AWZ Folge 5058 bei RTL+
: Dragan vergleicht Nicks Bisexualität mit Pommes rot-weiß

In der Seifenoper „Alles was zählt“ verletzt Dragan seinen Sohn Nick mit seiner Reaktion auf dessen Coming-out. Doch dann versucht er, sich mit einem ungewöhnlichen Pommes-Vergleich zu entschuldigen – und trifft damit offenbar genau den richtigen Ton.
Von
Judith Müller
Essen
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Dragan (Florian Thunemann, Rückansicht) stößt Nick (Raphael Kalkowski, l.) mit seiner unsensiblen Reaktion vor den Kopf.

Dragan (Florian Thunemann, Rückansicht) stößt Nick (Raphael Kalkowski, l.) mit seiner unsensiblen Reaktion vor den Kopf.

Collage, RTL

Bei „Alles was zählt“ hat Nick Lippmann (Raphael Kalkowski) seinem Vater endlich die Wahrheit gesagt: Er ist bisexuell und hatte etwas mit Luca Perez (Orlando Lenzen). Doch Dragans (Florian Thunemann) erste Reaktion fällt anders aus, als Nick es sich erhofft hat. Statt sich verstanden zu fühlen, bleibt der junge Kickboxer enttäuscht zurück. Erst ein ungewöhnliches Gespräch an der Pommesbude könnte die Wogen zwischen Vater und Sohn wieder glätten.

Nick outet sich vor Dragan – doch dessen Reaktion verletzt ihn

Nick hat lange überlegt, ob er seinem Vater von seiner Bisexualität erzählen soll. Schließlich fasst er sich ein Herz und gesteht Dragan, dass zwischen ihm und Luca mehr gelaufen ist als eine Freundschaft. „Du hast was mit Luca?“, fragt Dragan ungläubig nach.

Nick bestätigt seine Aussage: „Ja, also ich hatte was mit Luca.“

Sein Vater ist sichtlich überfordert und versucht zunächst, die Situation einzuordnen. „Wie? Also jetzt so im Sinne von ...“, beginnt er, bevor Nick ihn unterbricht: „Sex? Ja. Sowas kommt vor zwischen Männern.“

Dragan stottert herum. Er habe das nicht so gemeint, erklärt er, sei aber verunsichert, weil Nick am Vorabend im Club noch mit Claire Morell (Sharon Battiste) geflirtet habe.

Nick stellt daraufhin klar: „Ja, stimmt. Ich bin bi.“

Für Dragan scheint das zunächst eine neue Information zu sein. Er fragt, ob Nick und Luca demnach kein Paar sind. Als Nick wissen will, ob sein Vater darüber etwa erleichtert sei, reagiert Dragan erschrocken.

Natürlich sei er nicht erleichtert, beteuert er. Wenn Nick Liebeskummer wegen Luca habe, müsse er sich darüber doch nicht freuen. Zwar gebe es sicherlich Menschen, die gleichgeschlechtliche Beziehungen als unnatürlich empfänden, doch schließlich sei das Jahr 2026. Da sollte das doch kein Thema mehr sein.

Nick sieht das allerdings anders. „Anscheinend ja doch“, entgegnet er enttäuscht und lässt seinen Vater allein zurück.

Für Nick fühlt sich das Gespräch offenbar wie eine Zurückweisung an. Er hatte gehofft, dass Dragan ihn versteht und akzeptiert. Stattdessen bleibt vor allem der Eindruck, dass sein Vater mit seiner Sexualität nicht selbstverständlich umgehen kann.

Dragan erkennt seinen Fehler

Der geplante Vater-Sohn-Tag ist damit vorzeitig beendet. Als Dragan nach Hause kommt, wundert sich Isabelle Reichenbach (Ania Niedieck), dass er schon wieder da ist. Schließlich hatte er eigentlich den ganzen Tag mit Nick verbringen wollen.

„Ja, das wollte ich. Ich hab's total verkackt“, gibt Dragan traurig zu.

Er erklärt, dass er fest davon ausgegangen sei, Nick habe etwas mit Joana Perez (Josephine Martz). Dass sein Sohn stattdessen Gefühle für Luca hat, habe ihn offenbar völlig überrascht.

Als Dragan ihr schließlich erzählt, dass Nick etwas mit Luca hatte, scheint Isabelle schnell zu verstehen, worum es geht. Sie fragt ihren Partner direkt, was er zu seinem Sohn gesagt hat.

Dragan versucht, seine Reaktion zu erklären. Er habe nicht damit gerechnet, dass Nick auch auf Männer steht. Gerade in der Kickboxszene sei Homosexualität schließlich nicht unbedingt selbstverständlich. Dabei betont er, dass es ihm völlig egal sei, ob sein Sohn mit einem Mann oder einer Frau zusammen ist. Er sei in dem Moment schlicht überfordert gewesen.

Isabelle rät ihm deshalb, Nick genau das zu sagen. Doch Dragan ist unsicher: Was, wenn sein Sohn gar nicht mehr mit ihm reden will?

Nick bereut sein Coming-out – und macht Lennox Vorwürfe

Während Dragan darüber nachdenkt, wie er die Situation retten kann, lässt Nick seine Wut im Loft an einem Boxsack aus. Gegenüber Lennox Fischer (Leif Lunburg) macht er seinem Ärger Luft und bereut, auf dessen Rat gehört und sich seinem Vater anvertraut zu haben.

„Ja toll. Und alle leben glücklich bis an ihr Lebensende“, sagt Nick sarkastisch, als Lennox ihn daran erinnert, dass Dragan nun wenigstens Bescheid weiß.

Lennox versucht, ihn zu beruhigen. Vielleicht sei sein Vater einfach überrascht gewesen. Das bedeute noch lange nicht, dass er etwas gegen Nicks Bisexualität habe. Doch Nick ist vor allem von Dragans Blick enttäuscht. Er habe schließlich nicht erwartet, dass sein Vater ihm sofort begeistert um den Hals fällt. Aber die Reaktion habe ihn getroffen.

Lennox erinnert ihn daran, dass Dragan erst kürzlich einem anderen Kickboxer deutlich die Meinung gesagt hatte, nachdem dieser einen schwulenfeindlichen Spruch gemacht hatte. Damals habe Dragan klar Stellung gegen Homophobie bezogen.

Für Nick ist das allerdings kein Trost. „Ja, Bro, warum wohl? Da ging es auch noch nicht um seinen eigenen Sohn“, entgegnet er.

Damit spricht Nick einen wunden Punkt an: Es ist offenbar etwas anderes, sich grundsätzlich gegen Homophobie auszusprechen, als plötzlich selbst mit der Bisexualität des eigenen Kindes konfrontiert zu sein. Nick fragt sich, ob sein Vater ihn wirklich akzeptieren kann, wenn es um sein eigenes Leben geht.

Dragan findet an der Pommesbude die richtigen Worte

Dragan will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Er weiß inzwischen, dass er seinen Sohn mit seiner Reaktion verletzt hat, und möchte ihm erklären, was tatsächlich in ihm vorgegangen ist.

Die Gelegenheit ergibt sich später vor dem Steinkamp-Zentrum. Nick steht an der Pommesbude und schaut traurig Luca hinterher. Dieser ist gerade mit Claire unterwegs und entscheidet sich, lieber im „Punto d’Amore“ essen zu gehen, als bei Nick stehen zu bleiben.

Für Nick ist das ein weiterer schmerzhafter Moment. Offenbar hat er nicht nur mit der Reaktion seines Vaters zu kämpfen, sondern auch damit, dass die Beziehung zu Luca kaum noch zu retten scheint.

Dann taucht Dragan auf. „Hi Nick, können wir noch mal sprechen?“, fragt er vorsichtig.

Nick blockt zunächst ab: „Spar es dir.“

Doch Dragan lässt sich nicht so schnell abwimmeln. Er gibt zu, sich wie der letzte Idiot verhalten zu haben, und versucht, die richtigen Worte zu finden. Gerade als er sich entschuldigen will, kommt Nicks Bestellung: Pommes mit Mayonnaise.

Dragan bestellt sich ebenfalls eine Portion – allerdings mit Ketchup. Und plötzlich kommt er auf eine ungewöhnliche Erklärung.

Er sei eben eher der Ketchup-Typ, sagt er. Es gebe aber auch Leute, die Mayo und Ketchup zusammen auf ihre Pommes machten. Pommes Schranke eben. Na und? Jeder könne seine Pommes so essen, wie er wolle. Hauptsache, es schmecke. Manche würden sogar noch Zwiebeln darauf machen. Völlig verrückt, oder?

Nick, der gerade noch sauer war, kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Ich hab's verstanden“, sagt er.

Mit seinem unbeholfenen Vergleich versucht Dragan offenbar, seinem Sohn zu zeigen, dass es für ihn keinen Unterschied macht, wen Nick liebt. Auch wenn Menschen unterschiedliche Vorlieben haben, ist daran nichts falsch.

Dann wird Dragan ernst: „Nick, mir ist es völlig egal, wen du liebst. Mir ist es einfach nur wichtig, dass mein Sohn glücklich ist.“

Versöhnen sich Nick und Dragan nach dem Coming-out?

Dragan spricht auch das Thema Luca an. Egal, was zwischen den beiden vorgefallen sei, glaubt er, dass sie es wieder hinbekommen könnten. Doch Nick ist wenig optimistisch.

„Ich hab's verkackt. Diesmal endgültig“, sagt er. Von Anfang an sei es kompliziert gewesen, und inzwischen glaube er nicht mehr daran, dass es mit Luca noch etwas wird.

Dragan fragt daraufhin, ob er irgendetwas für seinen Sohn tun könne. Nick hat tatsächlich eine Bitte: In drei Wochen steht die Essener Stadtmeisterschaft im Kickboxen an, und er will sich ernsthaft auf den Wettkampf vorbereiten.

„Mach mich fit“, fordert er seinen Vater auf.

Dragan versteht zunächst, dass Nick sich emotionale Unterstützung wünscht. Doch Nick stellt klar, dass er vor allem als Trainer auf ihn zählt. Er wolle es diesmal wirklich ernst nehmen mit dem Training.

Dragan muss nicht lange überlegen: „Ja, logisch bin ich dabei.“

Damit finden Vater und Sohn zumindest einen Weg, wieder aufeinander zuzugehen. Dragan hat Nick deutlich gemacht, dass er ihn akzeptiert, und Nick gibt ihm eine neue Chance. Auch wenn der Vergleich mit Pommes rot-weiß reichlich unbeholfen ist, scheint die Botschaft angekommen zu sein.

Ob sich die Beziehung zwischen den beiden dadurch dauerhaft entspannt und ob Nick und Luca doch noch eine gemeinsame Zukunft haben, bleibt abzuwarten. Für den Moment sieht es jedoch so aus, als hätten Vater und Sohn einen wichtigen Schritt aufeinander zu gemacht.

„Alles was zählt“, Folge 5058, ist seit Mittwoch, 14. Oktober 2026, bei RTL+ abrufbar.

Sendehinweis zu „Alles was zählt“

„Alles was zählt“ (AWZ) wird montags bis freitags um 19:05 Uhr auf RTL ausgestrahlt. Auf RTL+ sind neue Folgen als Online-Preview meist eine Woche vor der TV-Ausstrahlung verfügbar. Die Streaming-Plattform bietet zudem alle bisherigen Episoden als Video-on-Demand an.

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