Anfang der Woche gaben Staatsanwaltschaft und Polizei Ulm bekannt, dass eine 14-Jährige in Ulm vermutlich Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Der Missbrauch soll sich in der Halloween-Nacht ereignet haben. Das Mädchen soll einen der fünf Männer, die sich an ihr vergangen haben sollen, gekannt haben.

Kritik an Ulmer OB Gunter Czisch für Äußerungen

Der Oberbürgermeister von Ulm, Gunter Czisch, äußerte sich am Mittwoch zu der Tat und musste viel Kritik für seine Aussage einstecken. Im Laufe des Tages gab er ein weiteres Statement ab, in dem er sich für seine „missverständlichen“ Aussagen entschuldigte.

Das sagt Markus Mössle zu der Vergewaltigung in Ulm

Markus Mössle, AfD Gemeinderat in Ulm, reagierte in einer Presserklärung auf den Vorfall und die Aussagen des Ulmer OB. Zunächst ruft Mössle zur Besonnenheit auf: „Lassen wir Staatsanwaltschaft und Polizei ihr Aufgabe erfüllen, bevor wir wie bei anderen Gelegenheiten, beispielsweise im Fall des psychisch Erkrankten in Halle, zu vorschnellen Schlüssen kommt“, schreibt er. Er lobe die Zurückhaltung bei der Herausgabe von Details durch die Ulmer Staatsanwaltschaft, fordere jedoch gleichzeitig eine „lückenlose Aufklärung der Tat“, sowie Information der Öffentlichkeit. „Gerade die Frage der Herkunft, die Frage nach bereits zuvor begangenen Straftaten und ob die jeweiligen Täter nicht längst hätten abgeschoben werden müssen, beschäftigt immer mehr die Bürger, die mit ihren Steuern deren Aufenthalt in Deutschland finanzieren“, wird Mössle weiter zitiert.

Eltern müssen Kindern auch vertrauen

Den Vorwurf von OB Czisch in Richtung der Eltern der 14-Jährigen, kann er nicht nachvollziehen: „Halloween hat sich (...) zu einer regelrechten Zwangsveranstaltung für Kinder und Jugendliche entwickelt“, schreibt er. „Auch in einer solchen Nacht müssen Eltern auf eine Rückkehr bis spätestens 22 Uhr pochen, aber auch Vertrauen in ihr nun jugendliches Kind setzen“. Dennoch äußert er auch Kritik: In einer Zeit, in der ganztägige Betreuungsangebote ausgebaut werden, spricht Mössle von einer „Volkaskomentalität“ bei manchen Eltern als „unerwünschte Begleiterscheinung“.

Mössle fordert Sicherheit für Einheimische statt Seenot-Gerettete

Daher erscheine ihm in Nächten wie Halloween der kombinierte Einsatz von Polizei, kommunaler Ordnungsbehörde und Jugendamt als sinnvoll. Ulm solle zu einer sicheren Stadt für Einheimische werden, „statt zum sogenannten sicheren Hafen für Seenot-Gerettete“.