• Am Sonntag, 24.04.2022, lief der „Polizeiruf 110: Seine Familie kann man sich nicht aussuchen“ um 20:15 Uhr im Ersten.
  • Die Handlung und Kritik zum Krimi aus Rostock.
  • Besetzung, Mediathek und Sendetermine des Sonntagskrimis im Überblick.
Mörderisches Rätsel um eine Pflegefamilie – Im neuen „Polizeiruf“ aus Rostock feierte Charly Hübners Frau Lina Beckmann ihren Einstand als neue Kollegin von Anneke Kim Sarnau.

„Polizeiruf 110“: Erster Krimi mit Lina Beckmann

Sie ist die Neue beim „Polizeiruf“ aus Rostock: Kommissarin Melly Böwe, die Halbschwester von Sascha Bukow, der seiner Heimat den Rücken gekehrt hat. Als Nachfolgerin des von Charly Hübner großartig gespielten und mit Kritikerlob überhäuften Kommissars und Publikumslieblings hat es die Schauspielerin Lina Beckmann – übrigens Hübners Ehefrau – natürlich nicht leicht, aber sie macht ihren Job bei ihrem Debüt als Rostocker Ermittlerin gut. Wobei sich schon die Frage stellt, warum die Figur der Melly Böwe derart umständlich eingeführt wird: Die im Ruhrgebiet beheimatete Kommissarin reist aus Bochum an, um einen Jungen zu suchen, der im Zeugenschutzprogramm bei einer Rostocker Familie als Pflegekind lebt und plötzlich verschwunden ist.

„Polizeiruf 110: Seine Familie kann man sich nicht aussuchen“: Handlung

Auch Böwes Rostocker Kollegin Katrin König, die sich immer noch wegen Sascha Bukows Ausstieg grämt, ist an dem abgängigen Pflegekind Max interessiert, denn der 16-Jährige könnte für den brutalen Doppelmord an einer allein erziehenden Mutter und ihrem schwerbehinderten Sohn verantwortlich sein. So gehen die beiden Kolleginnen in diesem sehenswerten Krimi erst mal getrennte Wege, bis Melly Böwe ihre Karten auf den Tisch legt und die beiden endlich an einem Strang ziehen. Dabei geraten die vom alten Team übrig gebliebenen männlichen Kollegen Anton Pöschel, Volker Thiesler und ihr Chef Henning Röder naturgemäß etwas in den Hintergrund, aber das ist nicht weiter schlimm.
Lustiges Detail am Rande: Uwe Preuss, der vor ein paar Tagen im Frankfurter „Tatort“ noch als überraschend blutrünstiger Killer im Gewand eines biederen Vorortspießers zu sehen war, tritt hier wieder als gestresster Vorgesetzter auf, der schwer genervt ist, weil Katrin König die von ihm wie Sauerbier angebotene Beförderung auf Bukows Stelle partout nicht annehmen will.
Die Kommissare mussten im neuen "Polizeiruf 110" aus Rostock einen Doppelmord aufklären.
Die Kommissare mussten im neuen „Polizeiruf 110“ aus Rostock einen Doppelmord aufklären.
© Foto: NDR/Christine Schroeder
Während Melly Böwe nach dem ausgebüxten Max sucht, der mit dem ermordeten Jungen befreundet war, versucht sich Katrin König einen Reim darauf zu machen, warum jemand eine in bescheidenen Verhältnissen lebende Frau und ihr Kind umbringt. Sie fühlt dem Ex-Mann der Ermordeten auf den Zahn, außerdem gerät Max‘ Pflegefamilie in den Fokus der Ermittlungen. Bei den Genths, das spürt die erfahrene Kriminalistin genau, stimmt etwas ganz und gar nicht. Außerdem scheint ihr Kollegin Böwe ein entscheidendes Detail zu verheimlichen. Der drogensüchtige Ausreißer Max irrt derweil auf der Suche nach Betäubungsmitteln durch die Gegend und findet bei einer allein lebenden und krebskranken Frau in einem Bootshaus Unterschlupf. Die beiden Außenseiter freunden sich vorsichtig miteinander an – ein Lichtblick in einem ziemlich düsteren „Polizeiruf“ aus dem hohen Norden.

Ulm

„Polizeiruf“ Kritik: Wie ist „Seine Familie kann man sich nicht aussuchen“?

Auch wenn die Einführung der neuen Rolle kompliziert ist, überzeugt der von Regisseur Stefan Krohmer inszenierte „Polizeiruf 110: Seine Familie kann man sich nicht aussuchen“ mit einer spannenden und auch tragischen Story rund um eine Sippe, bei der einiges im Argen liegt. In dem sehenswerten Krimi müssen sich die Kolleginnen zwar noch etwas besser aufeinander einspielen, doch unter dem Strich legt das neue Frauenduo aus Rostock einen vielversprechenden Start hin.
Insgesamt bringt das dem Sonntagskrimi drei von vier Pistolen ein: Kann man nichts falsch machen.

„Polizeiruf 110: Seine Familie kann man sich nicht aussuchen“: Darsteller

Wer die Darsteller im Cast des Sonntagskrimis sind, erfahrt ihr hier:
Rolle – Schauspieler
  • Katrin König Anneke Kim Sarnau
  • Melly Böwe Lina Beckmann
  • Anton Pöschel Andreas Guenther
  • Volker Thiesler Josef Heynert
  • Henning Röder Uwe Preuss
  • Jule Genth Susanne Bormann
  • Holger Genth Jörn Knebel
  • Max Wagner Alessandro Schuster
  • Emma Pettke Paraschiva Dragus
  • Jens Sommer Christian Beermann
  • David Sommer Paul Ahrens

„Polizeiruf 110“ aus Rostock: Das ist Lina Beckmann

Lina Beckmann ist eine deutsche Schauspielerin, die bis dato überwiegend in Theater-Produktionen gespielt hat. Von 2007 bis 2013 war sie im Ensemble des Schauspiels Köln. Seither ist sie am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg engagiert. Die 41-Jährige war aber bereits in einigen TV- und Kinofilmen zu sehen, darunter „Die Besucherin“, „Resturlaub“ sowie mehrere „Tatorte“. Beim Rostocker „Polizeiruf 110“ löst sie ihren Ehemann Charly Hübner ab, der zuvor zwölf Jahre lang als Kommissar Sascha Bukow ermittelte. Das Paar lebt in Hamburg, Beckmann hat einen Sohn aus einer früheren Beziehung.
Lina Beckmann spielt die neue Kommissarin Melly Böwe im "Polizeiruf 110" aus Rostock.
Lina Beckmann spielt die neue Kommissarin Melly Böwe im „Polizeiruf 110“ aus Rostock.
© Foto: NDR/Christine Schroeder

„Polizeiruf 110“ am Sonntag: Sendetermine und Mediathek

Alle Sendetermine des neuen „Polizeiruf 110“ aus Rostock auf einen Blick:
  • Sonntag, 24.04.2022 um 20:15 Uhr im Ersten
  • Sonntag, 24.04.2022 um 21:45 Uhr auf ONE
  • Montag, 25.04.2022 um 03:55 Uhr
  • Dienstag, 26.04.2022 um 00:40 Uhr im Ersten
Nach der Ausstrahlung ist der Krimi für sechs Monate in der ARD Mediathek als Stream verfügbar.