43 Stunden Durchschnitt
: Wie lange Pendler in Ulm, Reutlingen und Co. im Stau standen

Autofahrer in Deutschland stehen einer Studie zufolge immer länger im Stau. Nicht nur in den Metropolen verlieren die Verkehrsteilnehmer eine Menge Lebenszeit.
Von
dpa ,
Julia Kling
Berlin
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Stau im Berufsverkehr in München

Stoßstange an Stoßstange: In München müssen Autofahrer im Berufsverkehr meistens viel Geduld und Zeit haben.

Matthias Balk/dpa
  • In Deutschland stehen Autofahrer laut Inrix-Studie jährlich 43 Stunden im Stau.
  • Düsseldorf führt das Stau-Ranking mit 60 Stunden an, gefolgt von Berlin und Stuttgart (je 58 Stunden).
  • Ein signifikanter Anstieg der Staustunden wurde in Ulm (+26%) und Reutlingen (+9%) verzeichnet.
  • Weltweit ist Istanbul mit 105 Staustunden Spitzenreiter, gefolgt von New York und Chicago (je 102 Stunden).
  • Die Studie betont die Notwendigkeit effizienter Verkehrslenkung und neuer Mobilitätsstrategien.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer sich in Deutschland mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit macht, muss immer mehr Zeit dafür einplanen. Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung des Verkehrsdaten-Dienstleisters Inrix. 43 Stunden und damit drei Stunden mehr als noch im Vorjahr standen Pendler demnach im vergangenen Jahr in Deutschland durchschnittlich im Stau.

Am schlimmsten trifft es die Autofahrer in Düsseldorf, das mit einem Zeitverlust von 60 Stunden und einem Zuwachs von 22 Prozent erstmals an der Spitze des deutschen Stau-Rankings steht. Als Ursache verweisen die Studienautoren unter anderem auf „zahlreiche Baustellen auf stark befahrenen Autobahnabschnitten rund um Düsseldorf, wie der A46 und der A59“.

Wo standen Pendler am längsten im Stau?

Hinter der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen folgen Berlin, das 2023 noch auf Platz eins war, und Stuttgart mit jeweils 58 Stunden Zeitverlust, sowie Köln (56) und München (55). Aber nicht nur in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mussten Pendler viel Zeit auf der Straße verbringen. In Reutlingen standen sie im vergangenen Jahr im Schnitt 36 Stunden im Stau und damit 9 Prozent mehr als noch im Jahr 2023. Einen deutlicheren Anstieg verzeichnete Inrix, das seine Auswertung eigenen Angaben zufolge mithilfe von anonymisierten „Daten aus verschiedensten Quellen wie zum Beispiel Datensätze aus Telefonen, Fahrzeugen und Städten“ erstellt, in Ulm. Hier stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Staustunden auf 34 Stunden, was einem Plus von 26 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023 entspricht.

Der staureichste Straßenabschnitt Deutschlands lag in Duisburg auf der A3 in nördlicher Richtung vom Stockweg zur A40.

In Istanbul und New York verlieren Pendler mehr als 100 Stunden

Weltweit steht erstmals Istanbul mit einem durchschnittlichen Zeitverlust von 105 Stunden auf Platz eins, gefolgt von New York und Chicago (je 102 Stunden). London landet als erste europäische Stadt mit 101 Stunden dahinter. In Paris stehen Autofahrer im Schnitt 97 Stunden im Stau – weltweit bedeutet das Platz sechs. „Im Vergleich zu anderen großen urbanen Zentren in Amerika und Europa kommen deutsche Pendler (...) sogar noch relativ zügig ans Ziel“, teilte Inrix mit.

In 53 von 73 untersuchten Gebieten in Deutschland sowie in 69 der 100 weltweit am stärksten betroffenen Städte nahmen die Verzögerungen im Vergleich zum Vorjahr zu. „Die Ergebnisse für 2024 verdeutlichen, dass das Verkehrswachstum weltweit ungebremst ist, während die Infrastruktur vieler Städte an ihre Grenzen stößt“, sagte Bob Pishue von Inrix. Langfristig werde es entscheidend sein, „den Verkehr effizient zu lenken und innovative Mobilitätsstrategien voranzutreiben“.

Einen sprunghaften Anstieg gab es im vergangenen Jahr bei den Fahrten in die Innenstadt. In Hamburg etwa lag das Plus bei 31, in Berlin bei 27 und in Frankfurt bei 26 Prozent. „Das spricht dafür, dass die Arbeitnehmer wieder ins Büro zurückkehren und die Innenstädte sich fast wieder von der Covid-19-Pandemie erholt haben.“