Comeback der Kultmarke
: Tupperware wagt Neustart – auch in Deutschland

Nach dem Insolvenzantrag soll nun das Comeback gelingen. Wie es der neue Chef schaffen will und was ganz neu angeboten wird.
Von
Caroline Strang,
dpa
Paris
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Tupperware Brands Corp Files For Bankruptcy: SAN RAFAEL, CALIFORNIA - SEPTEMBER 18: Tupperware food storage products are displayed on a shelf for sale at a store on September 18, 2024 in San Rafael, California. Orlando-based food storage company Tupperware filed for Chapter 11 bankruptcy as sales declined.   Justin Sullivan/Getty Images/AFP (Photo by JUSTIN SULLIVAN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Vor einem Jahr hat Tupperware in den USA Insolvenzantrag gestellt.

JUSTIN SULLIVAN/AFP
  • Tupperware wagt Neustart in Europa: Vertrieb läuft in Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und Polen.
  • Tupperware France verlässt Insolvenzverfahren; Sanierungsplan gerichtlich genehmigt.
  • Neues Sortiment: Edelstahl-, Glas- und recycelte Kunststoffbehälter ergänzen das Angebot.
  • 20.000 Verkaufsberater*innen starten wieder; Jahresumsatz von 100 Mio. Euro bis Ende 2023 angestrebt.
  • Traditioneller Direktvertrieb wird erweitert: Online-Verkauf und stationärer Handel seit 2022.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch wenn sonst alle über Krisen, Schulden und Politik sprechen, gebe es eine gute Nachricht, schreibt der französische Investor Cedric Meston auf dem Netzwerk LinkedIn: „Tupperware France kommt aus dem Insolvenzverfahren und macht sich auf, Europa zu erobern.“ Auf dem Foto dazu sieht man ihn inmitten jubelnder Tupperware-Verkäuferinnen.

Der Unternehmer wagt mit dem französischen Zweig des insolventen US-Frischhaltedosenspezialisten Tupperware den Neustart in mehreren europäischen Ländern, wie er bereits vorab angekündigt hatte. Außer in Frankreich und Deutschland laufe der Vertrieb auch in Belgien, Italien und Polen wieder an, teilte er mit.

Das Insolvenzverfahren für Tupperware France sei abgeschlossen und das Gericht habe den Sanierungsplan genehmigt, erklärt er weiter. 20.000 der eigenständig agierenden Verkaufsberaterinnen und -berater gingen in den jeweiligen Ländern wieder an den Start. Bis Ende dieses Jahres werde weiterhin ein Jahresumsatz von 100 Millionen Euro angestrebt.

Neue Behälter aus Edelstahl und Glas

Das Unternehmen mit seiner Logistik und seinen Vertriebsinstrumenten sei von Grund auf neu aufgebaut worden. Auch das Produktangebot wurde demnach über die bisherigen Kunststoffdosen hinaus auf Behälter aus Edelstahl, Glas und recyceltem Kunststoff erweitert. Der Gründer und Unternehmer Meston (31) hatte Tupperware France mit Geschäftspartnern im März mit dem Plan eines schnellen Durchstarts übernommen. Meston ist Mitbegründer der Marke für pflanzliche Fleischersatzprodukte HappyVore.

Tupperware sieht er nun als Beispiel dafür, wie man in einem unsicheren Umfeld „durch Übernahmen und Restrukturierungen viel Wert schaffen kann. Jedes gerettete Unternehmen bedeutet Arbeitsplätze, Know-how und Gebiete, die sich weiterentwickeln“, meint er.

Tupperware, ein Pionier bei Plastik-Gefäßen für Lebensmittel, wurde 1946 gegründet und ist mit dem Direktverkauf groß geworden: Tupperware-Partys, bei denen Verkaufsberater die Dosen und andere Küchenartikel unters Volk bringen. Der Großteil der Erlöse kam aus solchem Direktmarketing. Durch den sturen Fokus auf das langjährige Erfolgsrezept wurden aber lange Chancen unter anderem im Online-Handel verpasst. Erst 2022 fing Tupperware an, Produkte unter anderem bei Amazon online zu verkaufen, und suchte auch den Weg in Regale stationärer Händler. Vor einem Jahr musste Tupperware in den USA einen Insolvenzantrag stellen.