Doping bei Olympia 2024: Über 100 überführte Athleten sind in Paris dabei

Bei den Olympischen Spielen 2024 sind einige überführte Doper dabei. Für IOC-Sprecher Mark Adams ist das kein Problem.
Michael Kappeler/dpaSchmutzige Spiele? Paris erwartet mehr als 10.500 Athletinnen und Athleten zu den Olympischen Sommerspielen. Unter ihnen sind mindestens 105 frühere Dopingsünder.
Leichtathletik und Tennis mit den meisten überführten Dopern
Die Leichtathletik hat mit über einem Drittel die meisten früheren Dopingfälle zu verzeichnen, auch Tennis sei mit zwölf ehemaligen Sündern auffällig. Die Daten beruhen auf einem Bericht des norwegischen Rundfunks NRK und der Internet-Datenbank "Anti-Doping Database".
Simona Halep, Ruth Jebet und Chijindu Ujah am Start
Unter den wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln belangten Sportlerinnen und Sportlern, die bei den Spielen starten, ist einige Prominenz. Etwa die frühere Wimbledon- und French-Open-Siegerin Simona Halep aus Rumänien, die 3000-m-Hindernis-Olympiasiegerin von 2016 Ruth Jebet, die für Bahrain startet, oder der Brite Chijindu Ujah, der mit der 4x100-m-Staffel 2021 zu Silber gesprintet war - die Medaille wurde nach seiner positiven Probe aberkannt.
Sicherheit bei Olympia in Paris: Über 4000 Personen von den Spielen ausgeschlossen
Brasilien schickt die meisten überführten Dopingsünder
Die meisten belasteten Olympiastarter schickt Brasilien mit zwölf ins Rennen, dahinter folgen Italien mit sieben sowie die USA und die Ukraine mit jeweils sechs. Auch drei deutsche Paris-Starter werden in der „Anti-Doping Database“ gelistet.
80.000 Dopingtests für Olympia 2024 in Paris
„In den meisten Ländern hat jeder das Recht auf irgendeine Form der Rehabilitation, daher sehe ich darin kein Problem“, sagte IOC-Sprecher Mark Adams über die Anzahl der früheren Dopingsünder in Frankreich und ergänzte: „Natürlich wollen wir Doping-freie Spiele sehen. Dafür arbeiten wir hart und haben deshalb eine eigene Dopingbehörde eingerichtet, die unabhängige Kontrollen durchführt. Zwischen März und Juni wurden etwa 80.000 Tests durchgeführt. Das ist eine große Zahl.“
Olympia 2024 in Paris: Zeitplan aller Wettbewerbe und deutsche Medaillen-Favoriten
So funktioniert die „Anti-Doping Database“
Die „Anti-Doping Database“ listet Fälle von Sportlern, die wegen Verstoßes gegen die Meldepflicht, wegen des Gebrauchs verbotener Methoden oder der Einnahme verbotener Substanzen verurteilt wurden. Die Macher werten dafür offene Quellen aus wie die Angaben internationaler Spezialverbände, nationaler Anti-Doping-Agenturen und des Internationalen Sportgerichtshofes CAS. Daher ist es durchaus wahrscheinlich, dass nicht alle Dopingfälle erfasst sind, weil diese nicht immer öffentlich gemacht werden.
