Oberbürgermeister Thomas Keck, der Vorsitzende von  RT-Aktiv Christian Wittel und der Vorsitzende der Reutlinger Gastronomie-Initiative Uwe Grauer haben sich in einem Brandbrief an die Landeswirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut gewandt.

Vielen Betrieben steht „das Wasser bis zum Hals“

„Wenn am heutigen Tage rund 40 Unternehmerverbände auf dem „Wirtschaftsgipfel“ des Bundeswirtschaftsministers Peter Altmaier die Situation ihrer jeweiligen Mitgliedsunternehmen schildern, rechnen wir fest damit, dass das Ergebnis nicht ganz so rosig ausfällt wie das, was der Bundesminister vollmundig verlautbart: Dass man dank der „Bazooka“ des Bundes glimpflicher durch die Krise gekommen sei.“

Reutlingen

Es könne auch keine Rede davon sein, dass 95 Prozent aller Antragssteller der November- und Dezemberhilfe ihre Abschlagszahlungen bereits auf dem Konto hätten. In Reutlingen könne man weder das eine noch das andere bestätigen – im Gegenteil. „In Reutlingen steht vielen Händlern, Gastronomen, Hoteliers und Dienstleistern buchstäblich das Wasser bis zum Hals, einige mussten sogar bereits aufgeben und hinterlassen nun bedauerliche Lücken in unserer Innenstadt.“

Gastro-Initiative RGI und RT-Aktiv

Von Seiten der Gastro-Initiative RGI sei zu berichten, dass alle 33 an unserer Umfrage teilnehmenden Gastronomen zwar die Abschlagszahlung für die Novemberhilfe, jedoch lediglich fünf auch die Schlusszahlung erhalten haben. „26 Teilnehmer haben die Abschlagszahlung für die Dezemberhilfe erhalten, kein einziger indes die Schluss­zahlung.“
Ein ähnlich düsteres Bild zeichne sich bei den RT-Aktiv-Mitgliedern ab. „82 Prozent der Befragten haben Hilfen beantragt. Schlusszahlungen für die November- und die Dezemberhilfen hat noch gar niemand erhalten, die Anträge sind zu gleichen Teilen entweder noch offen oder mit einer Abschlagszahlung bedacht. Bei den Über­brückungshilfen I und II ist es vereinzelt zu Schlusszahlungen gekommen, die Überbrückungshilfe III kann immer noch nicht beantragt werden.

Staatliche Hilfen reichen nicht aus

75 Prozent der Befragten sagen, dass die staatlichen Hilfen nicht ausreichen, sondern zusätzlich Kredite oder private Mittel in Anspruch genommen werden müssen.“
Von wenig Optimismus sei aber auch der Blick in die nähere Zukunft geprägt: Die betriebliche Perspektive der kommenden Monate sehen 50 Prozent der Befragten als „sehr schlecht“ oder „schlecht“ an. Nun hoffen man auf die Unterstützung der Ministerin.