Entführt – 14 Tage Überleben: So dramatisch ist die wahre Geschichte hinter dem Film

Johannes Erlemann erzählt die Geschichte seiner Entführung auf RTL. Was ist damals wirklich passiert?
RTLAnfang der 1980er-Jahre wurde der Sohn des Investors Jochem Erlemann entführt. Johannes Erlemann wurde als elfjähriger Junge 14 Tage lang in einem dunklen Verschlag festgehalten. Gemeinsam mit Produzentin Veronica Ferres erzählt er seine Geschichte nun in einem Spielfilm, einer Doku-Reihe, einem Podcast und einem Buch.
Doch was genau ist damals eigentlich passiert? Was war der Trick bei der Geldübergabe? Und was ist über die Täter bekannt? Hier bekommt ihr einen kurzen Überblick über den Fall.
Die Entführung von Johannes Erlemann
Am 6. März 1981 radelte der damals elfjährige Johannes Erlemann durch den forstbotanischen Garten in Köln nach Hause. Plötzlich wurde er von drei Männern vom Fahrrad gezogen und entführt. Diese brachten ihn in einen winzigen, fensterlosen Verschlag, wo er angekettet und gefangen gehalten wurde. „Ich konnte nichts sehen, nur tasten“, erzählte Johannes Erlemann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Als das Nichtstun im Dunklen für ihn zu belastend wurde, konnte er einen Entführer dazu bewegen, mit ihm Karten zu spielen.
Vier Tage nach der Entführung erhielt Familie Erlemann schließlich eine Kassette mit der Stimme von Johannes und einer Lösegeldforderung von acht Millionen DM. Die Rechtsanwälte, die als Unterhändler eingeschaltet waren, konnten den Betrag auf drei Millionen herunterhandeln. In weniger als 24 Stunden konnte die geforderte Summe aufgetrieben werden. Freunde, Kollegen von Jochem Erlemann und dessen Vater sollen das Geld zur Verfügung gestellt haben, wie aus einem Bericht des „Spiegel“ von damals hervorgeht.
Was passierte bei der Geldübergabe?
Erst fünf Tage nachdem den Entführern mitgeteilt worden war, dass das Geld zur Verfügung stand, meldeten diese sich erneut. Am 20. März 1981 wurde Gabi Erlemann, die Mutter des Entführten, in ein Waldstück dirigiert. Dort warf sie das Lösegeld, das sich in zwei Taschen befand, in eine Holzkiste. Diese Kiste hatte keinen Boden und befand sich über dem rechtsrheinischen Kölner Randkanal. Während es von oben so wirkte, als ob die Entführer das Geld nicht abholten, entnahmen zwei Mittäter das Geld von unten und entfernten sich dann unterirdisch mit einem Schlauchboot. Nach der Lösegeldzahlung wurde Johannes Erlemann freigelassen.

Bei der Geldübergabe konnten sich die Täter durch einen ausgeklügelten Plan dem polizeilichen Zugriff entziehen.
RTLGerichtsurteil und Beute – Wie ging es weiter?
Erst nach zwei Monaten intensiver Ermittlungsarbeit konnten die Täter sowie deren Ehefrauen am 8. Mai 1981 festgenommen werden. Der Haupttäter wurde im November desselben Jahres zu zehn Jahren Haft verurteilt. Drei weitere beteiligte Personen erhielten Haftstrafen zwischen drei und acht Jahren.
Das Lösegeld wurde nie komplett gefunden. Knapp die Hälfte davon wurde von dem Anführer der Entführer in zwei Propangasflaschen versteckt, wie sein Anwalt schließlich mitteilte. Die Flaschen wurden im Polizeipräsidium gelagert, da die Polizei davon ausging, dass sie lediglich Heizzwecken dienten. Das restliche Lösegeld fehlt bis heute.
Wer waren die Täter?
Im Jahr 2013 sprach Johannes Erlemann in einer Talkshow über die Entführung. Darin erzählte er auch, dass immer noch rund 1,2 Millionen DM der Lösegeldsumme fehlen. Damals sprach er davon, eine Klage gegen einen der Täter, ein mittlerweile wieder vermögenden Firmenchef, zu erwägen. Da dieser seine Haftstrafe verbüßt hat und resozialisiert ist, darf sein Name nicht in Zusammenhang mit der Kindesentführung gebracht werden. Über die anderen Täter ist nichts öffentlich bekannt.
Was hatte Jochem Erlemann mit der Entführung zu tun?
Für große Verwirrung bei den Ermittlungen sorgte damals auch eine Frage: Was hat Jochem Erlemann mit der Entführung zu tun? Der Vater von Johannes saß wegen Betrugsvorwürfen in Untersuchungshaft als sich die Geschehnisse ereigneten. Während die Polizei ihn selbst verdächtigte, behauptete er zu wissen, dass seine ehemaligen Geschäftspartner hinter der Entführung steckten. Ob das der Wahrheit entspricht, ist heutzutage nicht öffentlich bekannt.
Das ist die Doku über den Fall Erlemann
Die vierteilige Doku-Reihe auf RTL+ gibt detaillierte und bisher unveröffentlichte Einblicke in den Entführungsfall und die Familiengeschichte der Erlemanns. Hier erfahrt ihr, was ihr über „Lebenslänglich Erlemann“ wissen müsst:
Der Spielfilm zur Entführung
RTL veröffentlicht einen Spielfilm über den Entführungsfall. Darin wird die Zeit kurz vor der Entführung von Johannes Erlemann bis hin zur Verurteilung vor Gericht nacherzählt. Hier erfahrt ihr, was ihr über „Entführt – 14 Tage Überleben“ wissen müsst:


