Es sind mehr Teilnehmer als in den Vorjahren, die an der Kundgebung und dem Marsch teilnehmen. 80 Jahre ist es her, seit die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler Polen überfallen und so den Zweiten Weltkrieg begonnen haben. 80 Millionen Menschen verloren in diesem sechsjährigen Krieg auf dem Feld oder durch die Kriegsfolgen ihr Leben, sagt Jürgen Grässlin. Der zuletzt mit dem Medienpreis von Amnesty International ausgezeichnete Aktivist fordert in seiner Rede auf dem Bonhoefferplatz „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg“.  Die 15.000 Atomwaffen, die es weltweit gebe, reichten aus, um sieben Mal jegliches Leben auf der Erde auszulöschen.

Grässlin, der seit 35 Jahren gegen den Waffenhandel kämpft, weist unter anderem darauf hin, dass die Firma Alfred Kärcher mobile Feldlagersystem auch für militärische Einsätze herstelle. Diese würden allerdings nicht im Kreis Schwäbisch Hall sondern in Schwaikheim gefertigt.

Friedensdemo Demo gegen Aufrüstung in Schwäbisch Hall

Die Demonstration war am Milchmarkt gestartet. „Alle 14 Minuten wird irgendwo auf der Welt ein Mensch mit einer deutschen Waffe getötet“, sprach DGB-Kreisvorsitzender Siegfried Hubele ins Megaphon. „Seit 18 Jahren verlängert die Bundeswehr den Krieg in Afghanistan.“

Karl Friederich aus Belgien sitzt in einem Café in der Neuen Straße und beobachtet die Demo. „Die lügen doch“, sagt er, „Deutschland führt keinen Krieg in Afghanistan.“ An der Haalstraße dagegen begrüßt ein älteres Ehepaar in einer Eisdiele die Demo. „Die Situation ist bedrohlich geworden“, sagt die Frau. Sie möchte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen, „denn man kann schon fast nicht mehr offen sagen, was man denkt.“ Ihr Mann meint, die Bundesregierung sei ein Spielball der Industrie. „Die droht mit Arbeitsplatzverlusten.“ Dabei sei der Westen noch nie einem Krieg so nahe gewesen wie jetzt.

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