Ausgerechnet vor Ostern: Eier werden knapp

Hühnereier liegen im Landwirtschaftsbetrieb in Verpackungseinheiten. Der bundesweite Pro-Kopf-Verbrauch 2024 lag bei bei 244 Eiern – ein Plus von acht Eiern im Vergleich zum Vorjahr.
Matthias Bein/dpa- Eier sind vor Ostern knapp und teurer; Empfehlung: Eier frühzeitig kaufen.
- 2024 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 244 Eiern, ein Plus von 8 Eiern im Vergleich zu 2023.
- Gründe: Vogelgrippe, Austausch von Hühnerherden und höhere Nachfrage.
- Deutschland importiert Eier, produziert nur 73% des Bedarfs.
- Eier sind bei richtiger Lagerung mehrere Wochen haltbar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Rot, gelb oder grün – bunte Eier stoßen zum Osterfest nicht nur bei Kindern auf Begeisterung. Hunderte Millionen werden jedes Jahr verkauft oder selbst gefärbt. Auch in diesem Jahr? „Eier sind aktuell knapp“, sagte der Präsident des Bundesverbands Ei, Hans-Peter Goldnick. „Aber wir werden zu Ostern genügend Eier haben.“ Einzelne Engpässe seien allerdings denkbar, zum Beispiel bei manchen Sortierungen. „Der eine möchte gerne Bio, der andere möchte gerne weiß, der nächste möchte gerne groß.“
Aber woran liegt der Engpass? „Auf dem Markt passen Angebot und Nachfrage im Moment nicht hundertprozentig übereinander“, erklärt Goldnick. Dafür gebe es mehrere Gründe: Zum Beispiel wurden, unter anderem im Norden Deutschlands, wegen der Vogelgrippe zuletzt immer wieder Legehennen-Bestände gekeult. Das ist in der Veterinärmedizin der Begriff für das systematische Töten von Tieren, um die Ausbreitung von Tierseuchen zu bekämpfen.
Bis neue Hennen herangewachsen sind, die diese Lücke füllen können, dauert es nach Angaben des Landesbauernverbands Baden-Württemberg ungefähr sieben bis acht Monate. „Es ist ganz normal, dass die Produktionskapazitäten nach einem Peak zu Weihnachten über den Jahreswechsel heruntergefahren werden“, sagt Vizepräsident Jürgen Maurer. In dieser Zeit werden Herden ausgetauscht – das heißt, ältere Hennen werden ausgestallt, sprich an Großabnehmer verkauft oder die Tiere landen nach der Schlachtung in der Tierkörperverwertung. Zudem werden Jungtiere gekauft. „Aktuell treffen also die eigentliche Saisonterminierung auf nicht planbare Ereignisse wie den Ausbruch der Geflügelpest“, sagt Maurer
Deutschland importiert Eier
Verstärkt wird diese Situation durch Vogelgrippe-Fälle auf der ganzen Welt – zum Beispiel Italien und den USA. Außerdem gibt es Goldnick zufolge in den Niederlanden einen umweltpolitisch motivierten Abbau des Hühnerbestands. Das macht sich auf dem deutschen Markt bemerkbar: Deutschland kann sich nicht komplett selbst mit Eiern versorgen. Nur rund 73 Prozent der in der Republik verbrauchten Eier wurden 2023 auch hierzulande produziert. Der Rest wird importiert. Das zeigen Daten des Bundeslandwirtschaftsministeriums.
Ferner trifft die niedrigere Produktion auf eine hohe Nachfrage: „Eier haben ihr Image verändert“, sagte Goldnick. Viele Menschen hätten Eier wiederentdeckt, als eine Quelle tierischen Eiweißes mit vergleichsweise guter CO₂-Bilanz. Dem Bauernverband zufolge lag der bundesweite Pro-Kopf-Verbrauch 2024 bei 244 Eiern – ein Plus von acht Eiern im Vergleich zum Vorjahr.
Preise am Großmarkt auf Allzeithoch
„Die Summe aus diesen Faktoren führt dazu, dass wir aktuell unterversorgt sind“, sagte Goldnick. Normalerweise sei das auch kein großes Problem. Aber vor Ostern kauften zum Beispiel auch die Färbereien große Mengen Eier.
Die Folge der Gemengelage: Die Großhandelspreise für Eier steigen. Die freien Marktpreise hätten ein Allzeithoch erreicht, hieß es jüngst in einem Bericht der Deutschen Eier-Union. Eier im Großhandel seien mittlerweile teurer als im Supermarkt. So wurden demnach zuletzt zum Beispiel für 100 weiße Eier – Gewichtsklasse M und unterste Haltungsform – 17,63 Euro fällig.
Bei den Kundinnen und Kunden von Discountern und Supermärkten dürfte das Preishoch jso schnell allerdings nicht ankommen. Auch Zustände wie in den USA drohten nicht, sagte Goldnick. Zwischen Händlern und Eier-Produzenten gebe es in der Regel einjährige Verträge, die normalerweise im August geschlossen werden. In den meisten Fällen seien also frühestens im Herbst Preiserhöhungen möglich. „Diese spontanen Preissteigerungen auf dem Spotmarkt kommen beim Endverbraucher nicht an. Und wenn, dann nur ganz vereinzelt.“
Der Landesbauernverband empfiehlt, die Eier für Ostern frühzeitig zu kaufen. „Denn kurzfristig kann es immer zu Engpässen in den Regalen kommen.“ Eier halten sich demnach bei richtiger Lagerung mehrere Wochen, sodass man diese auch schon ein bis zwei Wochen vor dem Fest besorgen könne.
Alles zu Lagerung und Haltbarkeit: Schauen, Schmecken, Riechen
Wenn Eier beim Aufschlagen faulig riechen, dürfen Sie sie nicht mehr verzehren. „Für Gerichte mit rohen Eiern verwenden Sie am besten möglichst frische Eier. Achten Sie auf eine sehr gute Küchenhygiene, kühlen Sie die Speisen und verzehren Sie sie zeitnah“, raten die Expertinnen und Experten der Verbraucherzentrale.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum muss auf der Verpackung der Eier angegeben sein. Nur selten findet es sich neben dem Eiercode auch direkt auf dem Ei. Verbraucher können das Ei auch schütteln. Hören sie kein Geräusch, ist es frisch. Wenn es aber gluckert, ist es bereits älter.
Bei gekochten Eiern, die etwa 14 Tage haltbar sind, erkennen man den Verderb daran, dass sie faserig werden oder faulig riechen. Verzehren Sie sie dann nicht mehr.
Wie lagere ich Eier am besten?
Lagern Sie Eier vorzugsweise im Kühlschrank bei maximal 7 Grad Celsius. Das Eierfach in der Kühlschranktür ist dafür nicht so gut geeignet. Durch das ständige Öffnen und Schließen der Kühlschranktür sind Eier Temperaturschwankungen ausgesetzt. Die Angaben auf den Verpackungen zur Lagerung im Kühlschrank müssen darauf hinweisen, dass Sie die Eier im Kühlschrank lagern sollten.
Wichtig: Einmal gekühlt, immer gekühlt. Eier mögen keine Temperaturunterschiede. Durch einen Temperaturanstieg bildet sich Kondenswasser auf der Schale und die natürliche Schutzschicht wird geschädigt, sodass Keime in das Innere gelangen können.
Da Eier Fremdgerüche annehmen, sollte man nach Angaben der Verbraucherzentrale Eier nicht neben stark riechenden Lebensmitteln lagern. Um eine mögliche Salmonellen-Übertragung zu vermeiden, sollten die Eierschalen keine anderen Lebensmittel berühren.
Tipp: Sie können rohe Eier auch einfrieren. Entweder Sie schlagen das Ei auf und vermischen das Eigelb mit dem Eiweiß oder Sie frieren beides getrennt ein.
Wie lange sind Eier haltbar?
Die Haltbarkeit ist von der Temperatur abhängig. Werden die ganzen Eier bei 2 bis 6 Grad Celsius aufbewahrt, sind diese 4 bis 6 Wochen haltbar, bei einer höheren Kühlschranktemperatur verkürzt sich die Haltbarkeit, schreiben die Expertinnen und Experten der Verbraucherzentrale.
Nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums sollte man Eier nur durcherhitzt verzehren. Auch wenn auf der Schale der Eier Mikroorganismen vorhanden sein können – Eier nicht vor dem Lagern waschen. Die Schutzschicht der Eierschale wird so beschädigt und Keime können eindringen. Hart gekochte Eier sind bei 2 bis 6 Grad Celsius 14 Tage haltbar.
Das Abschrecken der Eier verkürzt die Haltbarkeit, denn durch den Temperaturunterschied können Risse in der Schale entstehen und Mikroorganismen können eindringen. Daher hartgekochte Eier mit sichtbaren Schäden zeitnah verzehren.
Rohe Eier, deren Schale beschädigt ist, sollte man sofort verbrauchen und nur für durcherhitzte Speisen verwenden.
Eier lassen sich in vier Gewichtsgrößen der Güteklasse A einteilen: klein (S): unter 53 Gramm, mittel (M): 53 bis unter 63 Gramm, groß (L): 63 bis unter 73 Gramm, sehr groß (XL): 73 Gramm und mehr.

