Sparprogramm
: Daimler Truck plant Stellenabbau mit Abfindungsprogramm

Freiwilliger Stellenabbau, flexiblere Personaleinsätze und eine verlängerte Beschäftigungssicherung bis 2034. Von dieser Einigung sind rund 28.000 Beschäftigte in Deutschland betroffen – das Busgeschäft ist ausgenommen.
Von
libo, dpa
Ulm
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Daimler Truck Zentrale

Daimler Truck Zentrale.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Daimler Truck plant Stellenabbau mit Abfindungsprogramm.
  • 28.000 Beschäftigte in Deutschland betroffen, Bus-Geschäft ausgenommen.
  • Einsparungen von über 1 Milliarde Euro bis 2030.
  • Kündigungen bis 2034 ausgeschlossen, Abfindungsprogramm geplant.
  • Mitarbeiterbeteiligung am Unternehmenserfolg wird erhöht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat sich mit dem Gesamtbetriebsrat auf zentrale Veränderungen für die deutschen Standorte verständigt. Ziel: Die Wettbewerbsfähigkeit in Europa stärken. Vereinbart wurden unter anderem ein sozialverträglicher Personalabbau, mehr Flexibilität beim Personaleinsatz und neue Regelungen bei der Vergütung, berichtet die Deutsche Presseagentur.

Die Maßnahmen betreffen rund 28.000 Beschäftigte an fünf Standorten in Deutschland: Gaggenau, Kassel, Mannheim, Stuttgart und Wörth. Das Bus-Geschäft ist von den Plänen ausgenommen.

Milliardeneinsparungen bis 2030

Der Hintergrund: Die zuletzt schwächelnde Marke Mercedes-Benz Trucks soll durch das Sparprogramm „Cost Down Europe“ wieder gestärkt werden. Geplant ist, die laufenden Kosten bis spätestens 2030 um mehr als eine Milliarde Euro zu senken. Neben Materialkosten geht es dabei auch deutlich um Personalkosten – in der Produktion, aber auch in Zentrale, Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung.

Sozialverträglicher Abbau statt Kündigungen

Laut Daimler Truck-Vorstand Achim Puchert wird in der Produktion vor allem auf natürliche Fluktuation und Altersteilzeit gesetzt. In anderen Bereichen sei ein freiwilliger, sozialverträglicher Abbau allerdings notwendig. Wie viele Stellen abgebaut werden sollen, blieb zunächst offen.

Klar ist aber: Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2034 ausgeschlossen. Diese Verlängerung der Beschäftigungssicherung sei ein zentrales Anliegen des Betriebsrats gewesen, betonte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht. Für Betroffene werde zudem ein Abfindungsprogramm mit doppelter Freiwilligkeit erarbeitet.

Vergütung, Leiharbeit und mögliche Auslagerungen

Weitere Eckpunkte der Einigung:

  • Tarifliche Anpassungen: Ein Teil der Tariferhöhung 2026 wird mit bestehenden Zulagen verrechnet.
  • Leiharbeit: Die Quote wurde auf 18 Prozent erhöht. Derzeit arbeiten rund 700 Leihkräfte an den deutschen Standorten – vor allem außerhalb der Produktion.
  • Auslagerung von Verwaltungsleistungen: Dienstleistungen könnten künftig an andere Standorte oder extern vergeben werden – aber nur nach sorgfältiger Prüfung von Wirtschaftlichkeit und Risiken. Der Betriebsrat bleibt beteiligt.

Mitarbeiter sollen am Unternehmenserfolg beteiligt werden

Wichtig für die Arbeitnehmervertretung: Künftig soll die Belegschaft stärker an der Ergebnisbeteiligung teilhaben. Wenn Mitarbeitende zum Erfolg des Unternehmens beitragen, sollen sie auch davon profitieren, so Brecht.

Insgesamt zeigen sich beide Seiten zufrieden. Vorstand Achim Puchert spricht von einer „guten Perspektive für die deutschen Standorte“, Betriebsratschef Brecht sagt: „Wir schaffen Sicherheit in unsicheren Zeiten.“