Autozulieferer ZF
: 2,1 Milliarden Euro Verlust – extrem teure Fehler in der Vergangenheit

ZF macht zwar operativ Fortschritte. Doch die Abarbeitung von Altlasten und früheren Fehlentscheidungen kommt das Unternehmen teuer zu stehen. Der zweitgrößte deutsche Autozulieferer steckt tief in der Krise.
Von
Aleksandra Bakmaz
Friedrichshafen
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ZF Friedrichshafen

Die ZF Friedrichshafen muss stürmische Zeiten überstehen. Fehler aus der Vergangenheit belasten den zweitgrößten deutschen Autozulieferer schwer.

Felix Kästle/dpa
  • ZF rutschte wegen Umbau-Sondereffekt auf 2,1 Mrd. Euro Verlust ab.
  • Unprofitable E-Mobilitätsaufträge beendet; Abschreibungen belasten stark.
  • Operatives Ergebnis stieg auf rund 1,75 Mrd. Euro trotz schwacher Nachfrage.
  • Nettoverschuldung 10,2 Mrd. Euro; Eigenkapitalquote sank auf 13,3 Prozent.
  • Umsatz fiel auf 38,8 Mrd. Euro; bis zu 14.000 Stellen in Deutschland geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Autozulieferer ZF ist im vergangenen Jahr vor allem wegen eines Sondereffekts beim Konzernumbau noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust verdoppelte sich auf 2,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr, wie das Unternehmen in Friedrichshafen am Bodensee mitteilte. Schon 2024 hatte der Konzern rote Zahlen geschrieben. Damals betrug der Verlust knapp über eine Milliarde Euro.

„Die Abschreibungen unprofitabler Projekte haben einen Einmaleffekt auf
unsere Bilanz für 2025. Aber so nehmen wir Steine aus dem Rucksack für
den Aufstieg in den kommenden Jahren“, sagte ZF-Chef Mathias Miedreich. So hat der zweitgrößte deutsche Autozulieferer unprofitable Aufträge in Bezug auf Elektromobilität beendet.

ZF hatte in der Zeit vor Miedreichs Amtsantritt Aufträge im Wert von rund 30 Milliarden Euro angenommen, die das Unternehmen aber nicht kostendeckend erfüllen konnte. Allein auf die Bereinigung dieser Altlast entfallen laut „Handelsblatt“ 1,6 Milliarden Euro. Operativ habe ZF jedoch Fortschritte erzielt. So sei das Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 1,47 Milliarden Euro auf rund 1,75 Milliarden Euro gestiegen.

Nettoverschuldung von mehr als zehn Milliarden Euro

Dennoch bleibt der Konzern hoch verschuldet. Zwar habe ZF im vergangenen Jahr seine Finanzverbindlichkeiten um 250 Millionen Euro reduziert. Es bleibt aber eine Nettoverschuldung in Höhe von 10,2 Milliarden Euro.

Außerdem sank die Eigenkapitalquote 2025 um mehr als fünf Prozentpunkte auf 13,3 Prozent. Die Eigenkapitalquote gilt als eine der zentralen Kennzahlen für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens.

ZF ist einer der weltweit größten Automobilzulieferer. Der Konzern gehört zu 93,8 Prozent der Zeppelin-Stiftung, die vom Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen geführt wird. Das Unternehmen leidet wie viele andere unter der schwachen Konjunktur und der mauen Nachfrage vor allem nach E-Autos.

Umsatz schrumpft

38,8 Milliarden Euro konnte der ZF-Konzern im vergangenen Jahr an Erlösen erzielen. Das ist ein Rückgang von rund sechs Prozent oder 2,6 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. „Wir sehen keine durchgreifende Belebung der Nachfrage“, sagte Finanzvorstand Michael Frick. Es gelte, in einer Situation ohne nennenswertes Marktwachstum zu bestehen.

In den kommenden Jahren will ZF bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen. Ende 2025 beschäftigte der Konzern laut Mitteilung weltweit 153.153 Menschen, das sind rund fünf Prozent weniger als im Vorjahr. In Deutschland habe sich die Mitarbeiterzahl nominell ebenfalls um rund fünf Prozent auf etwas mehr als 49.000 verringert. Damit liege ZF auf Kurs beim Stellenabbau.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet ZF nicht wirklich mit einer Besserung der Lage. Bei stabilen Wechselkursen geht der Konzern für das Jahr 2026 von einem Umsatz von über 38 Milliarden Euro aus. „Wir werden uns Schritt für Schritt wieder die Profitabilität erarbeiten“, sagte Vorstands-Chef Miedreich.