Konzern im Visier Russlands
: Daimler Truck auf „schwarzer Liste“ aus Moskau – das sind die Hintergründe

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck ist auf Russlands Sanktionsliste gelandet. Hintergrund sind wohl Lieferungen an die Ukraine.
Von
rom/dpa
Leinfelden/Neu-Ulm
Jetzt in der App anhören
Daimler-Truck-Zentrale: ARCHIV - 08.05.2025, Baden-Württemberg, Leinfelden-Echterdingen: Das Logo des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck vor der Firmenzentrale in Leinfelden-Echterdingen. (zu dpa: «Daimler Truck landet auf Moskaus Sanktionsliste») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Daimler-Truck-Zentrale in Leinfelden-Echterdingen: Der Nutzfahrzeughersteller wird von Russland bestraft.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Russland setzt Daimler Truck auf Sanktionsliste: Handel und Zahlungen verboten.
  • Grund laut russischer Zeitung: Lkw-Lieferungen an die Ukraine.
  • Daimler Truck zog sich 2022 aus Russland zurück, verkaufte Kamaz-Anteile 2024.
  • Folgen der Sanktionen für das Unternehmen noch unklar.
  • Neu-Ulmer Bussparte bleibt erfolgreich, Elektrobussparte mit guten Zukunftsaussichten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die russische Regierung hat den deutschen Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck, zu dem auch Daimler Buses (früher Evobus) in Neu-Ulm gehört, auf eine Sanktionsliste gesetzt. Der entsprechende Regierungserlass stammt von vergangenem Freitag, wurde aber erst am Montag (30. Juni 2025) veröffentlicht. Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat der Westen Sanktionen gegen Moskau verhängt. Als Antwort hat auch der Kreml eine eigene Sanktionsliste mit westlichen Unternehmen erstellt.

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers wirken sich die Sanktionen aber nicht auf das laufende Geschäft aus. „Wir haben keinerlei Geschäftsaktivitäten in Russland mehr“, teilte der Sprecher des Dax-Konzerns aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit.

Rechnungen aus Russland müssen nicht mehr bezahlt werden

Durch die Sanktionen ist jeglicher Handel mit einem betroffenen Unternehmen untersagt. Zahlungsverpflichtungen gegenüber solchen Konzernen sind nichtig. Zu Russlands Gründen lägen dem Unternehmen keine Anhaltspunkte vor, sagte der Sprecher, offiziell wurden ebenfalls keine genannt. Die Regierungszeitung „Rossiskaja Gaseta“ berichtet aber, dass der Konzern Lkw an die ukrainischen Streitkräfte geliefert habe.

Daimler Truck habe unmittelbar nach Beginn des Angriffskriegs beschlossen, sämtliche Geschäftsaktivitäten in und mit Russland einzustellen. Der Verkauf der Beteiligung am russischen Lkw-Produzenten Kamaz in Höhe von 15 Prozent sei 2024 durch die Mercedes-Benz Group erfolgt. Daimler Truck hatte bis zur Abspaltung 2021 zum Stuttgarter Daimler-Konzern gehört.

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck durchlebt derzeit durchaus unsichere Zeiten. Die Zollpolitik Donald Trumps und allgemeine Verunsicherung setzen dem Unternehmen zu, die Aussichten speziell auf dem US-Markt sind schlecht. Zuletzt kündigte Daimler Truck einen Stellenabbau und ein Abfindungsprogramm an. Davon ausgenommen ist allerdings die Bussparte mit ihrem Werk in Neu-Ulm – hier boomt das Geschäft weiterhin, die Zukunftsaussichten sind wegen des guten Absatzes bei Elektrobussen gut.