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Bahnhofstraße
Ulm / Frank König  Uhr
Die Bauarbeiten für das neue Stadtquartier um den Albert-Einstein-Platz in Ulm herum liegen im Zeitplan. Die Eröffnung ist an Ostern 2020. Neuestes Gebäude ist das Hotel Lindner.

Am Eingangstor zur City gegenüber vom Hauptbahnhof nimmt das neue Stadtquartier der Sedelhöfe mit Shopping, Gastronomie, Büros und Wohnungen zunehmend Kontur an. Der Komplex wächst immer mehr aus der 17 Meter tiefen Baugrube heraus. Inzwischen sind die fünf Meter hohen Wände des Erdgeschosse aufgerichtet. So wird erstmals die enorme Dimension der Sedelhöfe mit fünf Gebäuden sichtbar: Neuestes Element ist das Lindner-Hotel am Bahnhofplatz 7. Der Einstein-Platz im Zentrum ist bereits asphaltiert.

Seitens des Sedelhöfe-Investors DC ließ Lothar Schubert offen, inwieweit Bausteine aus den an Ort und Stelle entdeckten Grundmauern des Geburtshauses von Albert Einstein als Exponate ausgestellt werden können. Auch die umstrittene Beton-Außentreppe auf den Platz ist erkennbar. Die IHK wollte eine zweite Rolltreppe, weil die unweit entfernte Rolltreppe im Gebäude-Inneren eine Bevorzugung der Sedelhöfe gegenüber dem Althandel der Bahnhofstraße darstelle.

Online-Handelsriese Zalando kommt mit einem Outlet nach Ulm. Einer Mitteilung des Unternehmens zufolge soll das bis 2020 der Fall sein.

Zeitplan für die Sedelhöfe steht

Schubert hält an seinem Zeitplan fest: Eröffnung zu Ostern 2020. Inzwischen ist auch der Anschluss des ersten Untergeschosses an die neu entstehende Bahnhofspassage zu erkennen – für deren Bau das Rathaus die Friedrich-Ebert-Straße bis ins nächste Jahr hinein einseitig sperrt. Die unteren der drei Tiefgaragen-Ebenen sind mit Lüftungsanlagen bereits im Innenausbau. Es entstehen 700 Stellplätze. Über die bisher genannten Mieter Edeka, DM und Zalando hinaus sind keine neuen Namen bekannt. Verhandlungen mit potenziellen Ankermietern kommen nach Schuberts Worten erst in Schwung: „Der Vorlauf im Einzelhandel wird immer kürzer.“ Angesichts der Lage im Handel würden Mietverträge sogar für nur drei Jahre nachgefragt, was für Vermieter schwierig sei. DC hat die Sedelhöfe an die Aachener Grundvermögen verkauft, behält aber vorerst das Hotel im Eigenbesitz.

Die Sedelhöfe-Großbaustelle im Herzen Ulms erfordert ein präzises Miteinander von den Arbeitern am Boden und ihren Kollegen in der Höhe - inklusive Vorfahrtsregel.

Lindner-Hotel soll „Wohnzimmer“ der Stadt werden

Im Lindner-Hotel mit Eröffnung nach den Sedelhöfen im Herbst soll das neue „Wohnzimmer“ der Stadt entstehen. Das kündigte Otto Lindner an. Hauptattraktion des Vier-Sterne-Hotels soll die Dachterrasse mit Restaurant und Lounge im achten Obergeschoss werden: mit Blick über die Stadt. Die Lounge richte sich nicht nur an Hotelgäste, sondern an die Menschen in Ulm und Region. Sie sollen sich hier treffen und vernetzen, sagte Lindner. Das Konzept werde einem „riesigen Trend“ gerecht: „alleinreisenden Business-Frauen“. Sie würden sich „nie allein in eine Bar setzen“, aber an einem belebten Hotspot fehle diese Hemmschwelle.

Lindner setzt mit der Zweit­linie der „Me & All“-Hotels stark auf das Umfeld großer Bahnhöfe, weil sich bei jungen Zielgruppen die Mobilität verändere. Solche Standorte von Lindner gibt es bereits in Düsseldorf und Mainz – demnächst auch in Stuttgart im Umfeld des Bonatzbaus.

Blick auf die Baustelle der Sedelhöfe in Ulm .

Der Standort Ulm profitiert aus Lindners Sicht nicht zuletzt von der schnellen ICE-Trasse nach Stuttgart und sei mit Blick auf die lokal diskutierten Hotelkapazitäten nicht überbelegt: „Die touristische Entwicklung ist gut.“

Das Motto des Hotels in Ulm: Urban Gardening, also städtisches Gärtnern – schon mit einer bepflanzten Wand an der Rezeption im Erdgeschoss. Ein- und Auschecken sollen mit Hilfe von Smartphones kombiniert werden.

Bei Events auf der Dachterrasse setzt Lindner auf die Mitwirkung örtlicher Kultur-Akteure wie Bands und Comedians: „Wir möchten die Local Heroes haben.“ Es soll jeden zweiten oder dritten Tag eine Veranstaltung geben, auch After-Work-Partys.

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Video Interview mit dem Hotelier Otto Lindner

35 Hotels in sieben Ländern

Bahnhofplatz 7 Der Hamburger Sedelhöfe-Investor DC hat die Lindner Hotels AG unter 15 Interessenten ausgewählt. Weil das vom Ulmer Büro Mühlich Fink geplante Hotel auf dem Bahnhofplatz 7 erst später hinzukam, soll der Zeitverzug gegenüber den eigentlichen Sedelhöfen unter Verwendung von Fertigteilen aufgeholt werden. Die Fassade des Hotels werde jedoch sehr aufwendig, hieß es. Im Erdgeschoss sollen kleinere Boutiquen einziehen.

Hotelkette Das Familienunternehmen Lindner verfügt über 35 Hotels in sieben Ländern und eine hohe Zimmerauslastung von 73 Prozent. Der Zimmerpreise in Ulm sollen zwischen 90 und 220 Euro liegen – je nach Tagesauslastung.