Daimler Truck: Lkw- und Bus-Hersteller streicht 5000 Stellen in Deutschland

Leinfelden-Echterdingen: Ein Logo des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck steht vor der Firmenzentrale. Jetzt wurde der Abbau tausender Stellen verkündet.
Bernd Weißbrod/dpa- Daimler Truck plant bis 2030 den Abbau von 5000 Stellen in Deutschland.
- Ziel: Profitabilität steigern, Widerstandsfähigkeit stärken, Free Cash Flow um 50 % erhöhen.
- Bussparte, z. B. Werk Neu-Ulm, bleibt vom Stellenabbau unberührt.
- Nutzfahrzeugabsatz sank im 2. Quartal um 5 %, vor allem in Nordamerika (-20 %).
- Verkäufe von Mercedes-Benz Trucks stabil, Trucks Asia und Busse mit Absatzplus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Daimler Truck will bis 2030 ungefähr 5000 Stellen in Deutschland streichen. Das teilte der Nutzfahrzeug- und Bus-Hersteller auf seinem Kapitalmarkttag in Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) mit. Einem Sprecher zufolge sollen die Stellen weitgehend über natürliche Fluktuation und Altersteilzeit abgebaut werden. Aber auch gezielte Abfindungsprogramme seien möglich, hieß es.
Auf dem Kapitalmarkttag präsentiert Daimler Truck seine weiterentwickelte Konzernstrategie. Diese basiert auf fünf strategischen Säulen und soll die Profitabilität und Widerstandsfähigkeit des Unternehmens steigern. Im Zuge dieser Strategie setzt sich Daimler Truck ambitionierte Finanzziele für 2030.
Profitabilität steigern
Durch die Konzentration auf diese neuen strategischen Prioritäten will Daimler Truck nach eigenen Angaben seine Profitabilität steigern, seine Widerstandsfähigkeit stärken und den Free Cash Flow im Industriegeschäft bis 2030 um 50 Prozent erhöhen. Die Bussparte mit seinem größten Werk in Neu-Ulm dürfte von dem Stellenabbau nicht betroffen sein.
Am Montag, 7. Juli, hatte Daimler Truck mitgeteilt, auch im zweiten Quartal weniger Nutzfahrzeuge verkauft zu haben. Der Absatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 106.715 Stück. Im Nordamerika-Geschäft sackte der Absatz sogar um 20 Prozent ab. Bei Mercedes-Benz Trucks blieb er hingegen fast stabil, und Trucks Asia legte sogar um 13 Prozent zu. Der Verkauf von Bussen wuchs dagegen um fünf Prozent.
Bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für 2024 sagte die Finanzchefin des Konzerns, Eva Scherer, dass von Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen vor allem Deutschland betroffen sei. Die ergriffenen Maßnahmen der vergangenen Jahre seien bisher noch nicht ausreichend gewesen. Es werde einen Stellenabbau geben, ergänzte Daimler Truck-Chefin Karin Rådström. Wie viele Stellen der Hersteller von Lastwagen und Bussen streichen will, war bislang nicht bekannt. In dem Papier haben sich Daimler Truck und Arbeitnehmervertreter auch darauf geeinigt, dass es bis Ende 2034 keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll.
Breite Kostensenkungsmaßnahmen
Von dem Sparprogramm „Cost Down Europe“ bei der zuletzt schwächelnden Marke Mercedes-Benz Trucks sind sowohl die Produktion als auch die Zentrale, Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung betroffen. Gesenkt werden sollen neben den Personalkosten beispielsweise auch die Kosten für Material, Verwaltung, IT-Infrastruktur sowie Forschung- und Entwicklung.
Es gibt insgesamt fünf Standorte in Deutschland: Gaggenau, Kassel, Mannheim, Stuttgart und Wörth. Der letztere Standort in Rheinland-Pfalz ist das größte Montagewerk für Lkw. Insgesamt sollten die wiederkehrenden Kosten um mehr als eine Milliarde Euro bis spätestens 2030 dauerhaft gesenkt werden.
