• Am Sonntag, 02.10.2022, lief der „Tatort: Das Tor zur Hölle um 20:15 Uhr im Ersten.
  • Die Handlung und Kritik zum Sonntagskrimi aus Wien.
  • Die Besetzung, Mediathek und Sendetermine des Krimis im Überblick.
In Wien war der Teufel los – Der neue „Tatort“ aus Österreich orientierte sich an einem Meisterwerk des Horrorfilms und konfrontierte das Ermittlerduo Eisner und Fellner mit dem Phänomen des Exorzismus.

„Tatort: Das Tor zur Hölle“: Der neue Krimi aus Wien

Mit dem Horrorfilm „Der Exorzist“ schrieb US-Regisseur William Friedkin 1973 Filmgeschichte. Die Story um ein von teuflischen Dämonen besessenes Mädchen, das grünen Schleim spuckt, mit tiefer Stimme flucht wie ein Bierkutscher und deren Bett schon mal bedenklich durchs Zimmer schwebt, schockierte damals weltweit die Zuschauer. Es ist ganz schön mutig, sich den Klassiker für einen Sonntagskrimi zum Vorbild zu nehmen, der österreichische Regisseur Thomas Roth hat’s getan: Sein „Tatort: Das Tor zur Hölle“ dreht sich ebenfalls um Exorzismus und eine möglicherweise vom Teufel besessene junge Frau und ist gespickt mit Zitaten aus „Der Exorzist“.

„Tatort: Das Tor zur Hölle“: Handlung am 02.10.2022

Mittendrin in dem ganzen Wiener Spuk, der mit wohldosierten Schockmomenten zu überzeugen weiß: Kommissarin Bibi Fellner, die in ihrer Kindheit selber ein beängstigendes parapsychologisches Erlebnis hatte, und ihr Kollege Moritz Eisner, der das Ganze zunächst für albernen Hokuspokus hält, aber schwer ins Grübeln gerät, als sich die unheimlichen Vorfälle häufen.
Dabei sieht alles zunächst nach einem ganz normalen Mord aus: Ein katholischer Priester erlag seinen Verletzungen, nachdem er verprügelt und eine steinerne Treppe hinuntergestürzt wurde. In seiner Hand findet sich zwar ein Medaillon mit dem Teufels-Pentagramm, aber das beunruhigt Moritz Eisner und Bibi Fellner zunächst nicht weiter. Als die beiden Ermittler dann allerdings erfahren, dass der Gottesmann im sogenannten Befreiungsdienst tätig war, werden sie hellhörig. Befreiungsdienst steht für Exorzismus, den es tatsächlich noch in vielen Diözesen gibt, und kurz vor seinem Tod hatte der Prälat einen Termin, bei dem eine gewisse Nathalie vom Teufel befreit werden sollte. Dies führt den skeptischen Moritz Eisner zwar zu der berechtigten Frage, welches Interesse der Leibhaftige daran haben sollte, Besitz von einer Person zu ergreifen, schließlich gelingt es den Menschen doch auch ohne Satans Hilfe bestens, Hass, Unfrieden und Gewalt in der Welt anzuzetteln. Als sich in seinem und Bibis Umfeld aber unheimliche Ereignisse häufen, die Regisseur Roth mit klassischen Horroreffekten gekonnt in Szene setzt, gerät Eisners rationales Weltbild ins Wanken. Er macht sich mit Bibi, die immer wieder von Erinnerungen an ihr unheimliches Kindheitserlebnis heimgesucht wird, auf die Suche nach Nathalie und dem von Satanisten in Wien vermuteten Tor zur Hölle, und dabei begegnen ihnen mit dem merkwürdigen Psychotherapeuten Sittsam und dem früheren Zuhälter und aktuellen Teufelsjünger Günther Dambusch allerlei fragwürdige Gestalten.
Im "Tatort: Das Tor zur Hölle" wird das Ermittlerduo Eisner und Fellner mit dem Phänomen des Exorzismus konfrontiert.
Im „Tatort: Das Tor zur Hölle“ wird das Ermittlerduo Eisner und Fellner mit dem Phänomen des Exorzismus konfrontiert.
© Foto: ARD Degeto/ORF/Film 27/Hubert Mican

„Tatort“ Kritik: Wie ist „Das Tor zur Hölle“ aus Wien?

Der neue gruselige „Tatort“ aus Wien, den Roth nach seinem eigenen Drehbuch inszeniert hat, ist atmosphärisch gelungen und ungemein spannend. Er ist eine gelungene Verbeugung vor dem Genre Gruselfilm, nur die Auflösung überzeugt nicht wirklich. Dazu gibt es den üblichen Wiener Schmäh, der dem ganzen Horror zuweilen ein wenig die Spitze nimmt. „Sie klang sehr verwirrt“, erzählt da etwa Psychologe Sittsam den Kommissaren von einem Anruf der mysteriösen Nathalie. „Die meiste Zeit hatte ich wohl den Dämon am Apparat.“
Das bringt dem neuen „Tatort“ drei von vier Pistolen ein: Kann man nichts falsch machen.

„Tatort: Das Tor zur Hölle“: Besetzung am 02.10.2022

Neben den bekannten Hauptdarstellerinnen sind in diesem Krimi auch wieder einige Episoden-Rollen zu sehen. Wer die Darsteller im Cast des Krimis sind, erfahrt ihr hier:
Rolle – Schauspieler
  • Moritz Eisner – Harald Krassnitzer
  • Bibi Fellner – Adele Neuhauser
  • Günther Dambusch – Roland Düringer
  • August Sittsam – Sven Eric Bechtolf
  • Kaplan Raimund – Lukas Watzl
  • Nathalie – Maresi Riegner
  • Ernst Rauter – Hubert Kramar
  • Werner Kreindl – Günter Franzmeier
  • Tea Berkovic – Angela Gregovic
  • Wilfried Schüssler – Markus Schleinzer
  • Beamtin – Tanja Maria Troll
  • Bibi als Kind – Lotte Burger
  • Hausverwalterin – Alina May
  • Rezeptionistin – Madeleine Steinwender
  • Prälat Manfred – Tino Sekay
  • Kellnerin – Catherine Wewima Adejemy

„Tatort“ am Sonntag: Sendetermine und Mediathek

Alle Sendetermine des neuen „Tatort“ aus Wien auf einen Blick:
  • Sonntag, 02.10.2022 um 20:15 Uhr im Ersten
  • Sonntag, 02.10.2022 um 21:45 Uhr auf ONE
  • Dienstag, 04.10.2022 um 01:40 Uhr im Ersten
In der ARD Mediathek ist der „Tatort“ im Livestream zu verfolgen. Für gewöhnlich steht der Krimi dort nach der Ausstrahlung auch noch als Wiederholung zur Verfügung. „Tatort: Das Tor zur Hölle“ könnt ihr nach der Erstausstrahlung 30 Tage lang abrufen.