Sobald jemand an das große Freigehege herantritt, strecken die ersten Kamele neugierig ihre Köpfe in die Luft. Langsam kommen einige herangetrabt. Andere stehen sogar extra auf, um die Besucher zu begutachten. Die Kamele gehören als fester Programmpunkt zur Show des Circus Alberti. Roberto Frank, der Chef des Zirkus, trainiert die Tiere und tritt mit ihnen in der Manege auf. Seit Beginn der Woche stellen die Zirkuskünstler gemeinsam das große Zelt auf dem Festplatz der Kocherwiesen in Steinbach auf. Am heutigen Donnerstag sind die Künstler dann zum ersten Mal in Aktion zu erleben.
Normalerweise finden 500 Gäste in dem Zelt Platz. Doch um die notwendigen Abstände einhalten zu können, sind nur 120 Stühle für die Zuschauer aufgestellt. Es läuft ab „wie im Restaurant“, erklärt Frank. Am Eingang begrüßen die Darsteller die Gäste und weisen ihnen die Plätze zu. Personen aus einem Haushalt dürfen zusammensitzen. Nachdem die Zuschauer sich hingesetzt haben, können sie auch die Maske abnehmen. „Sonst schmecken die Zuckerwatte und das Popcorn nicht“, merkt Roberto Frank an und lacht.
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Betteln

Belohnung für die lange Arbeit

„Für uns ist die Zeit in der Manege Erholung“, erzählt er. Frank und sein 25-köpfiges Team haben sich monatelang auf die Tournee vorbereitet und freuen sich auf die begeisterten Blicke der Kinder und Erwachsenen. Das Programm geht zwei Stunden lang. Dabei zeigt Tiertrainer Frank, was seine Kamele alles draufhaben. Zusammen mit Friesenpferden, Lamas und Ponys präsentieren sie sich in der Manege und werden von Livemusik begleitet.
Außerdem zeigen er und seine Frau eine Auswahl an artistischen Einlagen, wie eine Trapeznummer und Handstände auf einer Stuhlpyramide. Ein Clown darf natürlich auch nicht fehlen. Insgesamt stehen 20 Künstler in der Manege und fünf kümmern sich außerhalb des Zeltes darum, dass die Tiere bereit sind, wenn sie gebraucht werden. Nach der Vorstellung können alle Tierliebhaber noch auf den Kocherwiesen bleiben und Kamele oder Ponys reiten. Wer sich das nicht traut, kann sie auch einfach nur streicheln.

Circus Alberti konnte sich in der Corona-Pause dank Spenden über Wasser halten

In der Vergangenheit hatte der Zirkus immer wieder Probleme mit „Tierrechtlern“, erzählt der Zirkuschef. Er betont, dass sich immer jemand um das Wohl der Tiere kümmere. „Wir sind die Tierschützer, nicht diejenigen, die uns in Verruf bringen“, erklärt er. „Unseren Tieren geht es bei uns gut. Man sieht doch, wie dick und vollgefressen sie sind. In keinem Zoo sehen sie besser aus.“
Während der coronabedingten siebenmonatigen Schließung hat der Zirkus einen Spendenaufruf gestartet, um sich über Wasser halten zu können. Neben Geld, das für Strom und Essen zusammenkam, haben sie vor allem Futterspenden aus der Bevölkerung erhalten. Hafer für die Pferde, Hundefutter und Stroh für die Ställe.
Roberto Frank ist froh, dass sich bisher keiner aus seinem Team mit dem Virus infiziert hat. „Wir sind sehr vorsichtig. Wir haben über 80-Jährige unter uns und setzen, wenn wir mit Leuten von außerhalb arbeiten, immer eine Maske auf.“ Roberto Frank hofft nun, dass trotz der Pandemie Zuschauer kommen.

Info


Der Circus Alberti zeigt von Donnerstag, bis Sonntag auf dem Festplatz Kocherwiesen in Steinbach sein Programm. Vorstellungen sind Donnerstag und Freitag um 17 Uhr, am Samstag um 15 und um 18 Uhr sowie am Sonntag um 15 Uhr. Familientage mit ermäßigten Eintrittspreisen sind am Donnerstag und Freitag um 17 Uhr sowie am Samstag um 18 Uhr. Die Kartenbestellung läuft über die Telefonhotline 01 73 / 1 88 30 44 oder online auf www.showcircus-alberti.de.