TikTok-Star verlässt Europa
: Influencerin zieht wegen Regenbogenflagge zurück nach Syrien

Dänemarks bekannteste Influencerin Salma Naddaf verlässt Europa – der Grund: Pride-Flaggen an den Schulen ihrer Kinder.
Von
Judith Müller
Kopenhagen
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Salma Naddaf, dänische Influencerin, verlässt Dänemark, da sie mit dessen Werten nicht einverstanden ist.

Salma Naddaf, dänische Influencerin, verlässt Dänemark, da sie mit dessen Werten nicht einverstanden ist.

Collage: Instagram @salma_naddaf_

Die syrische Influencerin Salma Naddaf, die in Dänemark berühmt wurde, hat überraschend beschlossen, nach Syrien zurückzukehren. Grund für ihren Schritt: Pride-Flaggen an den Schulen ihrer Kinder, die für Naddaf ein Symbol darstellen, das nicht mit den traditionellen Werten ihrer Familie vereinbar ist.

Vom Bürgerkrieg nach Dänemark – und an die Spitze der Social-Media-Welt

Salma Naddaf, heute 36 Jahre alt, floh 2014 mit ihrer Familie aus dem vom Krieg zerstörten Syrien nach Dänemark. Bereits fünf Jahre später startete sie auf YouTube, TikTok und Instagram arabischsprachige Do-It-Yourself- und Bastel-Videos, oft mit religiösem Bezug. Ihre familiäre, charmante Art machte sie schnell berühmt: Heute hat Naddaf über 10 Millionen Follower und gilt laut HypeAuditor als die bekannteste TikTokerin Dänemarks.

Emotionale Abschiedserklärung

In einem Video erklärte Naddaf, warum sie Dänemark verlassen hat: „Meine Kinder sollten nicht an einem Ort aufwachsen, dessen Sitten und Traditionen unseren nicht ähneln.“ Der Auslöser waren Regenbogenfahnen an den Schulen ihrer Kinder – ein Symbol der LGBTQ+-Bewegung, das für Naddaf den Bruch Europas mit traditionellen Werten signalisiert. Unter Tränen betonte sie: „Ich könnte es absolut nicht ertragen, dass meine Kinder in dieser Umgebung aufwachsen.“

Dankbarkeit trotz Abschied

Trotz der Rückkehr nach Syrien zeigte sich Naddaf dankbar für ihre Zeit in Europa: „Ich habe gelernt, tolerant zu sein – gegenüber allen Menschen, egal welcher Religion oder Herkunft.“ Für die Zukunft ihrer Kinder sah sie jedoch keine Alternative: „Meine Rückkehr nach Syrien war wichtig für ihre Zukunft.“

Kontroverse und Reaktionen

Die Rückkehr von Naddaf sorgt international für Diskussionen. Während einige ihre Entscheidung respektieren, kritisieren andere sie als Rückzug von liberalen Werten. Viele schreiben in den Kommentaren Dinge wie: „Wenn du nicht den gleichen Wert aller akzeptieren kannst, hast du in Europa nichts zu suchen, wenn du denkst, dass deine armen Kinder jetzt ein besseres Leben haben werden, wirst du zutiefst enttäuscht sein.“