Annäherung im Handelsstreit: USA und China senken Zölle für 90 Tage – Börsenkurse klettern prompt

Container-Terminal im chinesischen Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong. Im Handelskrieg mit den USA zeichnet sich Entspannung ab.
Uncredited/CHINATOPIX/AP/dpa- China und USA senken für 90 Tage Zölle; US-Zölle auf chinesische Importe von 145% auf 30%, China von 125% auf 10%.
- Gespräche in Genf führen zu Fortschritten; Mechanismus für Wirtschaft und Handel soll eingerichtet werden.
- Börsen reagieren positiv: Dax steigt um 1,54%, EuroStoxx 50 um 1,49%, MDax um 1,10%.
- Verhandlungen zwischen Russland und Ukraine sowie Waffenruhe Indien-Pakistan beeinflussen Stimmung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
China und die USA haben im laufenden Handelsstreit eine Senkung ihrer gegenseitigen Zölle beschlossen. Wie aus einer gemeinsamen Erklärung hervorgeht, gilt die Regelung vorübergehend für 90 Tage.
Demnach sinken US-Zölle auf chinesische Importe auf 30 Prozent. Zuvor lagen diese bei 145 Prozent. Die Aufschläge Pekings gegen Einfuhren aus den Vereinigten Staaten gehen von 125 Prozent auf 10 Prozent zurück.
Gespräche in Genf
Zuvor hatten sich Delegationen beider Seiten in Genf in der Schweiz zu Beratungen getroffen. Sowohl die USA als auch China signalisierten anschließend Fortschritte in den Verhandlungen, ohne jedoch nähere Details zu nennen.
Nach chinesischen Angaben waren sich beide Seiten einig, einen Mechanismus für Beratungen zu Wirtschaft und Handel einzurichten, wie Vize-Ministerpräsident He Lifeng nach Angaben chinesischer Staatsmedien gesagt hatte. Das Treffen in Genf sei ein wichtiger Schritt gewesen, um die Meinungsverschiedenheiten durch Dialog zu lösen und habe die Grundlage zur Vertiefung der Zusammenarbeit gelegt.
Auch USA sprechen von Einigung
Nach US-Angaben hatten sich die beiden Seiten im Zollstreit geeinigt - und damit einen möglichen Durchbruch im festgefahrenen Handelskonflikt erzielt. An den Gesprächen nahmen unter anderem US-Finanzminister Scott Bessent und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer teil.
Mit China und den USA streiten sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Unter den zuvor herrschenden Zöllen war ein Handel zwischen beiden Ländern faktisch nicht mehr möglich, was sich auch auf die Weltwirtschaft ausgewirkt hatte.
Die Börsen klettern deutlich nach der Zoll-Nachricht
Die internationalen Börsen reagierten prompt auf die Nachricht: Die Zollsenkungen ließen den Dax zum Wochenbeginn auf neue Rekordhöhen steigen. Kurz nach dem Börsenstart sprang der deutsche Leitindex um 1,54 Prozent auf 23.861,01 Zähler hoch, nachdem er am Freitag erstmals die Marke von 23.500 Punkten übersprungen hatte.
Der EuroStoxx 50 notiert derweil noch etwas unter seiner Bestmarke, die ebenfalls im März aufgestellt wurde. Für den Leitindex der Eurozone ging es an diesem Morgen um 1,49 Prozent auf 5.393,19 Punkte nach oben. Der MDax, der Index der mittelgroßen Unternehmen hierzulande, stieg um 1,10 Prozent auf 30.056,18 Punkte. Bis zu seinem Rekordhoch aus dem Jahr 2021 ist es noch ein gutes Stück hin, denn es liegt über 36.000 Punkten.
Auch die anstehenden Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über einen möglicherweise dauerhaften Frieden würden positiv gesehen sowie an den asiatischen Börsen die Waffenruhe zwischen Indien und Pakistan, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.
Noch Anfang April war das deutsche Börsenbarometer bis auf knapp 18.490 Punkte abgesackt, nachdem US-Präsident Donald Trump massive Zollpakete bekanntgegeben und China mit Gegenmaßnahmen reagiert hatte. Seitdem hat der Leitindex in einer kräftigen Erholungsbewegung wieder um rund 29 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn liegt er bereits wieder fast 20 Prozent im Plus.

