Der Balkon gehört zu einem Teil der Wohnung für den der Mieter für dessen Gebrauch Miete bezahlt. Kann er den Balkon also nach Lust und Laune nutzen? Nicht unbedingt, sagt das Mietrecht. Es gibt Grenzen was die Nutzung angeht: wenn Mitbewohner und Nachbarn dadurch gestört werden und es nicht mehr zumutbar wird. Es ist allerdings nicht alles verboten, was auf den ersten Blick negative Auswirkungen hat. Gewisse Dinge muss der Nachbar hinnehmen, auch wenn er sich gestört fühlt.

Was der Mieter auf seinem Balkon darf und was nicht

Bepflanzung

Ob Gemüse, Kräuter oder Blumen. Erlaubt ist fast alles. Der Eigentümer darf hier keine Vorschriften machen. Vorsicht ist allerdings beim Anbringen von Blumenkästen geboten. Zumindest auf der Brüstung oder der Innenseite des Balkons ist es erlaubt, sofern eine Gefährdung ausgeschlossen ist. Da der Vermieter die Verkehrssicherheitspflicht hat - sprich, er muss dafür sorgen, dass Fußgänger und Fahrzeuge nicht von herabfallenden Blumenkästen oder Töpfen gefährdet werden ­- ist es nicht ratsam Blumenkästen an der Außenseite des Balkons anzubringen.

Vorsicht ist beim Anbringen von Blumenkästen geboten
© Foto: Nicolas Armer/dpa

Möbel

Tische, Stühle oder ein Sessel für den Urlaub auf Balkonien darf vom Vermieter nicht verboten werden.

Bauliche Veränderung

Wer seinen Balkon individuell gestalten will, der kommt ohne Zustimmung des Vermieters sehr schnell an seine kreativen Grenzen. Das gilt besonders bei Eingriffen in die bauliche Substanz. So braucht das Anbringen einer Markise die Genehmigung des Vermieters, dann wenn die Anbringung eine bauliche Veränderung darstellt. Dasselbe gilt auch, wenn man vor hat seinen Balkon zu fliesen oder die Balkonwände nach eigenen Vorstellungen zu streichen.

Nackt auf dem Balkon

Es gibt Dinge die man nicht unbedingt gesehen haben muss, dazu gehört auch der Nachbar, der es sich auf dem Balkon textilfrei gemütlich gemacht hat. Obwohl der Anblick negative Auswirkungen haben kann: solange der Nachbar einen nicht stört, darf er, so laut Mieterschutzverein Berlin, nackt auf seinem Balkon herumlaufen.

Sex kann den Hausfrieden stören

Wer sich auf seinem Balkon hemmungslos vergnügt, muss damit rechnen, dass dies nicht bei allen Hausbewohnern und Nachbarn gut ankommt. Wenn sich ein Mieter beim Vermieter deswegen beschwert, kann der Vermieter durchaus ein Verbot aussprechen, da durch diese sexuelle Handlungen auf dem Balkon der Hausfrieden gestört wird. Eine Entscheidung des Amtsgericht in Bonn gab einem Nachbarn recht, der sich über ein Paar, das Sex auf der Terrasse hatte, beschwerte. (AZ: 8 C 209/05).

Grillen

Laut Deutscher Mieterbund ist das Grillen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten den Mietern grundsätzlich erlaubt. Nachbarn müssen dies akzeptieren. Ist aber im Mietvertrag ausdrücklich das Grillen auf Balkon oder Terrasse verboten, müssen sich Mieter daran halten. Wer das Grillverbot missachtet, riskiert eine Abmahnung oder sogar die Kündigung (LG Essen 10 S 438/01).

Nicht auf jedem Balkon ist das Grillen erlaubt.
© Foto: Monique Wüstenhagen/dpa

Aber auch ohne entsprechende Regelung im Mietvertrag darf dann nicht gegrillt werden, wenn Rauch in Nachbarwohnungen zieht. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Grill auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten steht. Bei wesentlichen Beeinträchtigungen durch Ruß, Rauch oder dichten Qualm liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Rauchen

Grundsätzlich gilt, jeder Mieter hat das Recht auf seinem Balkon zu rauchen. In diesem Fall handelt es sich dabei um den vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung. Allerdings muss Rücksicht auf die Nachbarn genommen werden. Fühlt sich der Nachbar durch Gerüche, Lärm oder den Rauch gestört, kann er einen Unterlassungszuspruch geltend machen.

Mit etwas Rücksicht darf auf dem Balkon jederzeit gequalmt werden.
© Foto: dpa

Das könnte dich auch interessieren:

Nellingen-Aichen