asd / Gottfried Mahling  Uhr
Mitarbeiter des Oberfischacher Maschinenbau-Unternehmens Fima demonstrieren gestern in Hall für den Erhalt ihrer Jobs. Sie fordern Gläubiger und Geschäftsführung zum Handeln auf.

Anfang Mai dieses Jahres hatte die Fima Maschinenbau GmbH Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Die Gewerkschaft IG Metall verhandelt derzeit mit dem tarifgebundenen Oberfischacher Traditionsunternehmen über einen Sozialplan sowie einen Sanierungsvertrag. Gemeinsam mit Betriebsrat und Geschäftsführung habe man im Laufe der Verhandlungen „ein tragfähiges Zukunftskonzept für den Betrieb entwickelt“, heißt es in einer kurz vor der gestrigen Demonstration verschickten Pressemitteilung der IG Metall.

Dass sich der Großteil der 150 Fima-Mitarbeiter gestern in der Haller Innenstadt einfand, hätten die Gläubiger zu verantworten. „Wir gehen nun auf die Straße, weil die Banken, darunter die Sparkasse Schwäbisch Hall und die Commerzbank, der Sanierung des Unternehmens einen Riegel vorschieben und frei werdende Avallinien nicht mehr auffüllen“, so die Gewerkschaft. Damit würden die Banken „ohne Grund“ die Existenz der Fima-Beschäftigten gefährden.

Am Donnerstag hat Michael Dambacher seinen letzten Arbeitstag als Bürgermeister von Bühlertann. Im Gespräch zieht er eine Bilanz seiner Amtszeit und nimmt Stellung zum Thema Ortskern.

Was das „Nichtauffüllen der Avallinien“ bedeutet, erläutert Uwe Bauer, Geschäftsführer der Haller IG Metall, zu Beginn des Demonstrationszugs. Fima habe derzeit Großaufträge vorliegen, könne sie aber nicht annehmen beziehungsweise ausführen, weil die Gläubigerbanken nun kein Geld für die nötige Materialbeschaffung mehr zur Verfügung stellen – also praktisch „den Geldhahn zudrehen“.

Kurz nach 15 Uhr setzen sich Gewerkschafter und Fima-Mitarbeiter am Haalplatz in Bewegung. Mit Tröten und Transparenten mit Aufschriften wie „Sparkasse = Jobkiller“ ziehen sie durch Schwatzbühlgasse, Spitalbach, Mohrenstraße und Neue Straße zum Hafenmarkt vor die Sparkassenfiliale – verfolgt von den neugierigen, manchmal auch erschrockenen Blicken vieler Passanten.

Kritik an Sparkasse und Schaeff

Ein ohrenbetäubendes Trötenkonzert leitet die Abschlusskundgebung ein. „Die Sparkasse spielt ein mieses Spiel“, ruft Gewerkschafter Lukas Bürger in sein Megafon. Doch auch Fima-Eigentümer Alexander Schaeff, der bei der Demonstration nicht anwesend ist, bekommt sein Fett weg. Schaeff habe die Unternehmenssanierung „auf dem Rücken der Beschäftigten“ austragen wollen, bevor sich die IG Metall zur Erarbeitung des Sanierungskonzeptes eingeschaltet habe. „Er spielt keine gute Rolle“, betont Lukas Bürger. Und kündigt eine weitere Kundgebung für nächste Woche in der Karl-Kurz-Straße in Hessental an. Dort residiert Ale­xander Schaeff mit seiner Schaeff Maschinen GmbH & Co. KG.

Auf eine Anfrage unserer Zeitung im Vorfeld der gestrigen Demonstration schrieb die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim: „Als regionales Institut sind wir uns unserer Verantwortung für die Unternehmen und Bürger im Landkreis sehr bewusst. Vor diesem Hintergrund sind die Sparkasse und das gesamte Bankenkonsortium in den aktuellen Verhandlungen nach wie vor bemüht, tragbare Lösungen zu finden, um damit den Fortbestand des Unternehmens Fima zu ermöglichen.“ In mehreren Bankenrunden habe die Sparkasse versucht, einen Schulterschluss auch mit den anderen betroffenen Finanzpartnern herbeizuführen und Lösungswege zu finden, heißt es weiter. Allerdings sei eine Kreditgewährung im von der Firma selbst gewählten Insolvenzfall an besondere gesetzliche Voraussetzungen geknüpft, die von Banken und Sparkassen zwingend einzuhalten seien.

„Wir befinden uns nach wie vor in intensiven Gesprächen mit allen finanzierenden Banken und der Geschäftsleitung. Aus unserer Sicht liegt die Handlungsnotwendigkeit im Kreise der Gesellschafter“, so die Sparkasse. Das Geldinstitut bittet um Verständnis, „mit Blick auf das Bankgeheimnis“ keine weiteren Erläuterungen geben zu können.

Von der Commerzbank erhielt unsere Zeitung kein Statement in Sachen Fima. Man kommentiere grundsätzlich keine bestehenden sowie potenziellen Kundenbeziehungen, heißt es aus der Zentrale in Frankfurt.

Details zum Sanierungsplan wollte Gewerkschafter Uwe Bauer gestern nicht nennen. Er hofft jedoch, dass durch die gestrige Kundgebung der Versuch zur Rettung der Fima GmbH noch einmal neuen Schwung erhält.

Das könnte dich auch interessieren:

Unweit von den leeren Gräbern zweier Prinzessinnen - eine davon aus Hohenlohe - sind Ermittler auf menschliche Knochen gestoßen.

Die L2218 bekommt zwischen der Arena Hohenlohe und Crailsheim-Roßfeld eine neue Fahrbahn.

Ventilatoren und Verdichter

Die Fima Maschinenbau GmbH bezeichnet sich als führenden Spezialisten für Strömungstechnik. Das Unternehmen entwickelt Radialgebläse und Turboverdichter. Zu den Abnehmern gehören Kunden aus der Chemie-, Gas- und Ölindustrie. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1946. Weitere Infos auf www.fima.de.