Mittlerweile hat Deutschland insgesamt dreizehn positive Corona-Tests bei der Handball-EM 2022 zu beklagen. Am Samstag, 22.1., einen Tag vor dem Spiel gegen Schweden, kamen zwei weitere Fälle dazu. Das ist der aktuelle Stand beim DHB-Team in der Hauptrunde und dem nächsten Spiel gegen Schweden:
  • Die Zahl der Coronafälle in der deutschen Nationalmannschaft stieg in der Hauptrunde auf mindestens dreizehn
  • Darunter ist ein Fall eines DHB-Funktionärs, es sind also zwölf Spieler betroffen
  • Ein zwischenzeitlich erwägter Rückzug ist aktuell vom Tisch

Deutschland bei der Handball EM 2022: Zwei weitere Spieler haben sich mit Corona infiziert

Die deutschen Handballer haben zwei weitere Coronafälle zu beklagen. Betroffen sind Sebastian Firnhaber und Christoph Steinert, deren PCR-Tests von Freitagabend positiv ausfielen. Wie der Deutsche Handballbund (DHB) am Samstag mitteilte, weisen die CT-Werte "auf eine geringe Infektiosität hin". Steinert und Firnhaber sind die Fälle 12 und 13 im deutschen Team, beide Spieler haben sich im EM-Quartier in Bratislava auf ihren Zimmern in vollständige Isolation begeben.
Steinert war bereits am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet worden, durfte nach zwei negativen Befunden allerdings am Donnerstag gegen Spanien (23:29) kurzfristig mitspielen. Auch am Freitag gegen Norwegen (23:28) stand der Linkshänder auf dem Feld. Kreisläufer Firnhaber war wegen der vielen Coronafälle nachnominiert worden, hat bei der EM aber noch kein Spiel bestritten.

Nach Corona-Infektion bei der Handball-EM: Witzke und Mertens reisen früher ab

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft wird die EM-Hauptrunde ohne die coronainfizierten Spielmacher Luca Witzke (Leipzig) und Linksaußen Lukas Mertens (Magdeburg) beenden. Beide im Laufe des Turniers positiv getesteten Spieler verließen am Sonntag das deutsche EM-Quartier in Bratislava und traten "in einem ersten medizinischen Transport mit Fachpersonal und entsprechender Ausstattung" die Heimreise an. Dies teilte der Deutsche Handballbund (DHB) am Sonntag mit.
Auch die Rückreisen der weiteren im Laufe der EM positiv auf das Coronavirus getesteten Personen sei geplant, heißt es in der Verbandsmitteilung. Zuletzt hatte Bundestrainer Alfred Gislason die Hoffnung auf eine Rückkehr einiger der positiv getesteten Spieler geäußert. Insgesamt gab es bislang 13 Coronafälle im deutschen Team, darunter sind etliche Leistungsträger wie Torhüter Andreas Wolff, die Rückraumspieler Julius Kühn und Kai Häfner sowie Rechtsaußen Timo Kastening.
"Wir alle hätten uns etwas anderes für dieses Turnier vorgestellt, haben uns aber im Vorfeld natürlich auch auf Rückreisen von Infizierten vorbereitet", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer: "Wir wünschen allen möglichst milde Verläufe und eine schnelle Rückkehr zu hundertprozentiger Fitness."

Kann es heute noch weitere Corona-Fälle geben?

Auch das ist noch unklar. Am Samstagnachmittag nach dem Training hat die Mannschaft erneut PCR-Tests absolviert. Die Ergebnisse dürften im Laufe des Sonntags übermittelt werden. Dass dann noch weitere Corona-Fälle hinzukommen, könnte durchaus sein. Der jüngst positiv getestete Steinert etwa hatte beim Spiel gegen Norwegen noch mit seinen Teamkollegen auf der Platte gestanden.

Kai Häfner äußert sich zu den Corona-Fällen der deutschen Handballer

Handball-Nationalspieler Kai Häfner bereut seine Teilnahme an der Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei trotz seiner Corona-Infektion nicht. "Dass es so kommt, konnte man nicht wissen. Wir hatten zuvor Turniere, durch die wir gut durchgekommen sind", sagte Häfner dem Nachrichtenportal watson: "Ich bereue nicht, dass ich zur EM gefahren bin."
Der 32-Jährige hatte die ersten zwei, drei Tage nach seinem positiven PCR-Test mit relativ starken Symptomen zu kämpfen. "Es geht mir den Umständen entsprechend okay und ich hoffe, dass ich jetzt auf dem Weg in die richtige Richtung bin", sagte Häfner.
Ob er im Laufe des Turniers nochmal zurückkehren kann, ist offen. "Alles muss passen. Ich bin gespannt, wie es kommt und ob man dann eingreifen kann. Das kann man alles noch nicht sagen. Es stehen noch viele Wenn und Aber davor", sagte der Rückraumspieler.

Handball-EM 2022: Diese dreizehn Spieler von Deutschland wurden positiv getestet

Die Zahl der Coronafälle in der deutschen Handball-Nationalmannschaft liegt bei elf. Diese Spieler der deutschen Nationalmannschaft wurden bisher positiv auf das Corona-Virus getestet:
  • Torhüter Till Klimke
  • Linksaußen Marcel Schiller
  • Torhüter Andreas Wolff
  • Rückraumspieler Kai Häfner
  • Rechtsaußen Timo Kastening
  • Linksaußen Lukas Mertens
  • Spielmacher Luca Witzke
  • Rückraumspieler Julius Kühn
  • Rückraumspieler Hendrik Wagner
  • Rückraumspieler Sebastian Heymann
  • Rückraumspieler Djibril M'Bengue
  • Rückraumspieler Christoph Steinert
  • Rückraumspieler Sebastian Firnhaber
Alle positiv Getesteten begaben sich in Isolation.

Nachnominierungen bei Deutschland: Deutsche Handballer holen Rebmann und Zieker zur EM

Deutschlands Handballer haben nach den weiteren positiven Corona-Fällen personelle Verstärkung zur EM 2022 geholt. Alfred Gislason nominierte Torwart Daniel Rebmann von Frisch Auf Göppingen und Linksaußen Patrick Zieker vom TVB Stuttgart nach. Torwart Johannes Bitter, Linksaußen Rune Dahmke, Kreisläufer Sebastian Firnhaber sowie die Rückraumspieler Paul Drux und Fabian sind nun ebenfalls im Kader der deutschen Mannschaft. Nach den weiteren Coronafällen von Mittwoch werden Lukas Stutzke, David Schmidt (beide Bergischer HC) und Tobias Reichmann (MT Melsungen) neu zum Team stoßen.

Ist das Risiko eines deutschen EM-Rückzugs gebannt?

Im Angesicht der Omikron-Variante, die im deutschen Team wütet, kann es bei den durch den Ausrichter jetzt täglich angeordneten PCR-Tests jederzeit zu neuen Fällen kommen. Bundestrainer Gislason hofft zwar inständig, "dass es nicht so enden wird, dass wir mit einem 50er-Kader nach Hause reisen".
Doch inzwischen (Stand Donnerstagmorgen) musste der DHB elf Spieler zusätzlich einfliegen lassen. Viele mehr - wenn überhaupt - sollten es nicht werden. Zumal die HBL schon jetzt "starke Bauchschmerzen" angesichts der aktuellen Situation verspürt. "Unendlich mit Spielern aus der Bundesliga nachzuladen, macht keinen Sinn", hatte Ligapräsident Uwe Schwenker schon vor der letzten Nachnominierung gesagt.
Das verbliebene Team wird aber zunächst weiterspielen. "Wir haben in der Mannschaft darüber gesprochen, wie wir das Turnier fortsetzen und zu Ende bringen können. Das ist unser klares Ziel, alles andere war nicht unser Thema", sagte DHB-Kapitän Johannes Golla: "Auch wenn wir alle auf Abstand unterwegs sind - so einen Zusammenhalt wie in den vergangenen Tagen habe ich selten erlebt."