Tanken mit Frittenfett
: Bundesrat stimmt Einführung von Biodiesel zu

Die Entsorgung des gebrauchten Fettes aus der Fritteuse wird künftig einfacher: Bald kann es einfach in den Tank gegossen werden! - Als Biodiesel.
Von
David Hahn
Berlin
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Der Bundesrat hat am Freitag, dem 22. März, der Einführung von Biodiesel zugestimmt.

Sven Hoppe/dpa

Altes Frittenfett einfach in den Tank kippen? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Aus den Pflanzenölen muss zuerst noch Biodiesel hergestellt werden. Dieser soll dann aber im Straßenverkehr verwendet werden können. Der Bundesrat hat heute, am 22. März 2024, einer Verordnung der Bundesregierung zugestimmt, die den Weg für die Einführung von Biodiesel frei macht. Autofahrer werden damit künftig auch Diesel tanken können, der zu 100 Prozent aus Abfallstoffen wie Frittenfett hergestellt wurde.

Bundesrat stimmt Einführung von Biodiesel zu

Sogenannte paraffinische Dieselkraftstoffe, die aus Abfallstoffen und Pflanzenölen hergestellt werden, werden damit auch als Reinkraftstoff zugelassen. Bislang konnten sie dem herkömmlichen Diesel nur beigemischt werden. Nach der neuen Verordnung dürfen sie künftig auch in 100-prozentiger Konzentration angeboten werden.

Klimafreundliche CO₂-Einsparungen

Da Biodiesel weniger CO₂ verursacht als herkömmlicher Diesel, soll auf diese Weise auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Fraglich ist allerdings, in welchem Umfang der neue Treibstoff künftig verfügbar sein wird. Laut Bundesumweltministerium werden Altspeiseöle - beispielsweise aus der Gastronomie - bereits heute vollständig als Beimischung im Verkehr eingesetzt.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sprach gleichwohl von einem „guten Tag für die Umwelt und das Klima“. Erneuerbare Kraftstoffe könnten einen maßgeblichen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele im Verkehrssektor leisten, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller. „Auf dem Weg zu klimaneutralem Verkehr sind erneuerbare Kraftstoffe die passende und dringend notwendige Ergänzung zur tragenden Säule Elektromobilität.“

(Mit Material der dpa und AFP)