Videobeweis im DFB-Pokal 2024: Ab welcher Runde gibt es einen VAR im Pokal?

Schiedsrichter Felix Brych steht am Bildschirm für den Videobeweis. Dieser wird im DFB-Pokal erst ab dem Achtelfinale eingesetzt.
Marius Becker/dpa- In der 2. Runde des DFB-Pokals 2024 wird kein Video Assistant Referee (VAR) eingesetzt.
- Grund ist der hohe wirtschaftliche und organisatorische Aufwand für kleinere Vereine.
- Der VAR kommt erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz.
- Der DFB prüft den Einsatz von Video-Support, bei dem nur Trainer Einspruch einlegen können.
- Die Entscheidung hängt von der FIFA und der Deutschen Fußball Liga ab.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der DFB-Pokal ist in vollem Gange und hätte am Dienstag fast für einen Skandal gesorgt. Denn in der Partie zwischen dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Kaiserslautern hätte eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung zum Pokal-Aus der Schwaben führen können. Nach einem Foul von Fabian Rieder an Marlon Ritter entschied der Unparteiische Daniel Schlager ohne zu zögern auf Elfmeter – obwohl der Tatort knapp außerhalb des Strafraums lag. VfB-Sicht ist das Ganze trotz des unberechtigten Treffers zum zwischenzeitlichen 1:1 gut ausgegangen. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß gewann die Partie am Ende noch mit 2:1. Der Videobeweis hätte den VfB-Fans allerdings den Nervenkitzel ersparen und den Elfmeter zurücknehmen können. Im DFB-Pokal kommt der VAR allerdings erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz – doch warum eigentlich?
Keine Kapazität für Videobeweis in 2. Pokalrunde
In der in dieser Woche anstehenden zweiten Runde des DFB-Pokals wird der Video Assistant Referee (VAR) aus Kapazitätsgründen weiterhin nicht eingesetzt, erst ab dem Achtelfinale steht das Tool bereit. Früher wurde der VAR sogar erst ab dem Viertelfinale eingesetzt. Grund dafür ist der wirtschaftliche und organisatorische Aufwand, der für kleine Vereine nicht zu händeln ist. Um ungleiche Voraussetzungen zu vermeiden, kommt die Technik bis erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz.
Immer wieder Diskussionen um Videobeweis
Diskussionen um den VAR gab es zuletzt einige. Zwar sorgt der Videobeweis dafür, dass kaum noch Abseitstore fallen und schwere Fouls bestraft werden. Die Liste der großen Fehlentscheidungen füllt sich aber dennoch weiter. Vom damals klaren Foul des Bochumers Danilo Soares im Strafraum an BVB-Offensivspieler Karim Adeyemi ohne Strafstoß über den erst kürzlich nicht gegebenen Elfmeter für Eintracht Frankfurt, nachdem Leverkusens Jonathan Tah in der Nachspielzeit Hugo Ekitiké vor dem leeren Tor geschubst hatte.
Mehr Gerechtigkeit durch Abwandlung des VAR?
Generell sieht sich der Videobeweis andauernder Kritik ausgesetzt. Möglicherweise könnte eine Abwandlung des VAR für mehr Gerechtigkeit, aber vorerst vor allem für mehr Ruhe sorgen. Der sogenannte Video-Support knüpft an die Idee einer Challenge an. Wie aus anderen Sportarten bekannt, dürfen nur die Trainer bei strittigen Szenen Einspruch einlegen. Der Unparteiische schaut sich die Szene wie beim Videobeweis auf einem Bildschirm am Spielfeldrand selbstständig an. Wesentlich weniger Personal und Technik als aktuell sind dabei notwendig. Denn ursprünglich war das System angedacht, um kleineren Verbänden ein VAR-ähnliches System anzubieten. In der US-amerikanischen NBA und NFL sind Challenges seit Langem fester Bestandteil der Basketball- und Football-Spiele. Der Fußball fremdelt noch damit.
VAR-Alternative: Video-Support steht vor vielen Hürden
Bei der Frage einer Umsetzung dieser Challenge ist der DFB an die Vorgaben der FIFA gebunden. Am Ende des Jahres soll der Weltverband wohl mehr über ihre Erfahrungen zum VS bekanntgeben. „Wenn das Okay von der FIFA käme, dann wären wir hier in Deutschland sehr zügig in der Lage, den Video-Support umzusetzen. Wir müssten die Schiedsrichter natürlich schulen. Allerdings sind die meisten Schiedsrichter bei uns ohnehin als Videoassistenten im Einsatz. Die kennen sich also damit aus“, sagte Drees.
Allerdings müsste dann auch die Deutschen Fußball Liga (DFL) überzeugt sein. Die Sportschau fragte zuletzt bei der DFL an, welche Rolle das Thema des Video-Supports aktuell hat. Die Betreiber der 1. und 2. Liga teilten daraufhin mit, dass sie sich zurzeit nicht mit dem Video-Support beschäftigen.

