• Am Sonntag, 15.01.2023, lief der „Tatort: Du bleibst hier um 20:15 Uhr im Ersten.
  • Die Handlung und Kritik zum Sonntagskrimi aus Dortmund.
  • Die Besetzung, Mediathek und Sendetermine im Überblick.
Ermittlungen im Heimatkiez – Der neue Dortmunder „Tatort“ führte den vom Tod seiner Kollegin traumatisierten Kommissar Faber an die Stätte seiner Kindheit.

„Tatort: Du bleibst hier“: Der neue Krimi aus Dortmund

Steht ein Manta im Wald: Der neue „Tatort“ aus Dortmund beginnt wie ein Witz aus den achtziger Jahren, als der schnittige Opel und seine Fahrer oft veralbert wurden. Der Manta im Film gehört Peter Faber und dient dem Kommissar vorübergehend als Wohn- und Schlafstätte. Faber ist seit dem Tod seiner geliebten Kollegin Martina Bönisch voll durch den Wind, aber das ist er ja häufig. An Arbeit ist jedenfalls nicht zu denken, der Ermittler mit dem angeknacksten Nervenkostüm hat sich einen Vollbart stehen lassen und joggt frühmorgens durch den Wald zum Speicherbecken in Herdecke, wo er sich die Klamotten vom Leib reißt und ins kühle Nass springt. So müssen sich seine Kollegen Rosa Herzog und Jan Pawlak im Krimi „Tatort: Du bleibst hier“ erst mal alleine um das viele Blut kümmern, das im Westpark gefunden wurde.

„Tatort: Du bleibst hier“: Handlung am 15.01.2023

Die dazugehörige Leiche ist weg, doch alles deutet darauf hin, dass ein Immobilienhai ermordet wurde, der im Dortmunder Kreuzviertel viele Feinde hatte, weil er Häuser aufkaufte und alteingesessene Mieter vertrieb – auch im Ruhrgebiet gibt es schließlich Gentrifizierung, die vor nichts und niemandem Halt macht. Schnell geraten ein paar Verdächtige ins Visier der Polizei, darunter die Frau des Unternehmers, von der er sich gerade scheiden lässt und die einen Sohn pflegt, der seit einer Überdosis Ecstasy ein Pflegefall ist. Den Stoff hatte der Junge von einem Dealer im Westpark, der verschwunden ist.
Und Faber? Der schaltet sich schon bald in die Ermittlungen ein, denn er stammt nicht nur aus dem Kreuzviertel, sondern sein eigener Vater Jupp scheint – Zufälle gibt’s – etwas mit dem Fall zu tun zu haben. Also lässt sich Faber bei Friseur Martin Engel, den er noch von früher kennt, die Haare schneiden, und schaut sich mal um im Kiez. Völlig klar, dass der schon mehrfach traumatisierte Kommissar auch einen tragischen Vorfall aus seiner Kindheit verarbeiten muss, wegen dem er den Kontakt zu Vater Jupp einst abbrach. Als der Erzeuger im Westpark von Jugendlichen krankenhausreif geschlagen wird und sich auch noch herausstellt, dass er an Demenz leidet, nimmt Faber die Angelegenheit persönlich und macht bei den Ermittlungen Druck.
Kommissar Faber (Jörg Hartmann, l.) und sein Vater Josef (Wolfgang Rüter) hatten Jahrzehnte lang keinen Kontakt mehr.
Kommissar Faber (Jörg Hartmann, l.) und sein Vater Josef (Wolfgang Rüter) hatten Jahrzehnte lang keinen Kontakt mehr.
© Foto: WDR/Bavaria Fiction GmbH/Thomas Kost

„Tatort“ Kritik: Wie ist „Du bleibst hier“ aus Dortmund?

Sorgen um den Vater, Trauer um die Kollegin und belastende Erinnerungen an früher: Es kommt für den ohnehin höchst labilen Faber in diesem wirren „Tatort“ aus Dortmund mal wieder ganz dicke, und der Film, an dessen Drehbuch Hauptdarsteller Jörg Hartmann mitgewirkt hat, nimmt sich viel Zeit für den angeknacksten Seelenzustand des Ermittlers. Leider geht das zu Lasten eines anständigen Krimiplots, viel wichtiger waren den Machern die Befindlichkeiten der Kommissare, denn auch Fabers Kolleginnen und Kollegen haben ihr privates Kreuz zu tragen: Jan Pawlak sorgt sich um seine Frau, die in Untersuchungshaft sitzt, und Rosa Herzog bekommt Besuch vom LKA, weil gegen ihre Mutter ermittelt wird, die alte Dame soll am Überfall auf einen Geldtransporter beteiligt gewesen sein. So viel Jammer in einer einzigen Mordkommission – man kann es kaum fassen.
Der von Regisseur Richard Huber inszenierte Krimi bemüht sich zwar, die Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen, doch es gelingt ihm nicht – und der Zuschauer muss gucken, ob er aus dem Kuddelmuddel irgendwie schlau wird. Das bringt dem neuen „Tatort: Du bleibst hier“ eine von vier Pistolen ein: Lieber nochmal mit dem Hund raus.

„Tatort: Du bleibst hier“: Besetzung am 15.01.2023

Neben den bekannten Hauptdarstellern sind in diesem Krimi auch wieder einige Episoden-Rollen zu sehen. Wer die Darsteller im Cast des Krimis sind, erfahrt ihr hier:
Rolle – Schauspieler
  • Peter Faber – Jörg Hartmann
  • Rosa Herzog – Stefanie Reinsperger
  • Jan Pawlak – Rick Okon
  • Dr. Greta Leitner – Sybille Schedwill
  • Martin Engel – Andreas Schröders
  • Josef Faber – Wolfgang Rüter
  • Natalja Richter – Valery Tscheplanowa
  • Sylvia Schiefer – Tanja Haller
  • Tarek Hadad – Carl Benzschawel
  • Lina Köhler – Lea Taake
  • Frau Wenger – Doris Plenert
  • Britta Tremmel – Angelika Bartsch
  • Nikolaj Sorokin – Rafael Stachowiak
  • Thomas Kempf – Martin Horn

„Tatort“ am Sonntag: Sendetermine und Mediathek

Alle Sendetermine des neuen „Tatort“ aus Dortmund auf einen Blick:
  • Sonntag, 15.01.2023 um 20:15 Uhr im Ersten
  • Sonntag, 15.01.2023 um 21:45 Uhr auf ONE
  • Montag, 16.01.2023 um 03:50 Uhr auf ONE
  • Dienstag, 17.01.2023 um 00:30 Uhr im Ersten
In der ARD Mediathek ist der „Tatort“ im Livestream zu verfolgen. Für gewöhnlich steht der Krimi dort nach der Ausstrahlung auch noch als Wiederholung zur Verfügung. „Tatort: Du bleibst hier“ könnt ihr nach der Erstausstrahlung sechs Monate lang abrufen.