ESC 2025: Albaniens Sängerin verärgert Serbien mit umstrittener Geste

Die albanische ESC-Teilnehmerin Beatriçe Gjergji vom Duo Shkodra Elektronike hat eine Geste gemacht, die viele Serben verärgert.
Sarah Louise Bennett / EBUBeim Eurovision Song Contest 2025 in Basel steht neben der umstrittenen Teilnahme Israels jetzt noch ein politisch geladener Moment im Mittelpunkt: Nach einer Doppeladler-Geste der albanischen Sängerin Beatriçe Gjergji verlangen serbische Medien eine Disqualifikation. Die EBU bleibt jedoch bei ihrer Entscheidung – Albanien tritt im Finale als Letztes auf.
Im Halbfinale des ESC zeigte Beatriçe Gjergji, Sängerin der Band Shkodra Elektronike, bei der Verkündung des Finaleinzugs mit beiden Händen den albanischen Doppeladler in die Kamera. Während viele Zuschauer darin ein Symbol für kulturelle Identität erkennen, reagieren serbische Medien mit scharfer Kritik. Die Geste wird dort als politische Provokation gewertet.
Telegraf nennt den Doppeladler „strengstens untersagt“
Die serbische Zeitung Telegraf beschreibt die Szene als bewusste Grenzüberschreitung. Der Doppeladler stehe in engem Zusammenhang mit dem Konflikt um den Kosovo und sei daher aus serbischer Sicht hochproblematisch. Einige Stimmen fordern, Albanien vom Finale auszuschließen.

Ein Torschütze mit kosovarische Wurzeln formte nach seinem Treffer mit den Händen den doppelköpfigen Adler, der auf der Flagge Albaniens zu sehen ist.
picture alliance/dpaSymbol zwischen Stolz und Spannungen
Der Doppeladler ist das zentrale Element der albanischen Nationalflagge. Für viele Albaner steht das Symbol für Heimat und Einheit. In Serbien hingegen wird es mit der Abspaltung des Kosovos und dem Kosovo-Krieg der späten 1990er-Jahre verknüpft. Die politischen Spannungen zwischen beiden Ländern bleiben auch beim ESC spürbar.
Ausschluss bleibt aus – Albanien erhält Startplatz 26
Die European Broadcasting Union (EBU) hat bisher keine Konsequenzen angekündigt. Stattdessen steht Albanien offiziell im ESC-Finale heute am 17. Mai – mit einem besonders günstigen Startplatz: Nummer 26, also als letzter Act des Abends. Dieser Platz gilt unter ESC-Fans als strategischer Vorteil, weil spätere Auftritte beim Publikum oft stärker in Erinnerung bleiben.
Politischer Konflikt – musikalische Bühne
Obwohl der Eurovision Song Contest offiziell als unpolitisches Event gilt, zeigt dieser Vorfall, wie stark nationale Symbolik in einem internationalen Umfeld unterschiedlich interpretiert wird. Während einige die Geste als Zeichen kultureller Identität werten, lösen dieselben Gesten in anderen Ländern alte Konflikte aus. Die Band Shkodra Elektronike bleibt jedoch im Wettbewerb – und könnte mit dem Finalplatz einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

