Eierfarben im Test
: Warnung vor bedenklichen Stoffen in Ostereierfarben

Bunte Eier gehören für viele in die Osterzeit. Öko-Test hat sieben verschiedene Farben getestet. Nur eine Marke ist dabei uneingeschränkt empfehlenswert.
Von
Nicole Kauer
Ulm
Traditionelles Ostereier f?rben: Traditionelles Ostereier f?rben Kurz vor dem Ostersonntag werden traditionell die Eier bunt gef?rbt. Es ist ein Highlight f?r die ganze Familie. Leer Niedersachsen Deutschland *** Traditional Easter egg dyeing Shortly before Easter Sunday, eggs are traditionally dyed in bright colors Its a highlight for the whole family Leer Niedersachsen Germany Copyright: xdiebildwerftx

Wer zum Osterfest Eier färben möchte, dem steht eine große Auswahl an Farben zur Verfügung. Doch einige enthalten bedenkliche Substanzen. (Symbolbild)

IMAGO/diebildwerft
  • Öko-Test prüfte sieben Tauchfarben für Ostereier – kein Produkt überzeugte vollständig.
  • Fünf Produkte nutzten kritische Azofarbstoffe; teils drangen Farben durch die Schalen.
  • Heitmann „Knallig-bunte Farben“: viel Verpackungsmüll, umständliche Anwendung, „ausreichend“.
  • Ökonorm Nawaro färbt mit natürlichen Stoffen, ist bei Inhaltsstoffen uneingeschränkt empfehlenswert.
  • Naturtöne möglich: Rotkohl, Spinat, Kurkuma und anderes Gemüse liefern blasse, aber sichere Farben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Osterfest ohne bunte Eier? Für viele unvorstellbar. Schon das Färben selbst sorgt bei vielen für Freude. Eine Möglichkeit, die Eier kunterbunt zu bekommen, besteht darin, sie in ein farbiges Bad zu tauchen. Dazu werden Tabletten, Stäbchen, Pulver oder Farblösungen in Wasser aufgelöst, meist mit ein wenig Essig, und die Eier untergetaucht. Nach einigen Minuten färben sich die Schalen blau, rot oder grün.

Öko-Test hat aktuell sieben solcher Tauchfarben getestet, um herauszufinden, wie gut diese Eierschalen färben und mit welchen Farbstoffen das passiert. Zwischen 69 Cent und 4,95 Euro zahlten die Tester pro Packung. Für das Ergebnis war neben der Analyse der Stoffe ebenso relevant, ob die Anleitung verständlich ist und wie aufwendig sich das Färben gestaltet. Bei den Farben selbst ging es darum, wie gleichmäßig und deckend sie sind und ob das tatsächliche Farbergebnis mit dem auf der Verpackung übereinstimmt.

Das Resultat: Kein Produkt überzeugt auf allen Ebenen. Die Prüfer kritisieren bedenkliche Farbstoffe und Schwächen im Praxistest. Vier Marken erreichen zumindest ein gutes Gesamturteil. Immerhin zwei der Produkte färben ausschließlich mit natürlichen Farbstoffen. Am schlechtesten schneiden zwei Farben eines Anbieters ab, die von Öko-Test nur mit „ausreichend“ bewertet werden.

Farbstoffe, die Kinder hyperaktiv machen

Öko-Test prüfte zudem, ob unnötiges Plastikzubehör enthalten ist. Eine Marke fällt unter diesem Aspekt besonders negativ auf: die Heitmann „Eierfarben Knallig-bunte Farben“. Die Prüfer bemängeln neben dem vielen Verpackungsmüll, dass die Durchführung umständlich sei, da warmes Wasser dosiert in Beutel gegeben werden muss und sich Verschlussclips daran nur schwer anbringen lassen. Zudem haben Gelb und Grün nur geringe Deckkraft. Blau sei zwar intensiv, aber sehr unterschiedlich im Ton. Das alles bewertet Öko-Test mit „ausreichend“.

Mit welchen Stoffen Eierschalen gefärbt werden dürfen, regelt in der EU die Verordnung über Lebensmittelzusatzstoffe. Diese Farbstoffe sind alle für Lebensmittel zugelassen. Die meisten sind unbedenklich, doch es gibt auch umstrittene Substanzen. So stehen einige der sogenannten Azofarbstoffe in der Kritik, weil Studien darauf hinweisen, dass sie Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen bei Kindern hervorrufen können.

Fünf Produkte enthalten kritische Farbstoffe

Dazu zählen Tartrazin (E 102), Gelorange S (E 110), Azorubin (E 122), Cochenillerot A (E 124) und der synthetische Farbstoff Chinolingelb (E 104). In fünf der sieben Produkte kritisiert Öko-Test die Verwendung eines oder mehrerer dieser Stoffe. Auch die Verbraucherzentrale Hessen kritisiert diese Färbemittel und fordert „ein EU-weites Verbot für den Einsatz von Azofarbstoffen in Lebensmitteln und Lebensmittelfarbstoffen“.

Lebensmittel, die diese enthalten, müssen gekennzeichnet werden. Da bei den Eiern nur die Schale gefärbt wird, sind die Ostereierfarben von dieser Regel ausgenommen. Im Labor der Ökotester hat sich allerdings herausgestellt, dass etliche Farben durch die Eierschalen dringen können.

Bei einer Marke ist das besonders aufgefallen, dem Eierfarben-Set der Firma Rayher. Es enthält gleich vier kritische Farbstoffe, die alle durch die Schale hindurchfärben. Insgesamt erhält das Produkt das Ergebnis gut, denn die durchdringende Farbe, sowie die kritischen Farbstoffe machen nur einen Aspekt des Tests aus.

Ostereier mit Hasenfutter färben

Für bunte Ostereier sind Azofarbstoffe gar nicht unbedingt nötig. Das zeigen die Eierfarben der Marke Ökonorm Nawaro. In Bezug auf Inhaltsstoffe ist das die einzige der getesteten Marken, die uneingeschränkt empfehlenswert ist. Zwar leuchten die Farben nicht ganz so intensiv, doch die untersuchten Farben entsprechen der Abbildung auf der Verpackung. Im Praxistest bekommt das Färbemittel die Note „sehr gut“. Dabei beobachten die Prüfer allerdings, dass sich die Farben, vor allem das Gelb, schlecht lösen. Insgesamt erhält das Produkt das Gesamturteil „gut“.

Wer bereit ist, Leuchtkraft einzubüßen, kann auf die Farben der Natur zurückgreifen, etwa mit Gemüse wie Rote Bete, Zwiebeln oder Karotten. Rotkohl färbt die Eier bläulich, Spinat liefert hellgrüne Farbe und Kurkuma taucht die Eier in ein Gelb.

Deutsche essen immer mehr Eier

Pro Kopf verzehrten die Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr im Schnitt 252 Eier, teilt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) mit. Das waren vier Eier mehr als im Vorjahr, als auch schon ein Anstieg verzeichnet worden war. Seit 2022 nimmt der Konsum der Behörde zufolge zu. Damals lag der Durchschnitt noch bei 234 Eiern. Insgesamt wurden 2025 rund 21 Milliarden Eier gegessen. Die Zahlen umfassen auch verarbeitete Eier. Um diese Nachfrage zu decken, importiert Deutschland mehr als ein Viertel des Bedarfs. Wichtigstes Importland sind die Niederlande mit einem Anteil von knapp 70 Prozent.