Aufatmen bei den Investoren der Firma Cam Hausverwaltung aus Ulm: Ihr Vorhaben, am Bahntrog in Neu-Ulm, ein Hotel samt Gastronomie sowie 100 Wohnungen zu bauen, hat gestern im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt gegen die CSU-Stimmen eine Hürde genommen. Für das 10.000 Quadratmeter große Areal am Bahntrog östlich der Reuttier Straße wurden zwei Bebauungspläne auf den Weg gebracht. Diese werden ausgelegt, und nach der Anhörung der Einsprüche könnte der Satzungsbeschluss erfolgen. Dann dürfen Kemal, Bekir und Ramazan Cam (Vater, Sohn und Onkel) ihr erstes, sehr ehrgeiziges Bauprojekt in Angriff nehmen.

Hotel mit 130 Zimmern geplant

Die drei Cams haben einiges vor auf dem schmalen, 430 Meter langen Grundstück, das sie in Teilen von der Bahn erworben haben: Vorne an der Reuttier Straße soll ein Hotel mit 130 Zimmern samt Gastronomie entstehen. Ein Betreiber, so Bekir Cam, sei gefunden. Dahinter sind in sechs teilweise miteinander verbundenen Baukörpern 100 Wohnungen geplant, davon 23 sozial gebunden. Wobei sicher ist diese Art der Nutzung nicht, denn offenbar hat auch ein Sozialträger angefragt, ob in diesem Bereich ein Seniorenwohnheim entstehen kann.

Das Interesse sei da, aber entscheiden sei noch nichts, sagt Cam im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE. Zum Projekt gehören noch 65 Studentenwohnungen im alten Leplat-Gebäude, das am östlichen Ende des Baufelds an der Bahnhofstraße liegt.

Cams haben dafür drei Büros beauftragt: Die Hochbauten entwickeln die Architekten von Obermeier und Traub aus Ulm, für den Tiefbau (zwei Tiefgaragen mit knapp 190 Stellplätzen und Erschließung) ist das Krumbacher Büro Kling Consult zuständig. Und die Gestaltung der Freiflächen obliegt dem Büro der Landschaftsarchitekten Professor Arno S. Schmid und Manfred Rauh aus Neu-Ulm. „Wir haben die Vorgaben der Stadt Neu-Ulm damit erfüllt“, sagt Bekir Cam.

40 Millionen Euro teures Bauvorhaben

In der Tat war über das inzwischen mehr als 40 Millionen Euro teure Bauvorhaben in mehreren Sitzungen kontrovers diskutiert worden (siehe Infokasten) – eigentlich schon seit 2011, als die Cams die ersten Umbaupläne fürs Leplat-Gebäude präsentierten und an der Erschließung scheiterten. Diese ist jetzt von der Reuttier Straße aus vorgesehen, nach der Devise rechts rein und rechts raus. Die Straße soll dann zwischen den Hinterhöfen an der Bahnhofstraße und den Neubauten in östliche Richtung liegen. Daran hatte sich lange Zeit vor allem OB Gerold Noerenberg gestört, während die von der Stadt beauftragten Gutachter zu dem Schluss kamen, dass dies machbar sei und die Situation auf der stark befahrenen Reuttier Straße nicht verschlimmern werde.

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Verfahren Seit 2011 versuchen die Cams die Bebauung am Bahntrog genehmigt zu bekommen, anfangs zuerst nur für die Studentenwohnungen im Leplat-Gebäude. Als sie dann von der Bahn AG das fast 9000 Quadratmeter große Grundstück am Trog kauften, planten sie Größeres. Cams hatten sich in einem Bieterverfahren der Bahn durchgesetzt. Die Stadt Neu-Ulm hatte erfolglos mitgeboten.