Der Koffer kostet: Kein Gratis-Gepäck mehr in der Kabine bei der Lufthansa

Viele Urlauber und Geschäftsreisende beschränken sich bei ihrem Flug bislang auf ein Gepäckstück in der Kabine.
Sascha Thelen/dpa-mag/dpa- Lufthansa führt auf Kurz- und Mittelstrecken einen „Economy Basic“-Tarif ein.
- Kostenlos ist nur ein persönlicher Gegenstand bis 40x30x15 cm, z.B. Rucksack.
- Hand- oder Aufgabegepäck kostet zusätzlich, Mindestpreis liegt bei 15 Euro.
- Bisher war ein 55x40x23 cm Handgepäck bis acht Kilo im günstigsten Tarif üblich.
- Verbraucherschützer und EU-Parlament drängen auf kostenloses Handgepäck in der Kabine.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Lufthansa streicht auf ihren Kurz- und Mittelstreckenflügen die bislang kostenfreie Mitnahme eines kleinen Kabinenkoffers. Es werde bei allen Airlines der Gruppe ein neuer „Economy Basic“-Einstiegstarif eingeführt, der nur einen kleinen persönlichen Gegenstand wie eine Laptop-Tasche oder einen Rucksack enthalte, teilte das Unternehmen mit.
Lufthansa begründet den Schritt mit dem veränderten Verhalten der Passagiere. Gerade für Tagesreisende bilde der neue Tarif eine zusätzliche Wahlmöglichkeit zum attraktiven Einstiegspreis. Der persönliche Gegenstand darf höchstens 40x30x15 Zentimeter groß sein. Zusätzliches Hand- oder Aufgabegepäck kostet als Zusatzleistung mindestens 15 Euro.
Viele Urlauber und Geschäftsreisende beschränken sich bei ihrem Flug bislang auf ein Gepäckstück in der Kabine, auch um nach der Ankunft sofort den Flughafen verlassen zu können und nicht am Gepäckband auf einen Koffer warten zu müssen. Bisher war es im günstigsten Lufthansa-Tarif Economy Light üblich, die standardmäßige Handgepäcksgröße von 55x40x23 cm mit maximal acht Kilo Gewicht mitzunehmen.
Klagen der Verbraucherschützer
Mit dem neuen Angebot begibt sich Lufthansa auf das Angebotsniveau der Air France aber auch von Billigfliegern wie Norwegian Air, Ryanair, Transavia, Volotea, Easyjet, Wizz oder Vueling. Diese letztgenannten Gesellschaften sind vom europäischen Verbraucherverband BEUC wegen ihrer strengen Handgepäckregeln abgemahnt worden. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2014 darf für Handgepäck selbst beim günstigsten Ticket keine zusätzliche Gebühr erhoben werden.
Verbraucherschützer wollen mit Prozessen sogar erreichen, dass jeder Passagier neben dem persönlichen Gegenstand noch einen Handgepäckkoffer mit in die Kabine nehmen darf. Dies sei „angemessen“. Das EU-Parlament will ebenfalls zu einer kleinen Tasche, die sich unter dem Sitz verstauen lässt, auch ein maximal sieben Kilogramm schweres Handgepäck in der Kabine erlauben. Die EU arbeitet seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs 2014 an einer Reform der Fluggastrechte.
Diese Pläne lehnt unter anderem der Airline-Verband A4E ab, dem auch die Lufthansa angehört. Der Verband argumentiert, dass die Billigtarife mit einem Mini-Gepäckstück millionenfach von Konsumenten gebucht würden. Sie dürften nicht gezwungen werden, für Leistungen zu bezahlen, die sie gar nicht benötigten. Billig-Airlines fürchten vermutlich um ihr Geschäftsmodell mit Zusatzeinnahmen durch Gebühren für Gepäck. Oft sind Flüge billig, das Gepäck muss im Verhältnis teuer bezahlt werden.

