In den Pfingstferien beginnt in der Valckenburgschule in Ulm die Sanierung der Mensa­küche. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte September und kosten etwa 750 000 Euro. Das ist aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Jahren auf die Schule, die Lehrkräfte und die etwa 1600 Schülerinnen und Schüler zukommen wird. Der Ausschuss für Bildung und Soziales des Kreistags hat in seiner jüngsten Sitzung einem umfangreichen Sanierungsprogramm grundsätzlich zugestimmt.

Kosten von bis zu zehn Millionen Euro für Sanierung

Auf den Alb-Donau-Kreis als Schulträger kommen damit erhebliche Investitionen zu. Eine Kostenschätzung des Ingenieurbüros Drees und Sommer aus dem Jahr 2013 von 6,5 Millionen Euro dürfte überholt sein. Mit bis zu zehn Millionen Euro sei durchaus zu rechnen, sagte Landrat Heiner Scheffold. Die muss der Landkreis aber nicht alleine stemmen. Wie kürzlich berichtet, kommen aus dem Schulsanierungsfonds des Landes knapp vier Millionen Euro. Zudem rechnet der Landkreis nach den Worten von Johannes Müller, im Landratsamt Leiter des Fachdienstes Finanzen, Schulen, Liegenschaften, mit 500 000 Euro aus dem Förderprogramm „Klimaschutz plus“. Nach den Zuschussricht­linien des Landes müsse „spätestens im April 2020“ mit den Arbeiten begonnen werden.

Was alles saniert werden muss

Geplant ist, zunächst die beiden Flachdächer des Schulkomplexes zu sanieren, die bislang letztmals im Jahr 1993 hergerichtet worden sind: über der Mensa und über einem weiteren Teil des Altbaus. Dieser ist inzwischen 41 Jahre alt und weist nach Müllers Worten noch eine passable Substanz auf. „Funktional ist das Gebäude in einem guten Zustand.“

Was Wärmedämmung, Fenster und Lüftungstechnik angeht, ist das Ingenieurbüro Drees und Sommer bereits vor sechs Jahren allerdings zu einem verheerenden Urteil gekommen: In den Räumen ist es im Sommer zu warm, im Winter wird Heizenergie verschwendet. Was den Wärmeverbrauch anbetrifft, verfügt der Alb-Donau-Kreis über kein schlechteres Schulgebäude.

Dass die Beschwerden über schlechte Luft in den Klassenzimmern berechtigt sind, ist laut Ralf Buchholz vom Ingenieurbüro durch Messungen bestätigt worden. Demnach ist die CO2-Konzentration in der Raumluft so hoch, dass die Konzentrations­fähigkeit leidet. Was Landrat Scheffold nur halb scherzhaft gemeint kommentierte: „Ich hoffe, die Schülerinnen und Schüler schlafen nicht beim Abitur ein.“

Unabhängig von der Dach­sanierung ist daher vorgesehen, die Fassade und die Lüftungs­technik des Altbaus komplett zu sanieren. Ausgenommen sind der Erweiterungsbau aus den Jahren 2001 bis 2003, die Sporthalle sowie deren Anbau.

Erhebliche Beeinträchtigung des Schulbetriebs

Das Großvorhaben dürfte den Betrieb der Valckenburgschule erheblich beeinträchtigen. Zudem stellen möglicherweise notwendige Ausweichquartiere – zum Beispiel in Bürocontainern – einen weiteren Kostenfaktor dar. CDU-Kreisrat Sebastian Wolf sagte deshalb im Ausschuss, wenn möglich sollten Auslagerungen des Unterrichts vermieden werden. Darauf angesprochen, sagte Schulleiter Jan-Stefan Hettler, die Möglichkeiten der Schule seien sehr begrenzt. Freie Räume gebe es kaum.

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Fertigstellung bis Ende 2022


Zeitplan Am 1. Juli soll das Ingenieurbüro Drees und Sommer im Bildungs­ausschuss des Kreistags ein aktualisiertes Konzept zur Sanierung von Fassade und Lüftungstechnik der Valckenburgschule vorlegen. Dazu gehört eine neue Kostenschätzung. Ferner soll in der Sitzung die EU-weite Ausschreibung der Sanierungs­planung beschlossen werden. Die beiden Dachflächen sind aber nicht Teil dieses Pakets. Deren Sanierung wird der Ausschuss voraussichtlich am 7. Oktober formal beschließen. Bis dahin müssen die Angebote für die Sanierungsplanung vorliegen, so dass sich die Kreisräte für ein Büro entscheiden können. Im Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten an den Dächern beginnen. Dann werden die Kreisräte den Baubeschluss für die Fassaden- und Techniksanierung fassen. Ende 2022 soll alles fertig sein.