Es gibt schlimme Schicksale in dieser harten, kalten und ungerechten Welt. Und sehr schlimme. So muss eine Porsche-Fahrerin hinnehmen, dass sie nicht mit ihrem Sportwagen an den Gardasee fahren kann, sondern mit ihrem BMW – auch wenn dieser kein Cabrio ist. Dies hat der Bundesgerichtshof nun höchstrichterlich entschieden.
Die Frau hatte den Porsche im Sommer 2020 zwei Wochen lang nicht fahren können, weil er blockiert in einer Garage stand. Wegen Rechtsstreitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter der Garage hatte jemand sein Auto in die Ausfahrt gestellt.
Die Frau hatte nach eigener Aussage in dieser Zeit vier Tage mit dem Porsche an den Gardasee fahren wollen. Ihr anderes Auto, ein 3er-BMW Kombi, sei nicht gleichwertig. Sie forderte deshalb von dem Verantwortlichen eine Entschädigung von 175 Euro pro Tag – insgesamt 2450 Euro.

Höheres Prestige reicht nicht

Der BGH sieht den Anspruch auf Schadenersatz allerdings nicht. Allein die höhere Wertschätzung des Autos in den Augen seiner Besitzerin reiche dafür nicht – nur „weil ihm ein höheres Prestige zukomme, es ein anderes Fahrgefühl vermittle oder den individuellen Genuss erhöhe“.

Keine fühlbare Entbehrung

Zwar habe der Blockierer der Ausfahrt rechtswidrig und schuldhaft das Eigentum der Frau an dem Auto verletzt, heißt es in dem Urteil. Für einen Anspruch auf Schadenersatz müsse allerdings „die Entbehrung der Nutzung auch deshalb ,fühlbar‘ geworden sein, weil der Geschädigte das Fahrzeug mangels eines weiteren geeigneten Kraftfahrzeugs für seine alltägliche Lebensführung wirklich gebraucht hätte“.
Dass der Kombi „nicht dasselbe Fahrgefühl für den geplanten Urlaub am Gardasee vermitteln konnte wie das Cabriolet“, reicht nach Auffassung der Karlsruher Richterinnen und Richter nicht aus.