Krebstherapie Hilde Mattheis unterstützt Methadon-Petition

Methadon in der Krebstherapie? (Symbolbild)
Methadon in der Krebstherapie? (Symbolbild) © Foto: Weigert
Erbach / Ulrike Schleicher 14.09.2018

Im Juni hat der Erbacher Alexander Schaible eine Petition mit rund 4000 Unterschriften gestartet. Dabei handelt es sich um Forschungsmittel für die Behandlung von Tumoren mit dem Drogenersatzstoff Methadon. Der deutsche Bundestag soll beschließen, dass Forschungsgelder aus öffentlicher Hand gezielt für klinische Studien zum Einsatz von D,L-Methadon (Methadonhydrochlorid) bei der Behandlung von Krebspatienten unterschiedlichster Tumorerkrankungen zur Verfügung gestellt werden sollen.

Unterstützung von Hilde Mattheis

Inzwischen ist die Zahl der Unterschriften auf mehr als  53.000 gestiegen. Darunter ist auch die der Ulmer SPD-Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis, die möchte, dass „in der Diskussion nun endlich Klarheit herrscht“. Deshalb unterstütze sie die Anhörung vor dem Petitionsausschuss am 5. November, wo Schaible seine Argumente darstellen will.

Mögliche Krebstherapie

Seine Grundlage: die Forschungsergebnisse der Ulmer Wissenschaftlerin Dr. Claudia Friesen, Chemikerin am Rechtsmedizinischen Institut der Uni Ulm. Wie mehrmals berichtet,  hatte Friesen in Laborversuchen zeigen können, dass der Drogenersatzstoff, der zur Behandlung von Heroinabhängigen eingesetzt wird, in Verbindung mit einer Chemotherapie eine besonders nachhaltige Wirkung bei der Therapie von Krebserkrankungen entfaltet. Und zwar insofern, dass Methadon zunächst  die Krebszelle aufschließt und im weiteren Verlauf bewirkt, dass das Chemotherapeutikum besser aufgenommen wird. Letztlich verhindere Methadon, dass die Krebszelle das Chemotherapeutikum nach außen pumpt. Somit bleibe es länger und in höherer Konzentration in der Krebszelle, die in der Folge abstirbt.

Hoffnung für Menschen

Allerdings fehlen bisher eindeutige klinische Studien, welche diese Wirkung bestätigen. Kritiker warnen zudem vor Wechsel- und Nebenwirkungen mit anderen Medikamenten, zudem zweifeln sie generell den Nutzen des Schmerzmittels in der Krebstherapie an. Trotzdem befürwortet Hilde Mattheis die Forschung: „Diese Ergebnisse haben vielen Menschen Hoffnung gegeben. Wir brauchen hier eine belastbare Studie und endlich Klarheit. “ Gleichzeitig könne mit der angestrebten Untersuchung des Medikaments auch der auf die onkologische Ärzteschaft entstandene Druck reduziert werden.

Die Sammlung der Unterschriften war bereits am 10. Juli abgeschlossen. Weil das Online-Portal des Deutschen Bundestags nur bedingt funktionierte – nur etwas mehr als 9000 kamen so  zusammen – aktivierte Schaible die Mitglieder seiner Facebook-Gruppe. Am Ende standen über 53.000 Unterschriften. Darüber freute sich auch Claudia Friesen, die Schaibles Vorhaben unterstützt.

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