Foschung Die Uni Ulm geht in die Luft

Ein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gesteuerter Galileo-Satellit.
Ein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gesteuerter Galileo-Satellit. © Foto: DLR
Ulm / ruk 09.11.2018
Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt siedelt auf dem Campus ein Institut für Quantentechnologie an. Für Präsident Weber ein „grandioser Erfolg“.

Wird die Uni Ulm jetzt ins All starten? Zum Mond oder noch weiter: zum Mars fliegen? Nein, zumindest nicht direkt. Also nicht gleich. Seit der jüngsten Sitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist aber klar: Auf dem Campus der Uni wird das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein Institut errichten. Das neue Institut wird sich mit der Entwicklung von Quantentechnologien für Satelliten beschäftigen; es erhält eine Finanzierung von rund 11 Millionen Euro pro Jahr. Wie bei außeruniversitären Forschungseinrichtungen üblich, wird der Bund 90 Prozent der Kosten, das Land die restlichen 10 Prozent übernehmen.

„Das ist ein grandioser Erfolg für den Standort“, freut sich Uni-Präsident Michael Weber. Die Ansiedlung des außeruniversitären Forschungsinstituts auf dem Uni-Campus zeige, „dass wir in Deutschland eine herausragende Rolle in der Quantentechnologie spielen“. Das Konzept für das neue Institut sei in Zusammenarbeit von DLR und Uni erfolgt, sagte Weber. Details würden ausgearbeitet, „wenn wir den Bescheid aus Berlin erhalten haben“. Als Direktor des neuen Instituts ist Prof. Wolfgang Schleich, derzeit Leiter des Instituts für Quantenphysik an der Uni Ulm, im Gespräch.

Forschung in der Quantentechnologie

Inhaltlich wird das neue DLR-Institut anwendungsnah forschen, das heißt: Es geht um Satellitentechnik, einen Bereich also, in dem die Quantentechnologie bereits an der Schwelle der Einsatzreife steht. Mit der Quantentechnologie können Satelliten zehnmal leistungsfähiger werden als die aktuelle Generation. Beispiel Quantennavigation: „Über hochgenaue Quanten-Uhren lassen sich Positionen exakt bestimmen, viel exakter als heute. Das ist der Schritt zu einer neuen GPS-Generation“, erklärt der Uni-Präsident. Beispiel Quantensensorik: Mit ihrer Hilfe lässt sich die Erde noch viel besser, das heißt: räumlich hoch aufgelöst, beobachten, so Weber, der insbesondere die Rolle der Ulmer CDU-Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer bei der DLR-Ansiedlung hervorhebt. „Sie hat sich massiv für den Standort Ulm eingesetzt.“

Kemmer selber sagte, dass sich der Einsatz gelohnt habe. „Es wurden hier keine verfrühten Weihnachtsgeschenke verteilt. Es war harte politische Fleißarbeit, die letztendlich zum Erfolg geführt hat.“ Die Vorreiterrolle Ulms und der Region als Innovations-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort werde damit weiter gestärkt. „Und wo könnte die Kombination aus Quantenphysik und Raumfahrt besser aufgehoben sein als in der Geburtsstadt Albert Einsteins?“

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Wie steht das Land zum neuen Institut?

Anfrage Der Ulmer SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir bezeichnet die Ansiedlung des DLR-Instituts als „wichtigen Baustein für die Wissenschaftsstadt Ulm“. In einem Schreiben an die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) fordert er Auskunft darüber, ob und in welcher Höhe das Land der Kofinanzierung nachkommt und ob die Landesmittel im anstehenden Nachtragshaushalt enthalten sind.

Unterstützung Hoffmeister-Kraut hatte bereits im Juni 2018 die DLR-Ansiedlung in Ulm in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier begrüßt und versichert, die DLR-Initiative nachdrücklich zu unterstützen.

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