„Protzig und hässlich am Donauufer“ oder „Die Stadt macht sich keine Mühe, ein altes, historisches Gebäude zu erhalten“. Mehr noch: „Noch so ein Einheitsbrei-Klotz an der Donau“ oder „Es ist soooo schade. Das jetzige Gebäude ist einfach etwas Besonderes!“ Die Reaktionen auf den geplanten Abbruch des Barfüßer-Brauhauses am Neu-Ulmer Donauufer sind in den öffentlichen Netzwerken wie Facebook überwiegend negativ.

Wie berichtet, will der Gastronom Ebbo Riedmüller das über 80 Jahre alte ehemalige Offizierskasino abbrechen und durch einen Hotelneubau mit insgesamt sieben Geschossen samt Tagungsräumen, Gastronomie und Biergarten ersetzen. Einen entsprechenden Bebauungsplan wird die Stadt bald auf den Weg bringen, so dass Riedmüller das Gebäude auf eigene Kosten bauen kann, immerhin für mehr als 10 Millionen Euro. Das Grundstück soll ihm durch die Übertragung eines Erbbaurechts für 60 Jahre zur Verfügung gestellt werden.

Warum kein Wettbewerb?

Riedmüllers Pläne waren auch schon Thema in den zuständigen Ausschüssen des Stadtrats, allerdings nicht öffentlich. Dort soll es auch kritische Stimmen gegeben haben, die den Abbruch bedauerten. Eine Forderung: Sollte am Abriss kein Weg vorbei gehen können, weil der Erhalt wirtschaftliche unsinnig sei, müsse auf jeden Fall eine Ausschreibung und eine Art Wettbewerb stattfinden. Die Angst vor einem Abspringen Riedmüllers sei in der Stadtverwaltung offenbar groß gewesen, man habe seine Pläne einfach durchgewunken.

„Das Ganze ist noch nicht geschwätzt“

Eine von den Kritikerinnen ist Christina Richtmann, die Fraktionschefin der FWG. „Das Ganze ist noch nicht geschwätzt“, sagte sie am Mittwoch. Ihre Fraktion werde nochmals nachlegen, zuerst auf den Erhalt und – falls das nicht möglich ist – auf einen Wettbewerb dringen. Richtmann vergleicht das Ganze mit dem Brückenhaus-Neubau der Neu-Ulmer Sparkasse auf der Donauinsel. „Erst auf Druck aus der Öffentlichkeit und aus dem Stadtrat kam der Wettbewerb zustande.“ Und darauf hofft sie erneut. Ins gleiche Horn stößt auch der FDP-Fraktionschef Alfred Schömig, der für sich reklamiert, in der nichtöffentlichen Sitzung dagegen gestimmt zu haben.

Eine Anruferin bei der SÜDWEST PRESSE zeigte sich auch entsetzt über Riedmüllers Pläne: „Da müsste man eine Petition zum Erhalt des Gebäudes auf den Weg bringen.“

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