Entführt – 14 Tage Überleben
: Was die Doku noch alles über die Entführung verrät

Im Film „Entführt – 14 Tage Überleben“ wird der Fall von Johannes Erlemann erzählt. Die Doku „Lebenlänglich Erlemann“ gibt zusätzliche Einblicke in sein Leben.
Von
Anna Batscheider
Berlin
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In der Doku-Reihe „Lebenslänglich Erlemann“ erzählt Johannes Erlemann selbst von seiner Entführung.

RTL

Als Johannes Erlemann Anfang der 1980er-Jahre entführt wurde, erschütterte das ganz Deutschland. Der elfjährige Sohn des Investors Jochem Erlemann wurde zwei Wochen lang festgehalten. Diese Erinnerungen prägen ihn bis heute, weshalb er sich dazu entschieden hat, seine Geschichte nun ausführlich zu erzählen. Teil davon ist neben dem Film „Entführt – 14 Tage Überleben“ auch die Doku-Reihe „Lebenslänglich Erlemann“ auf RTL+.

Wann kann die Doku gestreamt werden? Wie viele Folgen gibt es? Und läuft sie auch im Free-TV? In diesem Artikel bekommt ihr die wichtigsten Infos rund um die von Veronica Ferres produzierte Dokumentation.

Wann startet „Lebenslänglich Erlemann“ auf RTL+?

Die vier Folgen „Lebenslänglich Erlemann“ können seit Donnerstag, 7. September 2023, auf RTL+ gestreamt werden. Dort stehen außerdem ein Spielfilm und ein Podcast über den Entführungsfall zur Verfügung.

Läuft die Doku-Reihe auch im Free-TV?

Die Doku-Reihe soll nach aktuellem Stand nicht im linearen TV laufen. Sollte RTL doch noch Sendetermine für „Lebenslänglich Erlemann“ veröffentlichen, erfahrt ihr das hier.

Wie viele Folgen umfasst „Lebenslänglich Erlemann“?

Die Doku erzählt den Entführungsfall von Johannes Erlemann in vier Folgen. Deren Länge war im Voraus nicht bekannt.

Worum geht es in „Lebenslänglich Erlemann“?

Insgesamt veröffentlichen Johannes Erlemann und Veronica Ferres einen Spielfilm, eine Doku-Serie, einen Podcast, ein Buch und ein sternTV Spezial über die Entführung. Jedes Format setzt einen anderen Schwerpunkt bei der Erzählung des Falles. Die Doku-Reihe „Lebenslänglich Erlemann“ geht tief und beleuchtet zusätzlich zur Entführung auch die private Geschichte der Familie Erlemann. Darum geht es konkret:

Familienmitglieder, Freunde, ein Traumatherapeut, ehemalige Polizisten und mehr Zeitzeugen äußern sich in der Dokumentation zur spektakulären Kindesentführung. Das Rückgrat der Erzählung bildet Johannes Erlemann persönlich. Die Doku-Reihe begleitet ihn auf seinem Weg, die Geschehnisse von 1981 weiter zu verarbeiten. Neben Zeitzeugen, die den Fall neu einordnen und von ihren Erlebnissen berichten, werden auch Original-Schauplätze zu sehen sein. Bislang unveröffentlichte private Fotos und Super-8-Aufnahmen aus dem Familienarchiv bieten noch tiefere Einblicke in das Leben der Familie Erlemann. Die Doku enthält außerdem spannende Spielszenen und gewinnt dadurch einen ganz eigenen Blick auf die damalige Zeit und Vorkommnisse.

In diesem Verschlag wurde Johannes Erlemann 14 Tage lang festgehalten. Wie es von innen aussah und weitere Original-Schauplätze des Entführungsfalls, seht ihr in der Doku-Reihe.

RTL

Der Episodenguide zur Doku-Reihe

Worum es in den einzelnen Folgen geht, seht ihr im Episodenguide:

Folge 1: „Ins Dunkel“

Die erste Folge erzählt, wie sich von einer Minute zur anderen das Leben verändert, Panik und Gewalt in den Alltag einbrechen und nichts mehr ist wie vorher. Am 6. März 1981 radelt der elf Jahre alte Johannes Erlemann wie jeden Tag nach Hause. Wie jeden Tag wartet dort seine Mutter auf ihn. Doch an einer Wegkreuzung, springen drei Männer auf, reißen ihn vom Fahrrad, schleifen ihn durch den Wald, stecken ihn in eine Holzkiste und rasen mit einem Transporter davon. Die Doku zeigt: Die Geschichte einer Entführung ist nie nur die Geschichte eines Entführungsopfers. Während das Kind in der dunklen Kiste entsetzliche Angst durchlebt, gerät auch die Mutter in Panik und die Polizei setzt einen riesigen Ermittlungsapparat in Gang. Die Presse stürzt sich ebenfalls auf die Spur einer Geschichte, die zur Riesen-Story werden könnte. Währenddessen muss der Vater des Jungen hilflos zuschauen: Jochem Erlemann sitzt in Untersuchungshaft.

Folge 2: „Habgier“

Folge 2 handelt von Geld. Und davon, was Menschen bereit sind, dafür zu tun. Johannes verliert in dem dunklen Verschlag jedes Gefühl für Raum und Zeit. Polizei und Presse tappen im Dunkeln. Mit jedem weiteren Tag sinkt die Chance, das Kind lebend wieder zu sehen. Doch dann steht endlich die erste Forderung der Entführer im Raum. Zwar ermittelt die Polizei in alle Richtungen, doch sie kann die Vergangenheit des Vaters nicht ignorieren. Der strahlende, erfolgreiche Jet-Setter zwischen Hollywood Filmsets, den Skipisten Europas und dem Yachthafen in St. Tropez war rücksichtslos, wenn es um die nächste Million ging. Aber als es darum geht, sein Kind freizukaufen, ist kein Geld da. Johannes kämpft währenddessen im Verschlag um seinen Verstand, das Nichtstun im Dunkel dauert nun schon viel länger als versprochen. Warum ist die Geldübergabe geplatzt? Warum holen ihn seine Eltern nicht hier raus? Doch der Elfjährige gibt nicht auf, zwingt die Entführer sogar, mit ihm Karten zu spielen. Fast entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft. Doch dann vergisst sein Bewacher, die Maske aufzuziehen…

Folge 3: „Hoffnung“

Die dritte Folge erzählt die Geschichte einer Mutter, die über sich hinauswächst und sie beschreibt, wie wir daran zerbrechen können, wenn man uns die letzte Hoffnung nimmt. Die Zeit scheint still zu stehen. Das Geld liegt bereit, die Polizei ist auf alles vorbereitet – aber dann geht es nicht weiter. Warum? Im Verschlag regiert währenddessen die Angst. Seit Johannes das Gesicht seines Entführers gesehen hat, ist es mit dem freundlichen Umgang vorbei. Und dann ist es plötzlich so weit. Johannes Mutter begibt sich – minutiös den Forderungen der Entführer folgend – allein auf eine Reise durch die Nacht, durch die Stadt und durch den Wald. Bis sie vor einer Holzkiste steht, in der sie die beiden Geldtaschen deponiert, während die Polizei die Übergabe aus sicherer Entfernung überwacht. Alle wissen: Das ist der kritischste Moment der Entführung. Nur ein Fehler und die Mutter sieht ihr Kind nie wieder. Und tatsächlich wirkt es, als wäre etwas schiefgegangen. Die Zeit vergeht schleppend, aber die Beute wird – scheinbar – nicht abgeholt. Für Johannes wird es nun unerträglich. Zwei Wochen hat er Mut bewiesen und hatte Hoffnung. Nach 20 Stunden allein in seinem Verschlag, gibt er sich auf.

Folge 4: „Ins Licht“

Das Warten ist vorbei. Plötzlich steigt Johannes aus dem Taxi und ist wieder daheim. Ein Ende wie im Märchen? Nein. Das ist erst der Anfang eines neuen Marathons für das Kind. Der geniale Plan der Entführer scheint aufgegangen, denn die Polizei tappt im Dunkeln. Eine groß angelegte Öffentlichkeitsfahndung beginnt – Johannes muss unterstützen und kann dem Druck kaum noch standhalten. Denn obwohl er ausdrücklich zu verstehen gibt, dass er Angst vor der Rache der Entführer hat, wird er eng in die Ermittlungen eingebunden. Wie früher sein Vater sind jetzt alle auf der Suche nach den Millionen. Niemand fragt, wie es dem Kind geht und für die Presse ist der blonde, sprachgewandte und scheinbar unbeschädigte Junge ein gefundenes Fressen. Dann werden die Entführer gefasst und der Spuk geht von vorne los: Allein steht Johannes vor dem Richter und muss seine Entführer identifizieren. Dann kommt das Urteil. Für das Kind beginnt ein neues Leben. Ein Leben mit der Angst als ständigem Begleiter. Kann er seine Geschichte nach 40 Jahren voller Albträume und Ungewissheiten endlich zu Ende bringen? Die vierte Folge beschreibt, wie Johannes Erlemann seinen Entführern zwar entkommen ist, sein Weg in die Freiheit aber damit erst begonnen hat.

Wer kommt in der Doku zu Wort?

Johannes Erlemann erzählt seine Geschichte in „Lebenslänglich Erlemann“ persönlich. Neben Familienmitgliedern kommt auch die Presse, die Polizei und weitere Zeitzeugen zu Wort. Nicht alle waren vorher bekannt, aber wen man sicher in der Doku hört, seht ihr hier im Überblick:

  • Johannes Erlemann
  • Gabriele von Langen (Johannes‘ Mutter)
  • Margarethe Flammersfeld (Johannes‘ Tante)
  • Günter Gören (Freund der Familie)
  • Dr. Georg Pieper (Traumatherapeut)
  • Werner Schlagehan (ehemaliger Polizeireporter)
  • Helmut Simon (ehemaliger Polizist)
  • Gabriele Eickhoff (ehemalige Polizistin)
  • Peter Schnieders (ehemaliger Polizist)
  • Eduard Schreyer (ehemaliger Polizist)
  • Manfred Haamann (ehemaliger Polizist)
  • Peter Zingler (damaliger Zellengenosse von Jochem Erlemann)

An welchen Original-Schauplätzen wurde „Lebenslänglich Erlemann“ gedreht?

In der Doku-Reihe bekommen Zuschauer Einblick in die originalen Schauplätze der Kindesentführung. Gefilmt wurde unter anderem der Verschlag in der Eifel, in dem Johannes Erlemann 14 Tage festgehalten wurde. Auch die Stelle der Entführung im forstbotanischen Garten in Köln und der Ort der Geldübergabe sind in der Doku zu sehen.

Das ist der Spielfilm über den Fall Erlemann

Neben der Doku veröffentlicht RTL auch einen Spielfilm über den Entführungsfall. Dieser erzählt die Zeit kurz vor der Entführung bis zur Verurteilung vor Gericht nach. Hier erfahrt ihr, was ihr über „Entführt – 14 Tage Überleben“ wissen müsst:

Die Hintergründe der Entführung

Die Doku-Reihe bietet bisher ungesehene Einblicke in die Entführung von Johannes Erlemann. Doch was konkret ist damals passiert? Hier könnt ihr die realen Hintergründe noch einmal nachlesen: