Die Geschichte rund um Donald Stellwag könnte nicht tragischer sein: In den frühen Neunzigern wurde er mit einem Banküberfall in Verbindung gebracht und musste neun Jahre im Gefängnis verbringen, obwohl er das Verbrechen nicht begangen hat. Doch Jahre später fiel sein Name in einem Gerichtsverfahren um einen Überfall auf einen Goldtransporter erneut. Netflix hat die Geschichte rund um Donald Stellwag nun verfilmt. In „Big Mäck: Gangster und Gold“ spricht er erstmals selbst vor der Kamera über seine Geschichte.
In einem spannenden Doku-Feature beleuchtet Netflix die tragische Geschichte des Donald Stellwags. Was hat die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ damit zu tun? Wie konnte er trotz Alibi verurteilt werden? Zellengenossen, Jugendfreunde, Geschäftspartner und der unschuldig Verurteilte selbst kommen zu Wort. Alle Infos rund um Start, Handlung, Trailer und Co. von „Big Mäck: Gangster und Gold“ findet ihr hier im Überblick.

„Big Mäck: Gangster und Gold“: Netflix-Start und Uhrzeit

Der 90-minütige Film rund um die Geschichte von Donald Stellwag geht am Freitag, 20.01.2023, auf Netflix an den Start.
Wie bei Neustarts üblich ist auch „Big Mäck: Gangster und Gold“ am Erscheinungstag ab 9 Uhr auf der Streamingplattform verfügbar.

Darum geht es in „Big Mäck: Gangster und Gold“

Der Fall des Donald Stellwag stellt die deutsche Justiz in sehr schlechtes Licht. Doch schon lange bevor er mit dem Gesetz in Berührung kam, war Donald ein Außenseiter und wurde gemobbt. Deshalb verließ er sein kleines bayerisches Heimatdorf. In Frankfurt wurde er jedoch drogensüchtig. Gerade als er in den frühen Neunzigern sein Leben so langsam in den Griff bekommt, kommt der Schock: Durch die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ wird er mit einem Banküberfall in Verbindung gebracht. Grundlage für diese Vermutung ist die Beschreibung des Täters als sehr groß und auffallend korpulent – genau wie Stellwag. Ein umstrittener Sachverständiger überzeugt die Richter wegen eines angeblich charakteristischen Ohrläppchens von Stellwags Schuld. Dieser wird verurteilt und muss trotz Alibi neun Jahre im Gefängnis verbringen.
Keine zwei Wochen nach seiner Freilassung erfährt er, dass der wahre Täter gefasst wurde. Donald Stellwag wird freigesprochen und zum regelrechten Medienstar. Doch dann taucht sein Name im Zusammenhang mit einem anderen Fall auf. In der Nähe der Autobahn A81 wurde ein Goldtransporter entführt und Gold im Wert von 1,8 Millionen Euro beschlagnahmt. Der Anführer der Täter, der berüchtigte Gangster-Rapper Xatar, packt vor Gericht aus: Stellwag soll die entscheidenden Tipps gegeben haben. Fest steht, dass die Goldräuber und ihre Opfer alle Donald Stellwag kennen. Begeht dieser nun die Verbrechen, die er bereits abgesessen hat und wird so zum Rächer seines eigenen Schicksals?

Gibt es einen Trailer zur Doku auf Netflix?

Bevor man sich einen Film ansieht, möchte man häufig in ihn hineinschnuppern. Für die neue Doku ist das jedoch nicht möglich, denn Netflix hat im Voraus keinen Trailer zu „Big Mäck: Gangster und Gold“ veröffentlicht.

Wer kommt in „Big Mäck: Gangster und Gold“ zu Wort?

Wer sich in „Big Mäck: Gangster und Gold“ genau äußern wird, hat Netflix noch nicht öffentlich kommuniziert. Laut Streamingdienst zeichnen Zellgenossen, Jugendfreunde und Geschäftspartner ein umfassendes Bild von Donald Stellwag. Und als Highlight erzählt Stellwag selbst das erste Mal seine ganze Geschichte vor der Kamera.

Der Fall des Donald Stellwag – Hintergrund der Doku

Das Doku-Feature „Big Mäck: Gangster und Gold“ zeichnet ein Bild des wahren Falls rund um Donald Stellwag. Hier findet ihr das Geschehen damals zusammengefasst:
Bereits vor dem großen Justizirrtum befand sich Donald Stellwag immer wieder im Konflikt mit dem Gesetz. Wegen Betrug, Erpressung und Handel mit Betäubungsmitteln wurde er verurteilt und zweimal sogar inhaftiert. Im Jahr 1992 zeigte die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ ein von der Überwachungskamera aufgenommenes Foto des Täters eines Banküberfalls in Nürnberg. Daraufhin zeigte ein Polizeibeamter, der ihn flüchtig kannte, Stellwag als möglichen Täter an. Seine Statur reichte auch den Tatzeugen, um ihn als vermeintlichen Räuber zu identifizieren. Ausschlaggebend für seine Verurteilung im Jahr 1995 war dann jedoch ein anthropologisches Identitätsgutachten des Sachverständigen Cornelius Schott. Stellwags Ohrläppchen wurde ihm zum Verhängnis – und das obwohl acht Personen bezeugen konnten, dass er sich zum Tatzeitpunkt in Sachsen aufhielt. Er wurde verurteilt und saß mehrere Jahre im Gefängnis ab. Er galt als uneinsichtig und als „Tatleugner“, weshalb er die ersten sechs Jahre sogar in Einzelhaft verbringen musste.
Wenige Wochen nach der Haftentlassung Stellwags wurde mit Frank Michael G. der wirkliche Täter festgenommen. Er gestand die Tat, wurde ebenfalls verurteilt und entschuldigte sich vor Gericht öffentlich bei Stellwag. Dieser erkrankte während der Haft an Diabetes und litt während der Zeit im Gefängnis an einem Gehirntumor. Seit seiner Entlassung ist er erwerbsunfähig. Ihm wurde eine Haftentschädigung von etwa 60.000 DM gewährt. Auch der Gutachter Cornelius Schott wurde zu einer Schmerzensgeldzahlung an Donald Stellwag verurteilt. Diese umfasste 150.000 Euro. Stellwag war seither immer wieder in verschiedene Fälle verwickelt, beteuerte jedoch immer seine Unschuld und wurde kein weiteres Mal verurteilt.