzern will mit neuen Verbindungen etwa nach Paris und einer längeren Vorlaufzeit für Buchungen bei den Reisenden punkten. Allerdings steigen auch die Ticketpreise ein weiteres Mal deutlich. Es gibt wegfallende Strecken, aber auch bessere Verbindungen.
Ticketpreise
Wie bereits im Vorjahr hebt die Deutsche Bahn die Preise für Flextickets deutlich, behält die Einstiegspreise für Spartickets jedoch bei. Die günstigsten Super-Sparpreis-Tickets, die nicht stornierbar sind, gibt es so weiterhin für 17,99 Euro. Sparpreistickets, die bis einen Tag vor Reisebeginn für zehn Euro storniert werden können, kosten mindestens 21,99 Euro. Die Preise für die deutlich teureren Flextickets steigen im Schnitt um 5,9 Prozent.
Im vergangenen Jahr war die Preiserhöhung mit 4,9 Prozent geringer ausgefallen. 2022 waren die Flextickets ebenfalls 4,9 Prozent teurer geworden, 2021 waren es 2,9 Prozent gewesen.
Weitere preisliche Änderungen
Für Flextickets fallen künftig bei später Stornierung Gebühren an. Bis zu acht Tagen vor der Reise ist die Stornierung weiterhin kostenfrei, bis einen Tag vor der Reise werden zehn Euro fällig, eine Stornierung am Reisetag kostet künftig 30 Euro.
Die Preise für die Fahrradmitnahme im Fernverkehr steigen von derzeit 7,50 bis 12,90 Euro auf zwischen 7,99 und 14,99 Euro.
Zeitkarten für Pendler werden mit dem Fahrplanwechsel ebenfalls im Schnitt um 5,9 Prozent teurer. Die Preise der Rabattkarten Bahncard 25 und 50 bleiben stabil, regulär für die zweite Klasse sind das für die Bahncard 25 beispielsweise 62,90 Euro. Die Bahncard 100 verteuert sich um 6,6 Prozent. Für die zweite Klasse kostet sie nun 4899 Euro pro Jahr.
Preiserhöhung Deutschlandticket
Der Preis des Deutschlandtickets steigt zum 1. Januar unabhängig vom Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn von 49 auf 58 Euro pro Monat.
Früher buchen
Bislang konnten Tickets im Fernverkehr höchstens sechs Monate im Voraus gebucht werden. Bereits seit dem 16. Oktober sind Buchungen zwölf Monate im Voraus möglich.
Sparpreis-Tickets wieder ohne E-Mail-Adresse
Der Kauf von Sparpreis-Tickets am Schalter ist ab dem Fahrplanwechsel am Sonntag wieder ohne die Angabe einer E-Mail-Adresse möglichen. Seit Oktober vergangenen Jahres war die Angabe Pflicht, die Bahn beugte sich nun der Kritik von Fahrgastverbänden und Datenschützern.
Neue Verbindungen
Als Highlight des neuen Fahrplans preist die Bahn eine neue Direktverbindung zwischen Berlin und Paris an. Die Fahrt über Frankfurt, Karlsruhe und Straßburg dauert planmäßig acht Stunden. Außerdem gibt es eine neue ICE-Verbindung von München nach Amsterdam via Stuttgart und Ulm, geplante Fahrtzeit hier sieben Stunden. Auf der Strecke Berlin-Frankfurt gibt es zudem neue Sprinter-Verbindungen. Von den künftig insgesamt elf Direktverbindungen fahren drei gänzlich ohne Halt von der Hauptstadt an den Main.
Wegfallende Verbindungen
Wegen zurückgehender Pendlerzahlen kommt es bei manchen Fernverkehrsverbindungen zu wegfallenden Verbindungen, die auch Baden-Württemberg betreffen. So entfällt dauerhaft ein bereits seit Juli 2024 baubedingt nicht mehr angebotenes ICE-Zugpaar: Ab Kassel (4.59 Uhr) via Marburg, Gießen, Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg und Bruchsal nach Karlsruhe und abends zurück, wie die Deutsche Bahn mitteilte.
Ebenso müssten unter der Woche ein früher ICE von Karlsruhe (4.53 Uhr) nach Stuttgart (6.45 Uhr) sowie spätabends sonntags bis donnerstags ein ICE von Stuttgart (23.09 Uhr) nach Karlsruhe (23.52 Uhr) wegen zu geringer Nachfrage entfallen.
Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte, bedauerlich sei die Einstellung von IC-Pendlerzügen zwischen Stuttgart und Karlsruhe wegen zu geringer Nachfrage. „Aber das ist natürlich auch eine Folge des Deutschlandtickets, das in diesen Fernzügen ja nicht gilt.“
Ohne Umstieg nach Holland
Fahrgäste aus Württemberg können die Niederlande nun umsteigefrei per ICE erreichen. Der Zug fährt in Ulm (17.46 Uhr) ab und erreicht Amsterdam (23.29 Uhr).
Am Oberrhein gibt es statt der ICE-Direktverbindung Basel–Amsterdam, die infolge von Bauarbeiten seit Sommer nicht mehr angeboten wird, jetzt eine zusätzliche schnelle Direktverbindung beispielsweise nach und von Essen, Dortmund, Münster, Osnabrück und Bremen. In Freiburg komme der Zug um 14.01 Uhr aus Richtung Norden an. In die Gegenrichtung gehe es 15.56 Uhr. Diese Verbindung sei rund eine Stunde schneller als der zuvor durch das Mittelrheintal fahrende Eurocity zwischen der Schweiz und Hamburg, der deswegen künftig schon in Dortmund endet.
Karlsruhe sei Haltestation der neuen Direktverbindung Paris–Berlin, die die Deutsche Bahn zusammen mit der französischen SNCF anbietet. In der badischen Kommune halte der Zug 12.34 Uhr aus der französischen Hauptstadt kommend, nach Paris gehe es um 17.07 Uhr.
Verbesserung zwischen Stuttgart und Basel
Zwischen Stuttgart und dem Oberrhein wird es täglich eine zweite ICE-Direktverbindung geben. Der Zug fährt in Basel (8.27 Uhr) los, mit Halten in Müllheim im Markgräflerland, Freiburg, Offenburg und Karlsruhe. Ankunft in der Schwabenmetropole ist um 11.03 Uhr.
In der Gegenrichtung fährt der ICE ab Stuttgart (17.34 Uhr) via Bruchsal, Karlsruhe-Durlach und Hauptbahnhof neu weiter bis nach Baden-Baden, Offenburg, Freiburg und Basel SBB (20.17 Uhr). Damit wird die bisherige Direktverbindung „Badenkurier“ am frühen Morgen von und am späteren Abend nach Basel um ein weiteres Zugpaar verstärkt.
Das Oberrheintal soll auch besser an die Bundeshauptstadt angebunden werden. So ist jede Nacht beispielsweise ein ICE von Freiburg (20.55 Uhr) über Offenburg, Baden-Baden, Karlsruhe und Mannheim über Frankfurt hinaus neu weiter unter anderem über Hannover, Wolfsburg und Stendal nach Berlin (6.50 Uhr) geplant. In der Gegenrichtung ist um 23.28 Uhr Abfahrt in der Hauptstadt. Damit reagiere die Bahn auf die große Nachfrage nach Sitzwagen bei der bereits bestehenden Nachtzugverbindung zwischen der Schweiz und Berlin, hieß es.
Neues im Regionalverkehr
Das Land Baden-Württemberg vereinheitlicht die Produktkategorien im Regionalverkehr. Hieraus ergibt sich, dass die Zuggattung „Interregio-Express“ (IRE) zukünftig mit der bundesweit einheitlichen Bezeichnung „Regionalexpress“ (RE) verkehren wird. Im Netz der SWEG kommt es nach Angaben des Unternehmens unter anderem zu folgenden Änderungen: Der IRE 6 (Tübingen Hauptbahnhof – Stuttgart Hauptbahnhof) verkehrt künftig als RE6. Der RE 17b (Bruchsal – Mühlacker) heißt künftig RE 71 (Heidelberg – Bruchsal – Mühlacker)
Auf der Strecke zwischen Mühlacker und Heidelberg-Hauptbahnhof verkehrt ab Sonntag der RE 71. Er ersetzt den bisherigen RE 17b zwischen Bruchsal und Mühlacker, wodurch sich auch neue Abfahrtszeiten ergeben. Für Fahrgäste erschließt sich dadurch eine neue Direktverbindung von Mühlacker nach Heidelberg Hbf. – umgangssprachlich auch als „Fliegender Heidelberger“ bezeichnet –, die alle zwei Stunden verkehrt, wie die SWEG mitteilte.
ICE aus Norddeutschland in die Ferienziele
Nach Angaben der Deutschen Bahn werden beliebte Ferienziele wie St. Georgen, Villingen, Donaueschingen, Radolfzell und Konstanz das ganze Jahr über direkt und umsteigefrei angebunden. Beispielsweise aus Hamburg, Kassel, Frankfurt, Darmstadt und Heidelberg. Freitags und samstags für die Urlauberanreise, samstags und sonntags zurück in Richtung Heimat. Zu Ostern seien es zusätzliche Fahrten. Der ICE fahre zunächst für ein Jahr.
Ab Anfang März soll eine neue Direktverbindung von Ulm und Stuttgart über Berlin und Waren an der Müritz täglich nach Rostock starten. Abfahrt in der baden-württembergischen Landeshauptstadt sei um 10.51 Uhr, in Ulm eine dreiviertel Stunde früher. Zurück geht es von Rostock am späten Vormittag um 11.21 Uhr, wie das Staatsunternehmen weiter mitteilte.
