Cremes im Test
: Welche After-Sun-Lotionen die Haut beruhigen – und welche ihr schaden

Wer bei After-Sun-Lotionen zu teuren Marken greift, bekommt nicht automatisch die beste Qualität. Ein aktueller Test zeigt: Gerade Eigenmarken erzielen gute Ergebnisse – während einzelne Produkte problematische Inhaltsstoffe aufweisen.
Von
Paul Fideler
Berlin
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Sonnencreme

Nach dem Sonnenbad greifen viele zur After-Sun-Lotion. Öko-Test hat die Produkte unter die Lupe genommen.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Öko-Test prüfte 20 After-Sun-Lotionen auf Inhaltsstoffe und Deklaration.
  • Ergebnis: Über drei Viertel schnitten „gut“ oder „sehr gut“ ab.
  • Durchgefallen: Garnier Ambre Solaire „ungenügend“, Hawaiian Tropic „mangelhaft“.
  • Beanstandet wurden Galaxolid, teils Tonalid und MOAH sowie synthetische Polymere.
  • Günstige Eigenmarken überzeugten – Kauflands Bevola wurde Testsieger und günstigstes Produkt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Here Comes The Sun“, sangen die Beatles schon im Jahr 1969. Hier kommt die Sonne also – 57 Jahre später sind die Zeilen aktueller denn je. Denn derzeit scheint die Sonne unermüdlich. Für die Haut wird das schöne Wetter allerdings zur Belastung, durch die viele Sonneneinstrahlung verliert sie Feuchtigkeit. Darum greifen viele Sonnenanbeterinnen und -anbeter zu After-Sun-Lotionen, die die strapazierte Haut genau damit versorgen sollen. Aber welche Produkte sind am besten für den Körper?

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 20 After-Sun-Lotionen getestet, darunter sechs mit Naturkosmetik-Siegel. Alle Produkte wurden auf die Hautverträglichkeit ihrer Inhaltsstoffe sowie die vorschriftsmäßige Deklaration untersucht. An den Rezepturen der meisten Produkte sei nichts auszusetzen, so das Fazit. Mehr als drei Viertel erhielten die Noten „gut“ und „sehr gut“. Zwei Lotionen erhielten jedoch die Bewertung „befriedigend“, während zwei weitere Produkte im Test sogar durchfielen.

Sind After-Sun-Lotionen schädlich?

Das schlechteste Ergebnis im Test erhielten die Hawaiian Tropic Hydrating After Sun Lotion von Wilkinson Sword („mangelhaft“) und die Ambre Solaire After Sun Feuchtigkeits-Milch des französischen Herstellers Garnier („ungenügend“). In beiden Produkten wies Öko-Test den künstlichen Moschusduft Galaxolid nach. Zudem enthalte die Lotion von Wilkinson einen geringen Gehalt von Tonalid. Laut Öko-Test stünden die beiden polyzyklischen Moschusverbindungen im Verdacht, sich im menschlichen Fettgewebe anzureichern und das Hormonsystem zu beeinträchtigen. Außerdem gebe es Hinweise auf eine leberschädigende Wirkung.

Die EU-Kommission prüft derzeit eine Einstufung der Duftstoffe als „wahrscheinlich reproduktionstoxisch beim Menschen“. Sollte das geschehen, so Öko-Test, könnte es zu einem Verbot der Stoffe in Kosmetikprodukten kommen. In der Lotion von Garnier wies Öko-Test neben Galaxolid auch Mineralölbestandteile von der Sorte der aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nach. In dieser Stoffgruppe, so das Verbrauchermagazin, könnten sich auch krebserregende Verbindungen befinden. Allerdings sei nicht sicher, ob diese über die Haut aufgenommen werden. In die After-Sun-Lotion gelangten MOAH häufig als Verunreinigung von Paraffinen, also Mineralölen.

Die besten After-Sun-Lotionen sind nicht teuer

Doch damit nicht genug. Öko-Test bemängelt weiter, dass synthetische Polymere in den beiden Produkten enthalten sind. Diese könnten die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Zudem bauten sich die Polymere nur sehr langsam in der Umwelt ab, von Kläranlagen würden sie nur unvollständig herausgefiltert. Neben Wilkinson Sword und Garnier waren die Verbindungen auch in den Lotionen von Biotherm (Biotherm Oligo-Thermal After-Sun-Milk) und Douglas (Douglas Sun After Sun Refreshing Body Lotion) zu finden. Beide erhielten von Öko-Test die Bewertung „befriedigend“.

Während einige Markenprodukte enttäuschen, stehen günstige Eigenmarken der Drogerieketten auf der Sonnenseite der Liste. Das bestätigt Sarah Becker, Ernährungswissenschaftlerin bei Öko-Test: „Die Preisunterschiede zwischen After-Sun-Lotionen sind immens. Dabei gibt es sehr gute Produkte in unserem Test bereits ab 1,24 Euro für 200 Milliliter.“ So ist die Bevola Après Lotion von Kaufland Testsieger und zugleich die billigste getestete After-Sun-Lotion. Zum Vergleich: Die als „mangelhaft“ bewertete Lotion von Wilkinson Sword kostet 9,09 Euro pro 200 Milliliter.

Was unterscheidet Bodylotionen von After-Sun-Lotionen?

After-Sun-Lotionen enthalten laut Öko-Test mehr Wasser und feuchtigkeitsbindende Wirkstoffe, etwa Glycerin oder Hyaluronsäure anstatt abdichtender Öle. Andere feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe wie Bisabolol, Panthenol, Allantoin und Aloe vera seien ebenfalls häufig zu finden. Ein Teil der Hersteller setze auch kühlende Bestandteile oder Pflanzenextrakte ein, die angeblich die Regeneration der Haut unterstützen sollen. Der Hauptunterschied liege allerdings im Preis. After-Sun-Lotionen, so Öko-Test, seien im Schnitt deutlich teurer als Bodylotionen.

Kein Ersatz für Sonnencreme

Keine After-Sun-Lotion, so Öko-Test, könne die Schäden von zu viel Sonne ungeschehen machen. Dringen UV‑Strahlen über längere Zeit in die Zellen der Haut ein, hinterlassen sie dort bleibende Schäden, beschleunigen die Hautalterung und steigern das Risiko für Hautkrebs.

Das richtige Maß an Sonne und ein ausreichender Schutz vor UV-Strahlung durch Kleidung oder Sonnencreme sollten deshalb immer an erster Stelle stehen. War die Haut in der Sonne, brauche sie danach Feuchtigkeit. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, spätestens ab einem UV-Index von 8 im Haus zu bleiben.