Es war dieser Wein. Dieser eine Rotwein, der Marcel Mühlberger verzauberte: Chateau Mouton-Rothschild, Jahrgang 1989. Edeltropfen aus Frankreich. Sündhaft teuer, 500 Euro pro Flasche. „Doch jeden Cent wert. Intensiv, leicht –einfach atemberaubend“, schwärmt er. Als Auszubildender im Aalener Weinmarkt „Grieser“ kam der damals 19-Jährige in den Genuss. „Dieses Erlebnis hat alles verändert“, sagt Mühlberger. „Danach habe ich jedes Buch über Wein verschlungen.“

Auf der Ladenfläche der „Vinothek Freiheit“ bietet Inhaber Marcel Mühlberger 400 verschiedene Etiketten an.
© Foto: Marcel Stemmer

Vinothek Freiheit: Seit 1. Oktober geöffnet

Zwölf Jahre später steht Mühlberger in seiner eigenen Weinhandlung in Ulm. „Vinothek Freiheit“ heißt der Laden in der Hoheschulgasse, der seit 1. Oktober geöffnet hat. Dunkelrote Wände, hellbraune Einrichtung, überall stehen Weinflaschen. 400 Etiketten hat Mühlberger im Sortiment, Tropfen aus Deutschland, Italien und Frankreich, aber auch aus den USA, Argentinien oder Südafrika sind dabei.

Mühlbergers Philosophie: Er möchte sich Zeit nehmen, beraten, den Kunden probieren lassen. Wichtig ist ihm auch: „Dieser Laden ist kein Ort, wo Weinkenner unter sich bleiben. Hier wird niemand für seinen Geschmack verurteilt oder gar belächelt. Neueinsteiger und Experten können sich zwanglos durchprobieren, daher auch der Name ,Freiheit‘.“

Mit seiner Vinothek setzt Mühlberger „alles auf eine Karte“. Eine mittlere fünfstellige Summe habe er aufgebracht, um die Räumlichkeiten nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Dabei waren auch seine Qualitäten als Heimwerker gefragt: Mühlberger hämmerte, bohrte und montierte –bis er mit dem Ergebnis zufrieden war.

Der Kellerraum in der „Vinothek Freiheit“ gehört zu den Highlights der Weinhandlung.
© Foto: Marcel Stemmer

Weinhandlung in Ulm: Mühlberger will Weinbar einrichten

Besonders stolz ist der 31-Jährige auf den Keller. Im Zentrum des Raumes steht ein großer runder Holztisch – umrahmt von Weinregalen. Hier lagern Mühlbergers Schätze. Die teuren Roten, die seltenen Weißen. Verkauft werden sie nur auf Anfrage. Zudem gehen hier in regelmäßigen Abständen Weinseminare über die Bühne. „Wenn ich von der Stadt eine Schankgenehmigung erhalte, möchte ich hier eine Weinbar etablieren“, erklärt Mühlberger. Dann zieht er eine besondere Flasche aus dem Regal. Sie ist leer. Chateau Mouton-Rothschild, Jahrgang 1989. Die Flasche von damals. Im Keller der „Vinothek Freiheit“ hat sie ihren Ehrenplatz.

Hat einen Ehrenplatz im Keller der „Vinothek Freiheit“: eine leere Flasche Chateau Mouton-Rothschild, Jahrgang 1989.
© Foto: Alexander Kern

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

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